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Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt wird vor der Kreisstagssitzung zur Elbbrücke von aufgebrachten Demonstranten aufgehalten. Foto: jj
Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt wird vor der Kreisstagssitzung zur Elbbrücke von aufgebrachten Demonstranten aufgehalten. Foto: jj

Kreistag beschließt endgültiges Aus für die Elbbrücke Neu Darchau

lz Lüneburg. Landrat Manfred Nahrstedt ist umzingelt. Der Sozialdemokrat steht Montagmittag vor der Lüneburger Ritterakademie, umringt von Demonstranten, Plakaten und Kameras. In wenigen Augenblicken will er mit seiner rot-grünen Kreistagsmehrheit die Elbbrücke Neu Darchau zu Grabe tragen. Doch erstmal stoppt ihn die aufgebrachte Menge von Brücken-Befürwortern, die ihm Wahlbetrug und mangelndes Engagement an den Kopf knallen.

Nahrstedt fühlt sich sichtlich unwohl. Aber er nimmt wenigstens nicht den Hintereingang und zittert sich in seine Verteidigung, seine Stimme wird fester. Das provoziert allerdings noch mehr Zwischenrufe.

Doch weder Protestplakate noch ein neues Brückenlied des Chors aus dem Förderverein helfen, noch die emotionalen Bürgeranfragen vor der Sitzung, alle zu Brücke, noch die Frage, ob der Kreis nun gegen eine Mehrheit bei der Bürgerbefragung zur Querung handelt, noch der Antrag der CDU-Fraktion, den ganzen Punkt Brücke von der Tagesordnung zu streichen, weil Informationen ausstehen: Rot-Grün beendet die Planung. Die geplante Brücke wird zu teuer. Für das Aus stimmten nach dreistündiger teils hitziger Debatte 32 Kreistagsmitglieder, dagegen 24. Es war eine namentliche Abstimmung.

Die Kosten sollen sich auf 58 Millionen Euro belaufen. Der Landkreis Lüneburg hätte einen Eigenanteil von 22,25 Millionen Euro übernehmen müssen. Und bei 10 Millionen wollte er die Reißleine ziehen. Bislang lag die Schätzung bei 45 Millionen Euro, das entsprach einem Eigenanteil von 9,25 Millionen Euro.

Vor allem die Baukosten sind laut Kostenermittlung, die jetzt auch dem Kreisstagsbeschluss zugrunde liegen, in den letzten Jahren um rund zehn Prozent gestiegen.

Ende 2014 hatte der Landkreis Lüneburg das Ingenieurbüro mit der Kostenermittlung beauftragt. „Die Kostenermittlung durch das Ingenieurbüro beruht auf einer fundierten Nachberechnung, die dem Niveau einer Kostenschätzung nahe kommt“, sagte der Erste Kreisrat Krumböhmer vor kurzem, „eine weiter gehende Kostenschätzung hätte deutlich höhere Planungskosten verursacht. Das vorliegende Ergebnis ist durchaus fundiert und belastbar.“

Im Kreistag wurden gestern noch einmal die Klingen gekreuzt, altbekannte Argumente für und gegen die Brücke ausgetauscht. Und es ging hoch her. Dem CDU-Fraktionschef Alexander Blume wurde, weil er die Redezeit überschritt, sogar das Mikro abgestellt. Er schrie in den Saal: „Wir kämpfen weiter.“

Am Ende aber stand das Aus.

Stimmen und Reaktionen morgen in der LZ

 

 

Chronologie

Januar 1991: Die Landkreise Lüchow-Dannenberg und Hagenow sowie die Bürgermeister beidseits der Elbe und die Stadt Lüneburg machen sich für eine Elbbrücke stark.

Mai 2001: Der Lüneburger Kreistag beschließt gegen die Stimmen der Grünen den Brückenbau.

Mai 2005: Der Kreis erlässt den Planfeststellungsbeschluss für die Elbbrücke.

März 2006: Das Verwaltungericht Lüneburg legt die Pläne auf Eis, da der Kreis eine Landesstraße ohne ausreichende rechtliche Grundlage beplant.

Juni 2007: Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg kippt den Planfeststellungsbeschluss endgültig.

Januar 2009: Neustart – die Kreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg unterzeichnen den Brückenvertrag.

Januar 2013: Bürgerbefragung zur Elbbrücke.

April 2015: Das vom Kreis beauftragte Hamburger Planungsbüro legt eine aktualisierte Kostenermittlung vor: Demnach steigen die Kosten von 45 auf 58 Millionen Euro.

29 Kommentare

  1. tja, politik ist kein zuckerschlecken. so mancher glaubt es aber. wenn man in der politik die gleichen fehler macht, wie in der wirtschaft, bedeutet dieses für alle steuererhöhungen. und wer will die? für jede milchkanne eine brücke?

    • @ Bruns:
      In der Wirtschaft wäre nach dem zweiten finanziell kostspieligem Fehlschuss das Arbeitsvethältniss beendet!
      In der Politik gleicht der Steuerzahler die „kleinen Fehlentscheidungen“ aus.

      Und die Pension und das Büro mit allen zusätzlichen Entgelten wird auch nicht gestrichen. Da kann der Bund der Steuerzahler ein Liedchen trällern.

      Naja,die paar Hunderte Millionen vom arbeitenden Bürger sind ja nur Peanuts! Und wer fleissig arbeitet, zu Demonstrationen in die Türkei fliegt und Pädophile nicht herauswirft, die Bücher wie „Der grosse Basar“ schreiben und solche Personen noch nach Brüssel ins EU Parlament entsendet, hat sogar noch Stimmenanteile des Bürgers. Traurig ,aber wahr.

      • “Sehr geehrter Herr Thomas M.! Ich muss ehrlich sagen, dass mich Ihr Brief tief getroffen hat. Sie gehen von der Annahme aus, dass ich in irgendeiner Weise sexuellen Missbrauch an Kindern begangen habe und Sie formulieren diesen ungeheuerlichen Vorwurf öffentlich ohne Fragezeichen. Das empört mich zutiefst, da ein solcher sexueller Missbrauch niemals stattgefunden hat. Vor 40 Jahren, als wir über Kindersexualität diskutierten, war uns und der Gesellschaft das Problem nicht bewusst. Wir stellten uns die Frage, wie kann ein Erzieher, wie können Eltern der kindlichen Sexualität und der kindlichen Neugier nicht-repressiv begegnen, ihre Autonomiewünsche ernst nehmen. Die Gesellschaft der 60er und 70er Jahre, in der wir lebten, wurde unserer Meinung nach diesen Bedürfnissen nicht gerecht. Bei Diskussionen in Wohngemeinschaften, in den Kinderläden und in der Öffentlichkeit versuchten wir, in einem kollektiven Diskurs eine neue Sexualmoral zu definieren. In diesem Zusammenhang muss man meine ich-bezogene Selbstreflexion im “Großen Basar” verstehen. Ich fasse unzählige Debatten zusammen, will zuspitzen und provozieren. Ich vermische Gespräche und offene Fragen zu einer persönlichen Position. Dabei will ich – und das kann man mir sicher vorwerfen – mich als Tabubrecher profilieren. Einige Zeilen dieser Reflexion sind, heute gelesen, unerträglich und falsch. Hätten wir damals mehr über sexuellen Missbrauch gewusst, hätte ich sie nicht geschrieben. Sehr geehrter Herr Thomas M., ich hoffe, dass Sie mir glauben. Meine Antwort und Betroffenheit heute sind nicht kokett, sondern ich versuche ehrlich, mich einer legitimen Kritik zu stellen. Der Ton Ihres Briefes hat mich befremdet, so dass ich ihn an einige Eltern der Kinder aus dem besagten Kinderladen weitergegeben habe. Sie wollen ihrerseits Ihnen als Antwort auch einen offenen Brief schreiben. Er wird Ihnen in den nächsten Tagen zugehen. Mit freundlichen Grüßen, Daniel.”

        • Auch wenn Sie das gesamte „Anschreiben“ in Gänsefüßchen setzen, wird immer noch kein korrektes Zitat daraus. Sie sind nicht der Daniel, der Sie vorgeben zu sein, sondern verwursten hier in unredlicher Manier Wikipediazitate. Können oder wollen Sie nicht anders ? Oder ist das ein Rückfall in finsterste Zeiten dieser Kommentarspalte, als Witzbolde feuchte Träume bekamen, wenn andere sich über solche dummen Fakes echauffierten.

          • Sehen Sie, wenn ich auf Ihre deplazierten (Neudeutsch: deplatzierten) Anspielungen (Denn wo ist der Zusammenhang zwischen Brückenliebhaber und Kinderfreund?) mit einem 2001 veröffentlichten und minimal angepassten Text antworte (Quelle: http://www.bz-berlin.de/artikel-archiv/die-kinkel-cohn-bendit-kontroverse), mache ich doch nichts grundsätzlich Anderes als Sie selbst. Wir beide spulen ab, was andere formuliert haben. Der Unterschied ist nur, dass Sie irgendwo aufgeschnappte, Sie und Ihre bequemen Vorurteile bestätigende Phrasen wiederkäuen, ohne es zu bemerken, während ich immerhin „Gänsefüßchen“ verwende und ein keineswegs „dummes“ Fake bewusst einsetze, um Ihnen und Ihresgleichen die Einsicht zu ermöglichen, das 90 Prozent „Ihrer“ Überzeugungen von anderen stammen und nur durch Ihren Kopf hindurchgesprochen werden — etwa wie durch einen mobilen, dezentralen Wandler, der elektrische Signale in mechanische Schwingungen (Schall) überträgt.

            Mit freundlichen Grüßen, „Daniel“

          • Und Sie,lieber „Daniel“, bestehen zu 75% aus Viren- DNA, es ist also eine völlige Selbstüberschätzung, überhaupt an eine selbstgesteuerte Existenz des Menschen zu glauben. Zu Ihrem ach so kreativem Fake: Sie konnten doch hier im Forum sehen,dass Ihnen einige Mitkommentatoren auf den Leim gegangen sind. Das war beabsichtigt und mag Sie erfreuen, hat aber Pennäler-Niveau. Wenn Sie schon so schwach besaitet sind und zu 99 % zitieren müssen, ist das elend genug. Aber mit den restlichen 1% eine Lüge aufzubauen, verbietet sich.

          • Lieber Thomas M.

            Das ist jetzt aber reichlich konfuses Zeug, das Sie da vortragen. Wenn es keine „selbst gesteuerten Existenzen“ gibt, eifern (oder „kommunizieren“) hier wohl zufällig entstandene Computerprogramme miteinander? Allerdings, schon bei Ihrem ersten Post, in dem Sie überraschend Ponto- und Pädophilie zusammenbrachten, hatte ich Zweifel, ob Sie Ihren eigenen Wirrwarr selbst begreifen. Darum habe ich versucht, mir Ihre Einlassungen einmal ins Deutsche zu übersetzen. Ist es ungefähr das Folgende, das Sie sagen wollten? „Vorweg: Ich bin nicht rassistisch! Jeder Zeitgenosse ist mir gleich lieb, unbesehen von Herkunft, Aussehen, Sprache oder noch so exotischen Gewohnheiten. Neulich im Bus zwängte sich zum Beispiel so ein korpulenter Reppenstedter auf den Sitzplatz neben mir, obwohl in den Reihen hinter uns alles frei war. Nun, dachte ich bei mir, schaut halt auch gern durch die große Scheibe oder ist das aus seiner Heimat so gewöhnt. Allein Bus fahren in einer Metropole wie Lüneburg hat ja doch mitunter etwas Beängstigendes. Störte ja auch nicht weiter; der mehr Breite als Große bemühte sich auch, mich nicht mehr als nötig zu bedrängen. Und das, obschon er sich unablässig mit beiden Händen laut rasselnd über Stirn und Gesicht strich, hernach den Kopf heftig schüttelte, um dann erst seine Handflächen und anschließend die Finger eingehend zu betrachten. Einmal, dreimal, unablässig. In dieser Abfolge; schaben, schütteln, inspizieren. Wird wohl ein Tic sein, der ihn sicher mehr stört als mich, oder gar ein mir unbekanntes Gebetsritual. Ich bin ja so unwissend in dieser Richtung, kam daher nicht umhin, den Trumm von einem Kerl, der mir da auf die Pelle rückte, verstohlen und neugierig auf weitere Absonderlichkeiten hin zu erforschen. Alles, soweit sichtbar, erschien mir normal, nichts bot einen ungewöhnlichen oder gar verstörenden Anblick – bis auf die Fingernägel. Ich will ja nicht schlecht von meinen Mitmenschen denken, aber: die waren wirklich schwarz.“

            Mit freundlichen Grüßen, „Daniel“

          • Lieber „Daniel“, ich besuche seit vielen Jahren einen Stammtisch in einem nahegelegenen Wirtshaus und bin dort ein durchaus gern gesehener Gast. Leider bin ich jedoch den dort stattfindenden aggressiven und gereizten Diskussionen nicht immergewachsen. Zur Vorbereitung gehe ich neuerdings vorher schon in eine kleine Stehkneipe und trinke mir etwas Wut an.

            Halte ich für eine sinnvolle Maßnahme, sollten Sie auch mal probieren.

  2. Immerhin, die Nase und die toupierten Haare sitzen wieder tadellos im Antlitz des landrätlichen Ehrenmannes, wie das schöne Foto oben beweist.

    „Nahrstedt fühlte sich sichtlich unwohl und zitterte sich in seine Verteidigung“? Na, dass er kein großer Redner ist und mit dem korrekten Gebrauch der deutschen Sprache so seine liebe Mühe hat, war ja bekannt. Aber ein derart hilfloses Gewürge wie auf dem Video? Kein Wunder, wenn „Eckhard ohne Land“ feixend das Schauspiel genießt und Oberuli herbeieilt, um seinem stammelnden Kümmerbruder zu sekundieren.

    Wer Manfred, den aufrichtigen und über den unbedingten Wert der elbquerenden Vereinigungsnotwendigkeit mit seinen Neubürgern vorbehaltlos übereinstimmenden Befürworter der „Brücke der Herzen“ noch einmal strahlen sehen möchte, der schaue hier: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/59985-streit-um-richtige-wortwahl

    Wer ihn die Einheit der Region, Europas und der ganzen weiten Welt in Neuhaus feiern sehen möchte, klicke hier: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/199213-landkreis-feiert-25-jahre-deutsche-einheit

    „Unterm Strich wurden, und das ist der Subtext, mehr als eine Million Euro verfeuert, um die Nicht-Machbarkeit der Brücke zu beweisen. Macht nichts, zahlen die Bürger, auch die, die sich wider besseren Wissens auf Politikerworte verlassen haben.“ (Aus: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/239294-ueber-diese-bruecke-wirst-du-nicht-gehen)

  3. @ Thomas M.

    Darüber hätte ich gern mehr gewusst.

    wo kann ich entsprechendes finden?

  4. Nein – Klaus, keine Banditen – obwohl…

    Es handelt sich offensichtlich um einen persönlichen Brief des Daniel Cohn-Bendit, in welchem er sein Handeln – beschrieben eben unter anderem auch in diesem Buch – zu relativieren versucht.
    „war uns und der Gesellschaft das Problem nicht bewusst“- was für ein Blödsinn !

    Diese Sache interessiert mich besonders, da die „Grünen“ ihre eigenen Affären nicht so gern diskutieren wie die der anderen.
    Als es gegen die katholische Kirche ging, waren sie an vorderster Front.
    Jetzt in eigener Sache wird versucht zu relativieren – wir haben es ja nur gut gemeint – oder man taucht einfach ab.

    Es interessiert mich, wie es zu diesem Brief kam.

    • war uns und der Gesellschaft das Problem nicht bewusst“- was für ein Blödsinn !
      stimmt, ausreden sind aber eben menschlich.

  5. jetzt habe ich doch tatsächlich bandit geschrieben, anstatt bendit. ob da ein hintergedanke eine rolle spielte? man weiß es nicht.

  6. Nahrstedt ist bei größeren Projekten überfordert. Dem sollte ein Projektmanager an die Seite gestellt werden. Sonst geht das mit dem Sportpark auch noch schief.

    • Klaus, ich würde Nahrstedt gar nicht soviel in die schuhe schieben. wer will denn diesen politikern was unterjubeln? es wird mir zuwenig von der verantwortung der wirtschaft gesprochen. wer versucht denn da geschäfte anzuzetteln? der Politiker? oder die Wirtschaft?

      • In diesem Fall wollten die Bürger ein Projekt oder wie Sie es sagen ein Geschäft, nämlich den Brückenbau, anschieben.

  7. Die Brücke ist für die Zukunft vom Amt Neuhaus extrem wichtig, wichtiger für die Bürger als die Klimaanlage, neue Stühle usw. im Theater Lüneburg und auch wichtiger als dieser neue Museumsklotz, in dem nur Schulklassen durchgepeitscht werden, um auf ein paar Besucher zu kommen. Ich bin tief enttäuscht von Nahrstedt und seinen Genossen. Für aller Herren Länder dieser Welt wird Geld losgeeist, aber die eigenen Bürgerinteressen werden mit Füßen getreten. Pfui.

    • Frank , brücken sind dazu da , hindernisse zu überqueren. welches hindernis hat neuhaus? verhungert dort jemand? oder ist die enttäuschung nach kohls versprechen, kostenlos blühende landschaften zu basteln zu groß?

      • Welche Hindernisse überqueren Brücken in die Gesellschaft? Auch die der Monotonie und Langeweile? Fragen Sie mal Björn Adam. Um mir die Aufenthalte im heimischen Café Quilt (mit Seifen aus der Rüganer Seifensiederei Anke Brüdgam) oder im Café (mit Bierstube) „Carrenziener Hof“ halbwegs erträglich zu gestalten, stelle ich mir gern vor, alle anderen mir unbekannten Anwesenden seien hochintelligente Wissenschaftler, Mediziner, Nobelpreisträger, Literaten und Intellektuelle aus Reppenstedt oder Mitarbeiter der Leuphana. An manchen Nachmittagen gelingt den Anwesenden diese Täuschung derart überzeugend, daß ich empört aufspringe und schimpfend das Café verlasse: Ja, haben die denn alle nichts Besseres zu tun?!

        • sind denn so viele, für sie unbekannte, in neuhaus zu sehen?

          • Nee, leider nicht. Das ist ja ein Teil des Elends. Außer Moped-Dietmar, der Hildegard ihr´n „goldenen Stern“ von jeden zweiten Mittwochabend, und dem rotbärtig käsigen Dauerwohnmobilholländer von dem Gerhard seinen Campingplatz hinten anne Dorfstraße raus, gibt’s hier keine Fremden. Die muß ich mir auch noch jeden Tag aufs Neue einbilden, so daß mein Gemecker beim Rausschlurfen schon anfängt, n´komisches Licht auf mich selbst anstatt auf die akademischen Nichtstuer und sahnetortenfutternden Kaffeebudenliteraten zu werfen. Vielleicht kann das Amt aber bald durch Mitleidheischen bei Sommergästen (und – klaro – Bettensteuer) punkten, was meinen Sie? Die Geschichte lehrt, daß nach schweren Beben, Tsunamis und Vulkanausbrüchen die Solidarität und Sympathie der internationalen Völkergemeinschaft gewiß ist. Leider ist Neuhaus geologisch relativ stabil, daher sollte vielleicht mit exzessivem hochgiftigem Fracking und extratiefen Geothermiebohrungen ein wenig nachgeholfen und für Aufmerksamkeit gesorgt werden. Wenn auch das nichts nützt, bleibt immer noch die Bewerbung als nukleare Endlagerstätte bei Eckhard Pols oder die alljährliche Wiederwahl von Manfred Nahrstedt zur östlichsten Rosenbrückenkönigin des Landkreises.

          • @@ Klaus Bruns

            Gehen Sie trotzdem weiterhin jeden Tag ins Café ! Am Ball bleiben ! Auch in Neuhaus gilt: Beständigkeit zahlt sich aus. Neulich hat es sich ja auch zum ersten Mal gelohnt, daß ich beim Auspacken von Briefumschlägen immer dreimal nachschaue, ob ich auch wirklich alles rausgefischt habe. Da war ein Blatt Papier am Klebestreifen hängengeblieben und wäre fast übersehen worden. Nur weil du neurotisch bist, heißt das nämlich noch lange nicht, daß es keinen Grund zur Hysterie gibt!

            MfG, Konstanze

  8. Neu Darchau? Deutschland! Früher: kranker Mann. Stagnation, Rezession, fünf Millionen Arbeitslose, Tendenz steigend.

    Agiert, reagiert, reformiert. Heute: stark. Deutsches Jahrzehnt in Europa. Gut, sehr gut – zu gut. Zukunft: schwierig. Ältestes Volk der Welt. Amerikaner jünger, Türken jünger, andere Europäer jünger.

    Asien. Dynamik enorm. Deutsche? Rente mit 63, Mindestrente, Mütterrente, Wellness, Jacuzzi.

    Anteil Weltbevölkerung: ein Prozent. Ganz wichtig: Europa. Notwendige Betriebsgröße. Eine Stimme, ein Gewicht, eine Politik. Nicht „Divide et impera“. Sonst alles Washington, D.C., Beijing. Bei allem Respekt.

    Export S-Klasse: ja. Aber auch Werte. Warum? Krisen, Konflikte, Terror. Middle East, Gaza. IS ante portas.

    Griechenland. Hans-Werner Sinn. Gute Argumente. Grexit: keine Lösung. Somalia in Europa.

    Arroganz? Ganz falsch. Solidarität, Reformbereitschaft, Partnerschaft. Lackmustest. Griechenland. Deutschland. Europa. Herzlichen Dank!

  9. Daniel Schubert, konfus? nein, hier meint nur jemand die zwänge, die es in einer gesellschaft gibt. die hat mit werte und logik noch nie etwas zu tun gehabt. liebe grüße von klaus bruns

    • Daniel Schubert

      Sie haben ja ein Gedächtnis wie ein Elefant, Klaus. Mir ist einfach nicht klar, was der Große Basar in Istanbul und die verkommenen Hosentürphantasien von Dany le Rouge mit der von Manfred Nahrstedt jahrelang vollmundig versprochenen Elbquerung ins Amt Neuhaus zu tun haben. Außerdem glaube ich nicht, dass unsere lieben LZ-„Mitkommentatoren“ so blöde sind, wie Thomas M. sie offensichtlich gerne hätte, um sich als verkniffen heldenhafter Pedant der reinen nordostniedersächsischen Leserbriefschreibelehre immer mal wieder schützend vor sie werfen zu können, während er sein bewunderndes Millionenpublikum staunend den Atem anhalten wähnt.

      • Daniel, na ja, bei der brücke wurde doch jetzt von der politik auch die hose runtergelassen und was ist zu sehen? es ist nicht schön. und so ein brückenfest hat doch auch viel ähnlichkeit mit einem basar, oder? lol

  10. LZ-Sommer-Talk

    Prominente über ihre Urlaubspläne

    Cem Özdemir: „Ach, was den Urlaub angeht, bin ich noch unentschlossen. Das entscheide ich spontan, ganz relaxed. Vielleicht geht’s wieder nach Amsterdam, Jamaica, oder Colorado… Ansonsten findet sich sicher auch im Görli immer noch ’ne nette Ecke zum ‚Chillen‘, wenn Sie wissen, was ich meine, hehe, verstehen Sie? Hehe… Aber schreiben Sie das nicht!“

    Joachim Gauck: „Ich fahr nach Bautzen. Das ist ein so wahnsinnig geschichtsträchtiger Ort. Wenn man sich ansieht, was dort einmal alles Schreckliches geschehen ist, an Verbrechen, Ungerechtigkeit und Leid, und wie frei und verantwortungsvoll wir hingegen heute leben, einfach geil!“

    Ursula von der Leyen: „Ich hab mich bei so einem Portal angemeldet – Feldbett-Surfing. Da kommt man gut rum, lernt Leute kennen, und billig ist das ganze auch noch. So richtig rustikal. Nur ich, mein Rucksack und mein G36.“

    Oskar Lafontaine: „Wir reisen wie jedes Jahr ins 17. Bundesland, nach Gaza. Mal wieder in der knallenden Sonne liegen und weit weg vom westlichen Trubel entspannen, sich besinnen, einfach authentisch leben. Da gibt es dann auch keine Imperialistenbrause und den ganzen US-Mist.“

    Andrea Nahles: „Im Urlaub brauche ich vor allem Action und Bewegung. Ein bißchen Nervenkitzel. Da leb ich mich aus, das ist in gewisser Weise mein Gegenprogramm zum ständigen Sitzen und Blödsinnreden im Plenarsaal. Darum gehe ich diesen Sommer mit ein paar Freunden auf große Deutschland-Tour. Wir wollen jeden einzelnen Paternoster fahren!“

    Klaus Bruns: „urlaub? glauben sie, darauf fall ich rein? ich bin liberaler rationalist und selbstdenkender realist. wenn ich es schaffe, schreib ich vielleicht doch mal einen leserbrief auf lz-online. lüneburg und neuhaus könnten soviel von mir lernen. haben sie schon einmal darüber nachgedacht, was von reppenstedt übrigbleibt, wenn man ES PE DE rausnimmt? wer nicht selbst drauf kommt, darf mich fragen. lol“

    • LZ-Sommer-Talk
      wie nett, aber zuviel der ehre. aber wer ist heute schon prominent? und die vielen klassen darunter? a ,b,c promis im dschungelcamp ?