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Bringt der Umbau der Gehwege mehr Vor- oder Nachteile? Bernhard Gehring ( l.) und Nachbar Wilhelm Ortmann diskutieren über die geplante Erneuerung der Ortsdurchfahrt. Foto: t&w
Bringt der Umbau der Gehwege mehr Vor- oder Nachteile? Bernhard Gehring ( l.) und Nachbar Wilhelm Ortmann diskutieren über die geplante Erneuerung der Ortsdurchfahrt. Foto: t&w

Künftig nur noch einseitiger Gehweg an Ortsdurchfahrt Bleckede

off Karze. Neue Fahrbahndecke, neuer Regenwasserkanal, neuer Bürgersteig: Am Montag, 27. Juli, beginnen in Karze die Arbeiten an der Kreisstraße 5 Richtung Brackede, ein Bauprojekt, das rund 1,3 Millionen Euro kosten soll — und Anlieger Bernhard Gehring die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Weil es künftig nur noch auf einer Straßenseite einen Bürgersteig geben soll, fürchtet er um die Sicherheit an der Straße. „Gerade auf diesem Stück fahren viele mit überhöhter Geschwindigkeit in oder aus dem Ort“, sagt er. „Wenn man jetzt auch noch gezwungen wird, auf die Straßenseite mit Bürgersteig zu wechseln, wird es hier noch gefährlicher, als es ohnehin ist.“

Noch säumen die Kreisstraße 5 von der Einmündung der Landesstraße 219 (Bleckede Richtung Lauenburg) bis zum Ortsausgang Richtung Brackede zwei Bürgersteige — auf jeder Seite einer. „So ist es egal, auf welcher Straßenseite man wohnt“, sagt Gehring, „sicher nach Hause kommt man auf beiden Seiten.“ Die beiden Bürgersteige gehören außerdem zum Ortsbild, findet der Karzer. „Viele Leute, die den Landgasthof besuchen, gehen hier lang und schauen sich unser schönes Dorf an“, sagt Gehring.

Warum es in Zukunft nur noch Platz für einen Bürgersteig auf der Westseite geben soll, kann der Karzer nur schwer verstehen. „Hier ist doch genug Platz“, sagt er. Doch genau das ist es offenbar nicht. Zumindest nach Aussage des Landkreises.

„Nach heutigen Vorgaben sind die bisherigen Bürgersteige an der K5 in Karze mit einem Meter Breite zu ­schmal“, sagt Kreissprecherin Elena Bartels. „Die entsprechende Richtlinie verlangt mindestens zwei Meter Breite.“ Eine Vorgabe, die sich in Karze nur umsetzen ließe, „wenn wir uns auf einen Gehweg beschränken“. Zusätzlich soll auch die Fahrbahn verengt werden, „von knapp 5,80 Meter auf etwa 5,50 Meter“.

Während Gehring die Sanierung der Ortsdurchfahrt mit gemischten Gefühlen sieht, sind die Stadt Bleckede und der Kreis Lüneburg froh, das Bauvorhaben endlich realisieren zu können. „Beantragt ist die Maßnahme seit 2005“, sagt Bartels. Nun soll die gesamte Ortsdurchfahrt auf einer Länge von rund 350 Metern komplett ausgebaut und erneuert werden.

Neben einem neuen Regenwasserkanal und dem einseitigen Gehweg werden auch die asphaltierte Fahrbahn, Gossen und Bordanlagen neu gebaut. Außerdem wird der Einmündungsbereich zur L219 grundlegend umgebaut, die drei innerörtlichen Bushaltestellen werden barrierefrei gestaltet. „Die Fahrbahn zwischen dem Ortsausgang Karze und dem Ortseingang Brackede wird durch eine Asphaltdeckschicht verstärkt, Ackerzufahrten und der vorhandene Seitenraum werden an die neue Fahrbahnhöhe angeglichen“, sagt Bartels.

Nicht vorgesehen ist hingegen ein Fußgängerüberweg an der neu gestalteten Karzer Ortsdurchfahrt. „Das ist mit der Verkehrsbehörde so abgestimmt“, betont Bartels. Keine weise Entscheidung, befürchtet Gerhard Behring. Er ist überzeugt: Zwei schmale Bürgersteige wären besser als ein breiter. Doch die Entscheidung ist gefallen. „Nicht weil wir lieber nur einen Bürgersteig haben wollen“, sagt Bartels, „technisch ist es einfach nicht anders machbar.“

Achtung Umleitung
Während der Arbeiten an der Kreisstraße 5 kommt es zu Verkehrsbehinderungen. Bis Ende August ist die Strecke zwischen Karze und Brackede für den Durchgangsverkehr gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert. Die Ortsdurchfahrt Karze bis zum Abzweig Vogelsang bleibt bis zur geplanten Fertigstellung Ende Oktober gesperrt. Der Betrieb Straßenbau und -unterhaltung bittet alle Verkehrsteilnehmer um Rücksichtnahme und um Verständnis für die längeren Fahrtzeiten.