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Als Schulleiter der Igelschule hat Hans-Gerhard Selzer manchen Piekser abbekommen. Die Arbeit war dennoch toll. Foto: t&w
Als Schulleiter der Igelschule hat Hans-Gerhard Selzer manchen Piekser abbekommen. Die Arbeit war dennoch toll. Foto: t&w

Abschied von der Igelschule

us Lüneburg. Von dem „Irrsinn“, wie Hans-Gerhard Selzer seine Arbeit als Schulleiter bezeichnet, will er sich jetzt erst einmal erholen. 42 Jahre lang stand der gebürtige Hesse im Schuldienst des Landes Niedersachsen, zuletzt als Leiter der Lüneburger Igelschule. Nun ist das Pensionsalter erreicht, zum Ende dieses Schuljahres ist Schluss.

„Ein Leben ohne Schule ist möglich“, ist Selzer überzeugt und schiebt in Anspielung auf das Loriot-Bonmot schmunzelnd nach: „… und nicht sinnlos!“ Das sagt einer, der in seinem Leben nahezu durchgängig mit dem System Schule zu tun hatte und dabei nicht immer nur eitel Sonnenschein erfuhr. „Bis zum Abi habe ich mich irgendwie durchgemogelt“, sagt der heute 66-Jährige.

Der Abschluss reichte dennoch für ein Pädagogikstudium in Lüneburg. Die Stadt hatte Selzer bereits kurz zuvor während seiner Bundeswehrzeit in der Scharnhorst-Kaserne kennengelernt, dort, wo später dann Wissenschaft und Lehre der Leuphana Universität Panzer und Aufklärer ersetzten. In dieser Zeit lernte er auch seine Frau Ursula kennen, im damaligen „Burlala“, wie Selzer sich gern erinnert.

Seinen ersten Einsatz als Lehrer hatte Selzer 1973 auf der Volksschule XI auf dem Kreideberg, der späteren Hauptschule IV. Schon bald platzte sie aus allen Nähten, ein Teil wurde deshalb ins Gebäude des früheren Johanneums an der Haagestraße ausgesiedelt. Als die Stadt 2004 auch den Kreideberg-Teil umsiedeln wollte, ging Selzer erfolgreich dagegen an. „Ich habe kräftig mit dem Oberbürgermeister gerungen.“

Doch mit der Zusammenführung von Haupt- und Realschule war 2008 dann endgültig Schluss. „Ich habe damals schon die Zusammenlegung für einen Fehler gehalten. Die Hauptschüler waren ja damit nicht verschwunden“, sagt Selzer. Er selbst wechselte als Schulleiter an die Igelschule, die Grundschule an der Dahlenburger Landstraße. Sein besonderes Engagement galt in den letzten Jahren dem Ausbau der Schule zur Ganztagsschule, „im nächsten Jahr wird dann auch die neue Mensa fertig sein“, hofft er.

„Die Arbeit mit den Kindern und Kollegen war immer toll, eine anstrengende, aber schöne Zeit“, sagt Selzer. Seinen Kollegen wünscht er, „dass die Politik die Schulen künftig mal in Ruhe lässt. Schüler und Lehrer brauchen mehr Zeit für Muße“.