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Bis zu 4000 Enten soll die Freiherr von Spoercken GmbH an ihren Ententeichen bei Lüdersburg ausgesetzt und angefüttert haben. Ein Verstoß gegen die artgerechte Fütterung, urteilt das Oberverwaltungsgericht Lüneburg. Gleichzeitig haben die Richter jedoch ein pauschales Verbot des Landkreises Lüneburg aufgehoben. Foto: t&w
Bis zu 4000 Enten soll die Freiherr von Spoercken GmbH an ihren Ententeichen bei Lüdersburg ausgesetzt und angefüttert haben. Ein Verstoß gegen die artgerechte Fütterung, urteilt das Oberverwaltungsgericht Lüneburg. Gleichzeitig haben die Richter jedoch ein pauschales Verbot des Landkreises Lüneburg aufgehoben. Foto: t&w

Gericht weist Verbotsverfügung des Landkreises gegen Jagdbetrieb in Lüdersburg als rechtswidrig zurück

kre Lüdersburg. Das kommt auch nicht allzu häufig vor: Ein Gericht trifft eine Entscheidung, doch beide Prozess-Parteien fühlen sich in ihrer Rechtsauffassung bestätigt. „Das Oberverwaltungsgericht hat uns in der Sache Recht gegeben“, sagt Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer. ,,Wir sind außerordentlich zufrieden mit der Entscheidung der Oberverwaltungsrichter“, lässt auch Dr. Florian Asche, Prozessbevollmächtiger der Freiherr von Spoercken GmbH&Co. KG wissen. Wie berichtet, hatte der Landkreis der von Spoercken GmbH das jährliche Aussetzen von bis zu 4000 Enten im eigenen Revier zu Jagdzwecken verboten, nachdem eine Untersuchung von Wasserproben der Teiche einen viel zu hohen Nährstoffgehalt aufgewiesen hatte und ein ,,Umkippen“ der Gewässer drohte.

Zugleich hatte der Landkreis angeordnet, dass das Lüdersburger Unternehmen ein fachgutachterliches Konzept für die Sanierung der sieben Ententeiche zu erstellen habe. Nachdem ein Eilantrag gegen die Verbotsverfügung des Landkreises beim Verwaltungsgericht erfolglos geblieben war, hob das Oberverwaltungsgericht diese Entscheidung nun auf.

Dabei sehen auch die OVG-Richter das in der Vergangenheit praktizierte Aussetzen von bis zu 4000 Wildenten mit anschließender durchgängiger Fütterung als rechtswidrig: Die Lüdersburger Gesellschaft habe damit gegen Jagdrecht und gegen das Gebot artgerechter Fütterung verstoßen. Aber: Die Anordnungen, die der Landkreis zur Untersagung dieser Praxis getroffen habe, sind nach Auffassung des 4. Senats fehlerhaft.

So verstoße das pauschale Verbot des Landkreises, Enten auszusetzen und zu füttern, gegen die Eigentümerinteressen der Gesellschaft: „Der Landkreis hätte vielmehr ermitteln müssen, in welcher Anzahl Wildenten nach den konkreten örtlichen Gegebenheiten im Jagdbezirk ausgesetzt werden können, ohne dass es zu einem Verstoß gegen Bestimmungen des Jagd- oder Gewässerrechts kommt“, heißt es in einer Pressemitteilung des OVG. Ferner sei der Landkreis nicht befugt gewesen, von der Freiherr von Spoercken GmbH die Erstellung eines Teichsanierungskonzepts zu verlangen. Vielmehr hätte der Kreis als Aufsichtsbehörde anordnen müssen, wie die Teiche zu sanieren seien.

Trotzdem sagt Krumböhmer: „Das sind formale Dinge. Die werden wir jetzt möglichst schnell in unserer Verfügung konkretisieren!“ Dr. Florian Asche, Anwalt der Freiherr von Spoercken GmbH dagegen kündigt bereits Schadenersatzansprüche an: ,,Wir werden das Sanierungsgutachten für die Teiche sofort stoppen und die Kosten dem Kreis in Rechnung stellen.“ Die Entscheidung des OVG bezeichnet der Hamburger Anwalt für den Landkreis „als einen Schlag ins Gesicht“.