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Grüne bringen weitere Y-Alternative ins Spiel

pm Hannover. Sieben kleinere Einzelmaßnahmen statt milliardenschwerer Mega-Projekte: Grüne Parlamentarier aus Niedersachsen fordern einen abgestuften Ausbau bestehender Bahnstrecken anstelle der umstrittenen Y-Trasse und ihrer bisherigen Varianten. „Die Transportprobleme auf der Schiene im Seehafen-Hinterlandverkehr sind nicht mit einer einzigen Neubaustrecke zu lösen“, sagte der grüne Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler im Gespräch mit der LZ. „Die Zeit drängt, und wir brauchen jetzt schnelle und realistische Lösungen.“ Dabei gelte der Grundsatz: Ausbau vor Neubau. Mit dem Konzept wolle man allerdings nicht in Konkurrenz zum laufenden Dialogforum, das Bahn AG und das Land Niedersachsen initiiert hatten, treten, sondern sich damit dort konstruktiv einbringen, versicherte Kindler.

Die Ausbau-Vorschläge der Grünen: 1.) dreigleisiger Ausbau Lüneburg-Uelzen, 2.) zweigleisiger Ausbau Rotenburg-Verden, 3.) durchgehender zweigleisiger Ausbau Uelzen-Stendal, 4.) stufenweise zweigleisiger Ausbau Langwedel-Uelzen, 5.) Ertüchtigung Nienburg-Wunstorf, 6.) östlicher Bypass Bremen mit Verbindung zur Amerika-Linie, 7.) stärkere Einbindung der Strecke Hamburg-Berlin. Grafik: kindler/nh
Die Ausbau-Vorschläge der Grünen: 1.) dreigleisiger Ausbau Lüneburg-Uelzen, 2.) zweigleisiger Ausbau Rotenburg-Verden, 3.) durchgehender zweigleisiger Ausbau Uelzen-Stendal, 4.) stufenweise zweigleisiger Ausbau Langwedel-Uelzen, 5.) Ertüchtigung Nienburg-Wunstorf, 6.) östlicher Bypass Bremen mit Verbindung zur Amerika-Linie, 7.) stärkere Einbindung der Strecke Hamburg-Berlin. Grafik: kindler/nh

Anders als alle bislang diskutierten Vorschläge bringt das Grünen-Papier die Ertüchtigung der nicht bundeseigenen Strecken der Verkehrsbetriebe Elbe-Weser Bremerhaven-Bremervörde-Rotenburg ins Spiel. Der Abschnitt sei im Hafenverkehr als östliche Umfahrung des Engpasses Bremen unabdingbar. Neue Entlastung für Niedersachsen verspricht sich der grüne Koordinationskreis Y-Trasse auch von einer stärkeren Einbeziehung der Strecke Hamburg-Berlin für den Containertransport nach Osten.

Die Gruppe, der neben Kindler seine Bundestagskollegin Julia Verlinden, die Landtagsabgeordneten Miriam Staudte, Elke Twesten und Heiner Scholing sowie Kommunalpolitiker und Vertreter von Bürgerinitiativen angehören, schlägt zudem den dreigleisigen Ausbau der ICE-Strecke Lüneburg-Uelzen vor. Dies sei eine „konsequente Fortführung der im Jahr 2014 fertiggestellten Dreigleisigkeit Stelle-Lüneburg. Zwischen Rotenburg und Verden brauche man endlich ein zweites Gleis — nicht nur für die Güterzüge, sondern auch für notwendige Umleitungen von Reisezügen zwischen Hamburg und Hannover.

Ebenfalls zweigleisig müsse die „Amerika-Linie“ zügig ab Uelzen Richtung Stendal ausgebaut werden. Zwischen Uelzen und Langwedel brauche es neben zwei Gleisen dringend eine Elektrifizierung, um Hafenverkehre aus Wilhelmshaven und Bremen frühzeitig in Richtung Ost-Korridor, also ohne Belastung des Flaschenhalses Hannover, ableiten zu können. Schließlich sieht das grüne Stufenkonzept neue Überholgleise zwischen Nienburg und Wunstorf vor. „All diese Maßnahmen sind schneller zu realisieren als Neubaustrecken, können also zügig für Entlastung sorgen“, meinte Kindler. Außerdem seien die Umweltauswirkungen deutlich geringer. Strikter Lärmschutz sei selbstverständlich. Ein Teil dieser grünen Punkte ähnelt der „Alpha-Variante“ der Celler Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann (SPD), die ebenfalls für einen Ausbau bestehender Abschnitte plädiert.

Im Dialogforum für Anwohner, Kommunen und Bürgerinitiativen stehen dagegen neben der für den Güterverkehr abgespeckten alten Y-Trasse vornehmlich der komplette Ausbau der ICE-Strecken Hannover-Bremen und Hannover-Hamburg sowie die Wiederbelebung der Heidebahn als Güterstrecke zwischen Buchholz und Soltau und schließlich der Neubau einer Spange zwischen Maschen und Unterlüß — quasi parallel neben der bestehenden ICE-Strecke — zur Debatte. Wegen des höheren Verkehrsaufkommens und des befürchteten Lärms regt sich vor Ort freilich überall Widerstand. Die Organisatoren des Gremiums, dessen 5. Sitzung in der nächsten Woche stattfindet, haben erst kürzlich die Einmischung örtlicher Bundestagsabgeordneter — neben Lühmann auch ihres Celler CDU-Kollegen Henning Otte — kritisiert. Die Grünen hoffen nun, dass ihnen dies mit ihren Vorschlägen nicht passiert.

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One comment

  1. komisch, früher hatten die grünen auch mehr wert auf verkehrsvermeidung gelegt und jetzt? die grünen werden immer gelber.