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Die Brandstiftung des Löseke-Hauses ist bislang ungeklärt, entscheidende Hinweise fehlen. Foto: A./be
Die Brandstiftung des Löseke-Hauses ist bislang ungeklärt, entscheidende Hinweise fehlen. Foto: A./be

Lüneburger Stintbrand: Polizei löst Soko Stint auf

ca Lüneburg. Absehbar war es seit längerem, jetzt zieht die Lüneburger Kripo die Konsequenzen: Die Sonderkommission Stintmarkt wird aufgelöst. Entsprechende LZ-Informationen bestätigte gestern Polizeisprecher Kai Richter. Zeitweilig arbeiteten zwei Dutzend Beamte in der Soko, doch sie kamen nicht auf die Spur der Täter, die im Dezember 2013 das ehemalige Lösecke-Haus angesteckt haben. Auch ein Fahndungsaufruf im Mai in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ brachte keine entscheidenden Hinweise. Gleiches gilt für ein anonymes Hinweis-Verfahren im Internet. Kripo-Chef Steffen Grimme: „Wir vergessen den Fall nicht, er bleibt präsent.“

Das klingt hoffnungsvoll und müde. Eigentlich haben die Ermittler Ansätze, davon einen sehr deutlichen. In der Tatnacht hatte ein Zeuge beobachtet, wie der mutmaßliche Brandstifter aus dem italienischen Lokal Trattoria in das Haus der schräg gegenüberliegenden „La Taverna“ ging. Es gab in der Folge Durchsuchungen im Lokal und in einer Wohnung. Im Verdacht der Beihilfe stand ein Koch der Taverna. Allerdings fanden die Ermittler keine Spuren, die sie zum Täter brachten.

Relativ sicher ist man sich bei der Polizei, dass hinter dem Brand Akteure der organisierten Kriminalität stecken, mutmaßlich eine Spielart der italienischen Mafia. Nur beweisen können die Ermittler das nicht. Bei ihren Recherchen sind sie oft an Grenzen gestoßen. Mancher Zeuge und mancher Mitarbeiter der Lüneburger Gastronomie hat schlicht Angst, mögliche Beobachtungen der Polizei mitzuteilen.

Wie berichtet, hatten Brandstifter das Feuer im Lokal gelegt. Der Brand geriet vermutlich außer Kontrolle und erfasste das gesamte Haus. Die Feuerwehr musste es abbrechen lassen, um die Flammen zu löschen. Denn von der Ilmenauseite kamen die Brandbekämpfer kaum an das Feuer heran. Der Schaden geht in die Millionen. Aktuell wird das Gebäude als Rekonstruk­tion wieder aufgebaut.