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Mike Franke (v. l.) vom Hauptzollamt Hannover informiert Simon Rittmann, Tommy Grimm und Eric Dombois über die beruflichen Möglichkeiten in der Zollverwaltung. Foto: be
Mike Franke (v. l.) vom Hauptzollamt Hannover informiert Simon Rittmann, Tommy Grimm und Eric Dombois über die beruflichen Möglichkeiten in der Zollverwaltung. Foto: be

Messe „nordjob“ in Bienenbüttel lockt Schüler aus Nordostniedersachsen an

pet Bienenbüttel. Für Eric Dombois, Tommy Grimm und Simon Rittmann von der Oberschule am Schiffshebewerk in Scharnebeck ist es eine interessante Abwechslung vom Schulalltag — und ein Tag, der sie auf dem Weg zur Berufsfindung weiterbringt. Interessiert hören sich die drei an, was ihnen Mike Franke vom Hauptzollamt Hannover über Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten bei der Zollverwaltung berichtet. Die Polizei, das SAE Institute für Medienbildung und Edeka sind weitere Anbieter, bei denen sich die drei Scharnebecker am Dienstag in der Bienenbütteler Ilmenauhalle informiert haben.

Insgesamt sind es fast 1200 Schülerinnen und Schüler aus den Kreisen Lüneburg, Uelzen, Harburg und Lüchow-Dannenberg, die sich bei der zum sechsten Mal in Bienenbüttel stattfindenden „nordjob“, der Fachmesse für Ausbildung und Studium, über ihre mögliche Zukunft informiert haben.

Das Besondere an der „nordjob“: Die Jugendlichen kommen mit vorab vereinbarten, festen, jeweils 20-minütigen Terminen zu den Betrieben, Behörden, Institutionen und Hochschulen. Rund 2500 passgenaue Termine hat das veranstaltende Institut für Talententwicklung (IfT) für die Messe in Bienenbüttel vereinbart, aber auch spontane Gespräche sind möglich. Wer wollte, konnte zu den Terminen auch gleich seine Bewerbungsmappe mitbringen.

Insgesamt 28 Unternehmen, vier Beratungsinstitutionen wie die Agentur für Arbeit, sieben Berufsfachschulen sowie sechs Hochschulen und Akademien hatten sich für die „nordjob“ angemeldet, um dort erste Kontakte zu möglichem Nachwuchs zu knüpfen. Der Anteil von Unternehmen aus der Region sei gegenüber den anderen Anbietern in den letzten Jahren gestiegen, erklärt Dörthe Behnke vom IfT. Das spiegele die erhöhte Nachfrage der Unternehmen nach Auszubildenden wider.

Immer auf der Suche nach geeignetem Nachwuchs ist das Handwerk, für das die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade in Bienenbüttel vor Ort ist. Ralf Klatt und Andreas Becker haben hier einen vollen Terminkalender. „Wir haben 40 feste Gesprächstermine pro Tag“, berichtet Klatt. Viele Fragen an die Handwerksspezialisten hat auch Anja Buchholtz von der Lüneburger Oberschule am Wasserturm. Für den Beruf der Friseurin interessiert sie sich, Becker kann ihr weiterhelfen.

Das Helmholtz-Zentrum für Material- und Küstenforschung in Geesthacht hat keine Nachwuchsprobleme, „aber wir wollen uns bekannt machen, wollen bei der Suche nach künftigen Auszubildenden am Ball bleiben“, erklärt Juan-David Fernandez, Personalentwickler in Geesthacht. Vom Elektroniker über den Bauzeichner und den Zerspanungsmechaniker bis zur Fachkraft für Lagerlogistik reicht die Palette der Ausbildungsberufe, für die das Helmholtz-Zentrum Ausbildungsplätze anbietet — zu denen, die darüber jetzt Bescheid wissen, gehört Moritz Herzer von der Realschule Bleckede.

Wie wichtig es ist, sich gut über seine Berufsausbildung zu informieren, betont Andreas Rösler von der Arbeitsagentur Lüneburg-Uelzen: „Viele Jugendliche haben völlig falsche Vorstellungen von dem Beruf, den sie ergreifen wollen. Die Zahl der Ausbildungsabbrüche steigt ständig.“ Positiv für junge Menschen sei: „Die Chancen auf einen guten Ausbildungsplatz waren nie besser als jetzt.“