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Blau leuchtet der Display-Hintergrund, wenn es mit Allride zum Krankenhaus gehen soll. Timo Rust (v.) und Max Schlüter (h.) gehören zum studentischen Entwicklungsteam der App. Stefan Dieckelmann, Fahrer bei LG Taxi, glaubt: Die App wird das Geschäft beleben. Foto: t&w
Blau leuchtet der Display-Hintergrund, wenn es mit Allride zum Krankenhaus gehen soll. Timo Rust (v.) und Max Schlüter (h.) gehören zum studentischen Entwicklungsteam der App. Stefan Dieckelmann, Fahrer bei LG Taxi, glaubt: Die App wird das Geschäft beleben. Foto: t&w

Verabredung zur Taxifahrt — Studenten entwickeln „Allride“-App +++ mit LZplay-Video

cec Lüneburg. Eine rote Rose als Erkennungszeichen ist sowas von vorgestern. Heute hält man einfach sein Handy in die Nacht. Ein lila leuchtendes Display heißt für die Nutzer einer neuen Lüneburger App aber nicht etwa „Ich bin Dein Date“, sondern „Ich will auch zum Campus“. Eins der Merkmale der neuen mobilen Taxi-Anwendung „Allride“, die sechs „Digital Media“-Studenten der Leuphana jetzt in einem Praxis-Seminar entwickelt haben, weil sie es leid waren, sich abends dauernd zu überlegen, wie sie nach Hause kommen. Die App führt Nutzer zusammen, die für das gleiche Ziel ein Taxi teilen möchten und so günstiger dorthin kommen können. Eine Idee mit Potenzial.

Das Team um Initiator Jörn Weber studiert seit zwei Jahren in dem 2013 gegründeten Fach. Die Hälfte der Veranstaltungen findet in der Hamburger Mediaschool statt, auch die Wohnsitze der Studenten verteilen sich gleichermaßen auf die Hafen-Metropole und die Ilmenaustadt. Ein ziemliches Hin und Her für alle Beteiligten, die in Lüneburg oft vor dem Problem standen, keinen Anschluss mehr an ihren Pendelzug zu bekommen. „Um 20.45 Uhr fährt der letzte Bus vom Bahnhof ab“, verdeutlicht Mitentwickler Timo Rust. Da bleibe für viele letztlich nur die Option, zu Fuß zu gehen. „Denn ein Zweitfahrrad in der einen oder anderen Stadt können sich viele nicht leisten“, meint der 24-Jährige. Finden sich mehrere Fahrgäste, die ein Taxi teilen, zahle jeder im besten Fall nur ein Viertel des Preises. „Selbst längere Strecken wie vom Bahnhof zur Uni kosten so unter 3 Euro.“

„Allride“ solle nicht dem täglichen, sondern dem sporadischen Gebrauch dienen, fügt sein Mitstreiter Max Schlüter hinzu. Sie eigne sich aber auch bestens, wenn man abends noch irgendwo feiern würde und Mitfahrer für den Nachhauseweg suche. Mit dem Anruf-Sammel-Mobil (ASM) sei man da zeitlich zu sehr gebunden.

Die App funktioniert simpel: Wer ein Taxi sucht, gibt seinen Namen ein, kann optional ein Bild hochladen und wählt dann aus 13 Start- und Zielpunkten seine Wunschstrecke. In einem Chatraum wird der Nutzer mit Gleichgesinnten verbunden, hier kann man sich kurz austauschen. Nichts für ganz Eilige. „Doch wir wollten den Usern die Möglichkeit geben, sich vorher kennenzulernen und so gegebenenfalls auch Ängste abzubauen“, erklärt Rust. Am Abfahrtsort winkt man dann mit dem Smartphone, an der angezeigten Farbe erkennen die Nutzer, dass sie zusammengehören. Noch beschränkt sich der Dienst auf das Lüneburger Stadtgebiet. „Aber über eine Erweiterung in die Region machen wir uns Gedanken“, kündigt Timo Rust an.

Vor dem Start der „Allride“-App hatten die Studenten versucht, Lüneburger Taxiunternehmen als Kooperationspartner mit ins Boot zu holen bislang erfolglos. Auch Taxi Röhlig lehnte ab, obwohl Chef Bernd Röhlig, der mit seinem Team auch das ASM bedient, von der Idee restlos begeistert ist. „Das Ding wird ein Erfolg“, ist er sich sicher, „gerade für junge Leute, die nach einer Veranstaltung nach Hause wollen.“ Und eben das sei der Grund seiner Absage: „Wir sind ausgelastet und haben Angst, die Nachfrage nicht so bewältigen zu können, wie die Studenten sich das wünschen.“ Von LG Taxi steht die Antwort derzeit noch aus.

Die „Allride“-App steht übrigens nicht zum Download in einem App-Store bereit, sondern lässt sich direkt im Browser abrufen unter der Adresse go.allrideapp.de.