Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Wegen des Erzieherstreiks im Frühjahr erhalten Barumer Eltern einen Teil ihrer Gebühren jetzt zurück. Foto: A/t&w
Wegen des Erzieherstreiks im Frühjahr erhalten Barumer Eltern einen Teil ihrer Gebühren jetzt zurück. Foto: A/t&w

Betriebsferien fallen aus

dth Barum. Eltern in der Gemeinde Barum dürfen sich freuen: Als Konsequenz aus dem vierwöchigen Kita-Streik im Mai will die Gemeinde jetzt nicht nur die Kindergartengebühren zurückzahlen, sondern den Kindergarten auch in den Sommerferien durchgehend öffnen. Das hat der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Donnerstagabend in den Räumen des Golfclubs St. Dionys beschlossen. Zudem bot der Rat dem Architekten Udo Barth die Gelegenheit, öffentlich über den aktuellen Stand seiner Idee von der Entwicklung eines Golfressorts St. Dionys zu sprechen, auch mit Blick auf die kürzlich niedergebrannte Zehnscheune. Etwas Wasser in den Wein goss allerdings Alwin Scholze vom Golf-Club St. Dionys, der Vereinsvorstand habe derzeit kein Interesse an einer Golfplatz-Erweiterung, wie sie von Barth angeregt wird.

Die Verlierer des zurückliegenden Kita-Streiks seien die Gemeinde und die Eltern, sagte Barums ehrenamtlicher Bürgermeister Torsten Rödenbeck. Angesichts der sich abzeichnenden Tariferhöhung müssten Kommune und Eltern die zusätzlichen Kosten tragen. Rödenbeck: „Wir müssen bald über die Gebührensatzung sprechen und einen Kostenteil leider auch an die Eltern weitergeben.“ Doch zunächst gibt es Geld für die Eltern zurück.

Als ebenfalls betroffener Familienvater hielt sich Bürgermeister Rödenbeck aus der Ratsdebatte und der Abstimmung heraus, ebenso sein CDU-Fraktionskollege Markus Grube. Joachim Päper (SPD), stellvertretender Bürgermeister, stellte klar: „Wir sind rechtlich nicht verpflichtet, Gebühren wegen des Streiks zurückzuzahlen.“ Es handele sich um eine freiwillige Maßnahme der Gemeinde. Die Rückerstattung richte sich nach dem individuellen Gebührensatz und inwieweit Eltern die Notbetreuung in Anspruch genommen haben.
Während des vierwöchigen Streiks hatte Barum mit der Gewerkschaft eine 14-tägige Notbetreuung mit zwölf Plätzen ausgehandelt bei einem Kindergarten mit rund 60 Plätzen. Päper: „Dabei haben wir uns als Gegenleistung verpflichten müssen, die Hälfte der eingesparten Personalkosten für die gesamte Streikdauer in den Kindergarten zu reinvestieren.“ Und weil viele Eltern ihren Jahresurlaub nehmen mussten, um ihre Kinder selbst zu betreuen, gibt es eine zweite Maßnahme.

Päper sagt: „Der Kindergarten wird auch während der Sommerferien durchgehend geöffnet bleiben.“ Die Kindergarten-Angestellten sollen ihren Urlaub über das Jahr verteilt nehmen und die Gemeinde kümmert sich um Vertretungen, wodurch weitere Personalkosten entstehen. Päper: „Wenn sich die durchgehende Öffnungszeit bewährt, könnte das ein Modell für die nächsten Jahre werden.“

Kein Modell für die Golfplatz-Erweiterung in St. Dionys um neun Löcher sieht derzeit Golf-Club-Geschäftsführer Dr. Alwin Scholze in den Resortplänen von Udo Barth, auch wenn er grundsätzlich die Idee zur Wiederbelebung des Dorfes begrüße. Scholze bedauerte zudem, von den Plänen erst aus der Presse erfahren zu haben.

Aus Barths Sicht sei eine Entscheidung, ob eine Platzerweiterung sinnvoll sei oder nicht, erst dann zu treffen, wenn die anderen Module stehen. Zentral seien dabei das ehemalige Gasthaus Fehlhaber sowie das Haupthaus des Heidedorfes. Barth befinde sich noch in Verhandlungen mit den Eigentümern. Mit dem Eigentümer der niedergebrannten Zehntscheune habe er sich indes nicht einigen können. Bürgermeister Rödenbeck sagte: „Herr Barth, geben Sie Gas!“ Und: „Sie sind der richtige Mann an der richtigen Stelle.“

One comment

  1. Eine wundervolle Idee, den Kindergarten während der Schulferien offen zu halten. Damit wird berufstätigen Eltern sehr geholfen. Sicher wird es auch möglich sein, dass einzelne Erzieherinnen trotzdem in den Ferien Urlaub nehmen könnten, da erfahrungsgemäß dann kleinere Gruppen verbleiben- Kinder mit schulpflichtigen Geschwistern werden meist nicht in den KiGa gebracht während der Ferien.
    Gerade für Alleinerziehende eine unglaubliche Unterstützung. Bitte gerne auch in den kommenden Jahren!