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Alarmstimmung im Theater Lüneburg: Die Brandschutzanlage ist im Theater Lüneburg veraltet, es droht die Stilllegung, wenn nicht gehandelt wird. Doch Geld dafür ist nicht in Sicht. Foto. t&w
Alarmstimmung im Theater Lüneburg: Die Brandschutzanlage ist im Theater Lüneburg veraltet, es droht die Stilllegung, wenn nicht gehandelt wird. Doch Geld dafür ist nicht in Sicht. Foto. t&w

Theater Lüneburg braucht neue Brandschutzanlage

us Lüneburg. Das Theater Lüneburg kommt aus den roten Zahlen nicht heraus. Bis 2020 wird das jährliche Defizit von 181000 Euro auf 459000 Euro anwachsen, am Ende wird ein Gesamtfehlbetrag von rund 1,6 Millionen Euro angewachsen sein. Wie das Loch gestopft werden soll, ist weiterhin offen. Im jüngsten Wirtschaftsausschuss machte jetzt das Wort „Sanierungskonzept“ die Runde. Zugleich wurde deutlich, dass die frisch vorgelegten Zahlen für die mittelfristige Finanzplanung, die den Ausschussmitgliedern vorgelegt wurde, bereits Makulatur sind. Grund ist eine veraltete Brandschutzanlage, wie jetzt bekannt wurde.

„Wichtige Ersatzteile, die wir für die Brandschutztechnik im Theater benötigen, sind leider nicht mehr erhältlich“, erklärt Volker Degen-Feldmann, Verwaltungsdirektor am Theater Lüneburg. Was harmlos klingt, könnte fatale Folgen haben: Denn eine nicht ordnungsgemäß funktionierende Brandschutzanlage könnte zur Stilllegung des Theaterbetriebs führen. „Wir müssen deshalb reagieren“, sagt Degen-Feldmann. Mit anderen Worten: Um eine neue Anlage kommt das Theater wohl nicht herum.

Wie sehr das Thema drängt, wurde zu Beginn dieser Woche deutlich: Am Montag kam der Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung zusammen, um über ein neues Brandschutzkonzept zu beraten und daraus resultierende Kosten zu sprechen. Nach LZ-Informationen steht ein Betrag von rund 750000 Euro im Raum, der aber von der Theater-Leitung nicht bestätigt wurde. Degen-Feldmann machte aber klar: „Die Kosten werden wir nicht aus dem laufenden Budget finanzieren können.“

Dass den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses am Mittwoch neben dem aktuellen Wirtschaftsplan 2015/16 auch die mittelfristige Finanzplanung bis 2020 vorgelegt wurde, darin aber die zusätzlichen Belastungen gar nicht enthalten sind, sorgte zumindest bei der CDU-Fraktion für Unverständnis. „Es ist schwierig, jetzt einen Beschluss zu fassen, wenn klar ist, dass diese Zahlen nicht aktuell sind“, machte CDU-Fraktionschef Niels Webersinn deutlich. Über die mittelfristige Finanzplanung werde gar nicht abgestimmt, entgegnete Eugen Srugis (SPD), „beschlossen wird lediglich der Wirtschaftsplan 2015/16. Die Finanzplanung nehmen wir nur zur Kenntnis“.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge räumte indes ein, dass für den Brandschutz ein höherer Betrag als geplant im nächsten Finanzplan abgebildet werden müsse, der im Herbst vorgelegt werden soll. „Es wird ein Betrag unter einer Million Euro sein“, sagte Mädge. Wie die höheren Aufwendungen ausgeglichen werden sollen, soll in einem Finanzierungskonzept dargestellt werden, wie Volker Degen-Feldmann ergänzte. „Dazu haben wir verschiedene Ideen, die sind aber noch nicht spruchreif.“

Als „Dilemma“ bezeichnete Webersinn die finanzielle Situation des Theaters, die ohne ein Sanierungskonzept nicht gemeistert werden könne. „Wir haben kein Dilemma“, hielt Mädge dagegen. Er sei im Gespräch mit der Landesregierung, um die „Altlasten der letzten zehn Jahre abzuarbeiten“. Bekanntlich hatte das Land seine Zuschüsse für die niedersächsischen Theater auf dem Stand von 2005 eingefroren, lediglich im vergangenen Jahr gab es einmalig 400000 Euro, davon 43000 Euro für Lüneburg.

Wie die Stadt das hohe Defizit ohne ein entsprechendes Sanierungskonzept ausgleichen wolle, sei ihm unklar, sagt Webersinn. Die Stadt müsse eine Lösung präsentieren. „Das werden wir auch“, sagte Mädge. Am Ende stimmte der Ausschuss dem Wirtschaftsplan 2015/16 einstimmig zu.

6 Kommentare

  1. Wo ist das Problem? Einfach die bewährte Methode des Sportplatzgeländes Wilschenbruch übernehmen: Theater abreißen, Bauland mit wenig Auflagen daraus machen und an gut betuchte Mitbürger teuer verkaufen. Der Widerstand wird noch geringer als im Wilschenbruch sein, da die Anzahl der Besucher und Schauspieler deutlich geringer ist als die Zahl der Sportler und Besucher der Sportanlagen im Wilschenbruch, darüber hinaus sollen diese noch deutlich kultivierter sein. Außerdem kann man den Theaternutzern sehr gute Ausweichmöglichkeiten bieten: z.B. das Theater an der Ilmenau in der Nachbarstadt Uelzen, oder den Saal einer der vielen Landgasthöfe in der Nähe, die sich über zusätzliches Geschäft sehr freuen würden oder bei gutem Wetter gar die Bühne im Kurpark in herrlicher Umgebung mit ausreichender Bestuhlung. Dauerkarten Besitzer könnten auch beim Bauland als kompensation vorrangig bedient werden.
    Ein weiterer Nutzen wäre, das dann ausreichend Geld im Stadthaushalt zur Verfügung stünde mit dem man problemlos ein für die Stadt angemessenes Sportgelände nebst Halle bauen könnte. Dieses würde Hunderten Kindern und Erwachsenen Sportlern dienen und tausende Besucher anziehen. Außerdem könnte der Sport mit seinen tollen Eigenschaften der Integration dienen und genutzt werden um spielerisch ein zusammenwachsen und eine sportliche Willkommenskultur zu etablieren. (Bisher hält sich das Interessse der Neubürger an deutscher Theaterkultur und somit die Integrationsleistung des Theaters sehr in Grenzen. Da wird in jedem Kreisligaspiel mehr geleistet).
    Wie Sie sehen entstehen durch diese Überlegungen nur Vorteile. Kleiner Vermeidlicher Nachteil ist, dass die neue Hauptspielstätte in Uelzen 40 km entfernt ist aber auch das ist kein Problem, da die Theaterbesucher in der Regel stark motorisiert sind und darüber hinaus eine direkte Bahnverbindung besteht. Außerdem können Fahrgemeinschaften und Bustouren organisiert werden und auswärtige Besucher aus dem Raum Uelzen, hätten in Zukunft gar eine kürzere Anfahrt. Also liebe Mitbürger, neue Ideen braucht das Land und eine Bitte an einflussreiche engagierte und fähige Personen, treiben Sie diese Idee voran, meine Unterstützung habt ihr.

    • Herr Bruns hätte seine Freude an dieser prächtigen Idee von oben nach unten zu verteilen, ich befürchte aber, dass die hiesigen Theater Besucher mehr politischen Einfluss haben als unsere Ehrenamtlichen Sportsfreunde. Außerdem sind viele Sportler ja noch Kinder und haben keine Wählerstimme, die sollen sich mal schön auf der Straße bewegen.

      • Klaus, meine freude ist immer relativ. ihre befürchtungen muss ich leider bestätigen.

    • Gute Idee, das sollten Sie mal Herrn Mädge vortragen. Seit Jahren hat die Stadt Lüneburg für den Sport nichts übrig obwohl dieser für die Menschen soviel leistet und darüber hinaus noch gesund ist und Menschen zusammen bringt. Gerade für Kinder ist das Wichtig, wo sie doch heute vielfach Einzelkinder sind und viel vorm Computer hocken und nur selten die Gelegenheit ergreifen sich mal zu verausgaben. Viele sind doch schon schlapp, wenn sie mal im Garten mit anpacken sollen. Meine Enkel waren tot traurig als ihnen der Sportplatz unterm Hintern weg verkauft wurde, anstatt es im Naturschutz zu belassen und damit zu retten.
      Ich weiß auch gar nicht warum die Politik jetzt solange braucht um einen neuen Sportplatz auf den Weg zu bringen. Die Möglichkeiten liegen doch alle auf dem Tisch und es ist für Herrn Mädge mit einem Blick auf die Landkarte doch sicher schnell zu entscheiden wo es am besten geht. seit der Erklärung zum Bauland sind schon viele Jahre vergangen, da kommt es einem mittlerweile vor als ob bisher nur Däumchen gedreht wurden. Ist das keine Chefsache?

  2. Kein Wunder bei solch einer Misswirtschaft. Da wird jetzt erstmal eine teure Klimaanlage ins Theater eingebaut und dann wird die komplette Bestuhlung aus Geschmacksgründen rausgeschmissen und neue eingebaut und dann kommt das beste: nach all den Maßnahmen wird überlegt wie das bezahlt wird? Jeder Immobilienbesitzer und jedes Unternehmen bildet Rücklagen für solche Maßnahmen.

    • bernd, stühle aus kunststoff können hervorragende fackeln sein. ob sich in dieser hinsicht jemand da gedanken macht? ich befürchte , es wird gemeinsam geschlafen, wer will beim schlaf schon einsam sein?