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Die Kurt-Löwenstein-Schule in Bleckede erreicht das gesetzliche Neubauniveau. Ein Vorzeigebeispiel sei das Gebäude dennoch nicht, sagt Detlef Beyer vom Fachdienst Gebäudewirtschaft. Die klimaschützende Holzhackschnitzelheizung verfälsche das Gesamtbild. Wir sehen durchaus Handlungsbedarf. Foto: kre
Die Kurt-Löwenstein-Schule in Bleckede erreicht das gesetzliche Neubauniveau. Ein Vorzeigebeispiel sei das Gebäude dennoch nicht, sagt Detlef Beyer vom Fachdienst Gebäudewirtschaft. Die klimaschützende Holzhackschnitzelheizung verfälsche das Gesamtbild. Wir sehen durchaus Handlungsbedarf. Foto: kre

Klimaschutz und Kostensenkung durch Energie-Analysen

emi Lüneburg. Energieeffizient sanieren und Energiekosten sparen dieses Ziel gilt auch für die kreiseigenen Gebäude und Liegenschaften. Der Landkreis Lüneburg hat im Zuge eines Klimaschutz-Teikonzeptes, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert wird, energetische Analysen mit einem detaillierten Sanierungsplan für ausgewählte Gebäudegruppen erstellen lassen. Zentrale Ergebnisse der Untersuchung stellte jetzt Jörg Freise vom „TEC Ingenieurbüro“ im Ausschuss für Hochbau und Energiesparmaßnahmen des Kreises vor.

Sein Fazit: Von den 25 begutachteten Gebäuden erreichen nur fünf das heutige gesetzliche Neubauniveau, von den restlichen 20 erreicht nicht eines das Niveau des modernisierten Altbaus. Dieses Resultat klingt verheerend, doch Detlef Beyer überraschte es nicht: „Wir haben nur die 25 Gebäude betrachten lassen, bei denen wir einen vorrangigen Handlungsbedarf sehen“, relativierte der Leiter des Fachdienstes Gebäudewirtschaft beim Landkreis Lüneburg.

Zu den fünf Liegenschaften, die das Neubauniveau erfüllen, gehören laut Wirtschaftsingenieur Jörg Freise das Gesundheitsamt, das Straßenverkehrsamt sowie die Kurt-Löwenstein-Schule in Bleckede. In den restlichen Gebäuden, von der Feuerwehrtechnischen Zentrale über die Kreisverwaltung bis hin zu den kreiseigenen Schulen, sind Energiesparmaßnahmen empfehlenswert.

Kriterien für die Entscheidung, wo, wie und wie schnell Aktionen umgesetzt werden sollen, stellte Volker Labuhn aus dem Fachdienst Gebäudewirtschaft vor. Oberste Priorität besitzen demnach energetische Verbesserungen, die sich in ohnehin anstehende Erneuerungs- und Unterhaltungsmaßnahmen einbinden lassen. Aber etwa auch geringe Investitions- und kurze Amortisationszeiten sowie die Höhe der Fördermittel spielen eine Rolle.

Jörg Freise vom „TEC Ingenieurbüro“ gab der Verwaltung vier wesentliche Optimierungsempfehlungen mit auf den Weg: Erstens: Im Rahmen des Energiedatenmanagements ermitteln, wo die Treiber sind. Zweitens: Öffentlichkeitsarbeit und Nutzermotivation durchführen. Drittens: Erneuerung der LED-Technik. Viertens: Installation von Photovoltaikanlagen, wo nötig. Wollte der Kreis alle vom Ingenieurbüro herausgearbeiteten Maßnahmen umsetzen, müsste er gut 13 Millionen Euro investieren.

Welche Schritte die Kreisverantwortlichen tatsächlich unternehmen wollen, soll in den Haushaltsberatungen im Herbst diskutiert werden. Konkrete Einzelmaßnahmen seien erst nach der Genehmigung des nächsten Haushalts, also frühestens im Sommer 2016, zu erwarten, sagte Beyer auf LZ-Nachfrage.

Das rund 38800 Euro teure Teilkonzept „Klimaschutz in den Liegenschaften des Landkreises Lüneburg“ der Eigenanteil des Kreises beträgt rund 11700 Euro soll als langfristig angelegte Entscheidungsgrundlage und als Steuerungsinstrument dienen, mit dem die Treibhausgas-Emissionen und die Energiekosten des Landkreises Lüneburg dauerhaft gesenkt werden können.

Das von Jörg Freise präsentierte Teilkonzept baut auf dem Energiebericht 2013 auf, der im April dieses Jahres erstmals vorgestellt worden war.