Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Kaiser Wilhelm nimmt Haltung an und salutiert. Hoheit reiste mit dem Raddampfer Kaiser Wilhelm auf der Elbe von Lauenburg nach Bleckede, zur Freude vieler Schaulustiger. Foto: ki
Kaiser Wilhelm nimmt Haltung an und salutiert. Hoheit reiste mit dem Raddampfer Kaiser Wilhelm auf der Elbe von Lauenburg nach Bleckede, zur Freude vieler Schaulustiger. Foto: ki

Der Kaiser hält Hof in Bleckede

ki Bleckede. Das Rad der Zeit wurde am Sonnabend für einige Stunden um 115 Jahre zurückgedreht, in die Epoche der Kaiserzeit, als der Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ in Dienst gestellt wurde. Eine historische Fahrt, denn der vom Verein zur Förderung des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseums vor einigen Jahren übernommene Raddampfer ist ein schwimmendes Denkmal. Zu der Fahrt von Lauenburg nach Bleckede und zurück gesellten sich Kaiser Wilhelm und Kaiserin Auguste mit ihrem Hofstaat.

Die 200 Fahrgäste erlebten auf dem Schiff, das für das Ereignis festlich mit Fähnchen geschmückt worden war, eine besondere Ausflugsfahrt. Noch Tage vor der Fahrt herrschte die spannende Frage, ob die Elbe genug Wasser führen und der „Kaiser“ ablegen könne er konnte.

Der kaiserliche Verein kommt aus Bad Bevensen und veranstaltet schon seit zehn Jahren ein historisches Spektakel, das auf den Besuch des Kaisers zurückgeht, als dieser von Berlin aus mit dem Zug in Bevensen ankam, um mit Kutschen weiter in sein Jagdrevier Göhrde zu fahren.

In diesem Jahr wurde nicht der Ankunft des Kaisers in Bevensen gedacht, sondern die illustre Gesellschaft unternahm einen Ausflug mit dem Raddampfer „Kaiser Wilhelm“. An Bord hieß Kaiser Wilhelm die mitfahrenden Gäste willkommen, die ihn mit dem Lied „Heil dir im Siegerkranze“ begrüßten.

In Bleckede lustwandelte die Gesellschaft im Schlosspark. Dort wurde sie von mehr als 400 Schützen empfangen: Die Schützengilde feierte Schützenfest und Präsident Herbert Beusch war hocherfreut über die große Teilnahme. Der Kaiser begrüßte alle Majestäten der Schützenvereine und gilden. Für den Bleckeder Schützenkönig Heinz-Herbert Lade war es ein krönender Abschluss seiner Regentschaft.

Bevor die Schützengesellschaft in Begleitung von drei Kapellen zu einem Umzug durch die Stadt aufbrach, forderte Kommandeur Otto Pabst alle auf, dem Kaiser ein dreimaliges „Hoch!“ auszubringen. Im Ort standen viele Schaulustige am Straßenrand oder schauten aus dem Fenster, überall gab es freundliche Grüße.

Als der Festzug mit dem Kaiser an der Spitze schon auf dem Festplatz ankam, bogen die letzten Schützen gerade auf die Straße unterhalb des Deiches ein. Kaiser und Gefolge sowie die Bleckeder Majestäten nahmen die Parade ab.

Jubelstimmung danach im Festzelt. Drei Kapellen spielten gemeinsam, und das Publikum war so begeistert, dass es stehend rhythmisch mitklatschte. Auch Bürgermeister Jens Böther freute sich über den „hohen Besuch“ und hieß die Majestät in Bleckede willkommen. Beim Ehrentanz des Kaiserpaares applaudierte er kräftig mit.

Pünktlich musste die Reisegesellschaft dann wieder an Bord sein. Der Kessel stand unter Dampf, war bereit für die Rückreise nach Lauenburg. Und da durfte es keine Verzögerung geben.