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Die beiden Unterkunftsgebäude am Meisterweg sind veraltet, eine Renovierung kommt laut Stadt nicht mehr in Betracht. Jetzt sollen sie komplett ersetzt werden. Foto: t&w
Die beiden Unterkunftsgebäude am Meisterweg sind veraltet, eine Renovierung kommt laut Stadt nicht mehr in Betracht. Jetzt sollen sie komplett ersetzt werden. Foto: t&w

In den Unterkünften wird es eng – Stadt Lüneburg erwartet weitere Flüchtlinge

us Lüneburg. 444 Flüchtlinge leben derzeit in Lüneburg, rund 360 davon in Gemeinschaftsunterkünften der Stadt. Ein Ende des Zustroms ist nicht in Sicht, die Zahlen werden weiter steigen, kündigte Lüneburgs Bildungsdezernentin Pia Steinrücke im jüngsten Sozial- und Gesundheitsausschuss an. Zwar verfügt die Stadt mit ihren inzwischen sieben Gemeinschaftsunterkünften — eine davon noch in Planung — über ausreichend Kapazitäten, um die bis Ende September festgesetzte Flüchtlingsquote aufnehmen zu können. Aufgrund der anhaltenden Entwicklung in den Krisenregionen geht die Stadt aber von zusätzlich aufzunehmenden Flüchtlingen aus. Hinzu kommen Engpässe am Meisterweg, dort scheint ein Neubau der Unterkünfte unausweichlich.

„Nach bisherigem Stand ist eine Sanierung der Unterkünfte nicht wirtschaftlich“, berichtete Steinrücke in der Sitzung. Bislang war geplant, lediglich die Sanitärräume in den beiden Gebäuden zu sanieren. Jetzt aber geht die Stadt davon aus, dass ein kompletter Abriss wirtschaftlicher ist. Ob wieder zwei feste Gebäude oder wie an anderen Standorten Container zum Einsatz kommen, ist bislang noch nicht entschieden, ebenso, wann mit den Arbeiten begonnen werden soll. „Wir wollen möglichst bald starten, aber nicht beide Gebäude gleichzeitig in Angriff nehmen“, teilte Stadtpressesprecher Daniel Gritz mit. Geplant sei, die bisherige Kapazität von 100 Plätzen beizubehalten.

Wo die aktuell 84 Personen, die in den beiden Gebäuden am Meisterweg wohnen, zwischenzeitlich untergebracht werden, steht ebenfalls noch nicht fest. „Wir gehen davon aus, sie auf freie Plätze in den übrigen Unterkünften verteilen zu können“, sagt Gritz. Dabei soll auch berücksichtigt werden, dass Familien zusammenbleiben können und bei Bedarf eine Kita in der Nähe ist.

Ob das Konzept aufgeht, scheint indes fraglich, denn die Stadt erwartet allein bis Ende September noch rund 180 Flüchtlinge, die sie gemäß der ihr vom Land Niedersachsen zugewiesenen Quote von bislang 306 Personen aufnehmen muss. Doch auch danach rechnet die Stadt mit weiteren Zuweisungen, wie Pia Steinrücke im Ausschuss deutlich machte: „Wir gehen davon aus, dass bis Ende des Jahres nochmals weitere Flüchtlinge zu uns kommen.“ Auf genaue Zahlen wollte sie sich nicht festlegen, in der Sitzung aber nannte sie eine Größenordnung von 100 bis 150 Personen.

Keine volle Auslastung möglich

Aktuell verfügt die Stadt über sechs Gemeinschaftsunterkünfte, eine siebte soll bis zum 30. September am Vrestorfer Weg entstehen. Dann bietet Lüneburg Platz für insgesamt 634 Flüchtlinge. Theoretisch, denn die Unterkünfte sind in der Regel nicht zu einhundert Prozent belegbar sind. Warum das so ist, erläutert Stadtpressesprecher Daniel Gritz: „Wenn wir beispielsweise eine fünfköpfige Familie unterbringen müssen, belegen sie Räume, die eigentlich für sechs Personen ausgelegt sind.“ Auch Doppelzimmer könnten nicht immer voll besetzt werden, „etwa wenn dies aufgrund der Religionszugehörigkeit oder anderer persönlicher Umstände nicht möglich ist“. Die aktuelle Belegung in den Unterkünften:

  • Meisterweg: Kapazität 100, belegt mit 84 Personen
  • Schlieffenpark: Kapazität 216, belegt mit 162 Personen
  • Ochtmisser Kirchsteig: Kapazität 100, belegt mit 93 Personen
  • Rettmer: Kapazität 100, belegt mit 15 Personen
  • Vrestorfer Weg (ab 1. Oktober 2015): Kapazität 58
  • Motel Landwehr: Kapazität 30, belegt mit 4 Personen
  • früherer MaDonna-Standort (ab 1. August): Kapazität 30