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Von 2016 an soll das Glasfasernetz im Landkreis Uelzen verlegt werden. Rund drei Jahre soll der Aufbau dauern. Foto: obs
Von 2016 an soll das Glasfasernetz im Landkreis Uelzen verlegt werden. Rund drei Jahre soll der Aufbau dauern. Foto: obs

„LüneCom“ will geplantes Glasfasernetz im Kreis Uelzen betreiben

dth Uelzen. Der Landkreis Uelzen und das Unternehmen „LüneCom Kommunikationslösungen GmbH“ aus Lüneburg haben eine strategische Partnerschaft für mindestens 25 Jahre vereinbart: Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, schnelles Internet durch eine flächendeckende Glasfaserversorgung der bisher unterversorgten Gebiete des Landkreises Uelzen zu ermöglichen. Unter dem Stichwort FTTB („Fiber-to-the-Building“) sollen sämtliche Gebäude in diesen Gebieten an das geplante Glasfasernetz angeschlossen werden. Hierbei übernimmt der Landkreis die Investitionen in die passive Netzinfrastruktur und verpachtet diese an die „LüneCom“. Das teilte gestern der Landkreis Uelzen mit, der mit seiner Breitbandinitiative weiter eine Vorreiterrolle einnimmt.

Eine ähnliche Strategie hatte die längste Zeit auch der Landkreis Lüneburg verfolgt, bis kürzlich der Wirtschaftsausschuss des Kreistags einen anderen Kurs einschlug.
Vorbehaltlich entsprechender Fördermittel will der Landkreis Uelzen nach Durchführung einer europaweiten Bauausschreibung ab dem Jahr 2016 das Glasfasernetz in den geplanten Bereichen des Landkreises errichten lassen. Dafür würden innerhalb einer dreijährigen Bauzeit 8696 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Bei der Angabe der reinen Investitionskosten hält sich Uelzen bedeckt, um der Bauausschreibung nicht vorzugreifen. Der Landkreis Lüneburg war in einer Machbarkeitsstudie für sein Gebiet je nach Ausbauvariante von einer Summe zwischen 32,71 und 87,4 Millionen Euro ausgegangen.

Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume (l.) und LüneCom-Geschäftsführer Norbert Hill ziehen künftig an einem Strang. Foto: landkreis uelzen/nh
Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume (l.) und LüneCom-Geschäftsführer Norbert Hill ziehen künftig an einem Strang. Foto: landkreis uelzen/nh

Der Kreis Uelzen will die Kosten schrittweise über Pacht- und Nutzungsgebühren wieder einspielen. Doch das ist nicht ohne Risiko: In der Sitzungsvorlage, die sowohl den Uelzener Wirtschaftsförder- als auch den Kreisausschuss passiert hat, heißt es: „Unter ungünstigen Bedingungen könnte der Ergebnishaushalt des Landkreises über 25 Jahre durchschnittlich mit zirka 530000 Euro pro Jahr belastet werden. Aus haushalterischen Gründen ist eine öffentliche Förderung in siebenstelliger Höhe notwendig.“
Um Fördermittel kann Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume bereits Montag persönlich werben: Dann findet in Uelzen eine Ausgabe der bundesweiten Veranstaltungsreihe „Regionalkonferenz Breitbandausbau“ statt. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies und Staatssekretär Rainer Bomba aus dem Bundesverkehrsministerium tauschen sich an dem Tag mit Kreisen und Kommunen über gelungene Breitbandstrategien und Fördermöglichkeiten aus.

Doch zunächst ist bei Blume schon die Freude groß, einen Pächter für das geplante Uelzener Glasfasernetz gefunden zu haben: „Mit dem Unternehmen LüneCom haben wir einen Pächter gefunden, der hier nicht nur regional verwurzelt ist, sondern, der mit verschiedenen Projekten bereits mehrfach seine Leistungsfähigkeit nachgewiesen hat.“ So begleitet die LüneCom beispielsweise seit Jahren den Breitbandausbau in den Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Amelinghausen im Kreis Lüneburg.
Im Wettbewerb um das Uelzener Netz hat sich die LüneCom im Rahmen eines europaweit durchgeführten Ausschreibungsverfahrens gegen zunächst neun, teils namhafte Konkurrenten durchgesetzt und das wirtschaftlichste Pachtangebot abgegeben, heißt es beim Kreis Uelzen. „Bandbreiten von 50 und 100 MBit pro Sekunde sowie weit darüber hinaus sind dann keine Utopie mehr im ländlichen Raum“, sagt Norbert Hill, Geschäftsführer der LüneCom. Vielmehr sei das Glasfasernetz eine nachhaltige Investition und erlaube es, den steigenden Bedarfen gerecht zu werden.

Hingegen hat der Kreis Lüneburg zuletzt einen anderen Weg eingeschlagen, erwägt die Ausschreibung einer Wirtschaftlichkeitslücken-Förderung. Dabei würde ein privater Anbieter die unterversorgten Gebiete ausbauen. Kreis und Kommunen würden dann schätzungsweise bis zu 16 Millionen Euro Zuschuss zahlen, das Netz bliebe aber Privateigentum. Als mögliche Ausbau-Technik ist im ersten Schritt unter anderem Vectoring im Gespräch mit Geschwindigkeiten von mindestens 30 MBit pro Sekunde.

Dazu sagt LüneCom-Geschäftsführer Hill: „Vectoring ist eine schöne Brückentechnologie. Das wird aber irgendwann an seine Grenzen stoßen. Der Aufbau von Glasfasernetzen ist zunehmend die favorisierte Lösung. Umso mehr freuen wir uns, gemeinsam mit dem Kreis Uelzen so eine Lösung aktiv mitgestalten zu können.“