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Vier Jahre Haft für Oskar Gröning: Der vorsitzende Richter Franz Kompisch hatte am Mittwoch das Urteil gegen den ehemaligen SS-Mann verhängt. Foto: be
Vier Jahre Haft für Oskar Gröning: Der vorsitzende Richter Franz Kompisch hatte am Mittwoch das Urteil gegen den ehemaligen SS-Mann verhängt. Foto: be

Oberbürgermeister Mädge: NS-Prozess ist Erwartungen gerecht geworden

sp Lüneburg. „Am Ende kann es bei dem unermesslichen Leid, das Auschwitz-Opfer und Angehörige erlitten haben, keine wirkliche Gerechtigkeit und keine Wiedergutmachung geben“, resümiert Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge den Ausgang des Gröning-Prozesses am Landgericht Lüneburg, „mit dem Prozessablauf hier in Lüneburg sind wir als Hansestadt aber zufrieden.“

Eine Bewertung des Strafmaßes stehe ihm als Oberbürgermeister nicht zu, Mädge hob aber auf die hohe Bedeutung des Urteils und des Prozesses ab, der unter internationaler Beobachtung stand: „In Lüneburg fand bereits der erste Kriegsverbrecherprozess nach dem zweiten Weltkrieg statt. Beim Gröning-Prozess handelte es sich vermutlich um eines der letzten großen, wenn nicht DAS letzte große NS-Verfahren mit vielen in- und ausländischen Journalisten hier in Lüneburg. Wir bedanken uns als Hansestadt beim Landgerichtspräsidenten für den reibungslosen Ablauf und den würdigen Rahmen des Prozesses. Außerdem können wir uns glücklich schätzen, dass das Verfahren unter dem Vorsitz eines besonnenen Richters stand, der mit viel Einfühlungsvermögen die Zeugen befragt hat.“ Bei den Zeugen und Angehörigen bedankte sich Mädge, dass sie bereit gewesen seien, noch einmal ihr unfassbares Leid zu schildern und damit nachwachsenden Generationen einen lebhaften Einblick in das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte gewährt haben.

„Wichtig war aber vor allem, dass der Prozess gezeigt hat, wir Deutschen gehen verantwortungsbewusst mit unserer Geschichte um“, so Mädge. „Gröning hat dazu beigetragen, dass die unmenschliche NS-Maschinerie überhaupt bestehen konnte. Der Prozess hat ergeben, dass Grönings Tätigkeit den Massenmord in Auschwitz gefördert hat. Unsere Justiz wird weiter wach bleiben und dafür sorgen, dass NS-Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten.“