Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die Ausgezeichneten (vorn) und die Vertreter der Friedensstiftung Günter Manzke (hinten, v. l.): Johanna Gerhard, Eberhard Manzke, Felix Manzke, Dr. Dirk Schmid und Dr. Michael Ebert. Foto: t&w
Die Ausgezeichneten (vorn) und die Vertreter der Friedensstiftung Günter Manzke (hinten, v. l.): Johanna Gerhard, Eberhard Manzke, Felix Manzke, Dr. Dirk Schmid und Dr. Michael Ebert. Foto: t&w

Eine neue Form der Bürgerbewegung – Engagement für Flüchtlinge

pet Lüneburg. Für die Hansestadt Lüneburg nahm Sozialdezernentin Pia Steinrücke Urkunde und die Zusage über einen Fonds über 20000 Euro für die Flüchtlingsarbeit entgegen. MTV-Treubund-Präsident Hartmut Deja bekam Urkunde und 1000 Euro für die Flüchtlingsarbeit in seinem Verein. Für ihren vielfältigen Einsatz in der Flüchtlingsarbeit in Stadt und Landkreis Lüneburg wurden am Sonnabend im neuen Museum zudem zwölf Einzelpersonen ausgezeichnet.

Johanna Gerhard, Vorsitzende des Stiftungsrats der Friedensstiftung Günter Manzke, fasste die Bedeutung der Flüchtlingsarbeit in unserer Zeit in ihrem Schlusswort noch viel weiter: „Ich halte diese Arbeit inzwischen geradezu für eine neue Form der Bürgerbewegung.“ Und sie forderte auf: „Das Schöne daran ist: Jeder kann mitmachen — wir alle auch.“

Als Dank für 50 Jahre Frieden hatte Unternehmer Eberhard Manzke die „Friedensstiftung Günter Manzke“, zu Ehren seines Vaters, im Jahr 1995 gegründet. Die Stiftung ist mit einem Stiftungskapital von 700000 Euro ausgestattet, ein Hinzustiftungsprogramm soll das Kapital bis 2020 auf eine Million Euro wachsen lassen. Personen, Gruppen, Vereine und Projekte, die sich um den Frieden verdient gemacht haben, um die Förderung von internationaler Gesinnung, von Toleranz und Völkerverständigung werden Jahr für Jahr mit dem Förderpreis ausgezeichnet. Manzke: „Die Stiftung hat sich in diesem Jahr aus aktuellem Anlass des Themas Flüchtlinge — wie gehen wir damit um angenommen.“

Seine Eltern seien 1945 ebenfalls als Flüchtlinge aus Pommern nach Lüneburg gekommen, erinnerte Eberhard Manzke in seiner Begrüßung. Durch den Zuzug von Flüchtlingen wuchs die Einwohnerzahl Lüneburgs innerhalb kürzester Zeit von 35000 auf 53000 an. Die damals Geflohenen, so Manzke, hätten unter anderem davon profitiert, „überall und sofort arbeiten zu dürfen und zu können“. Dass sie das nicht dürfen, sei für die Flüchtlinge von heute ein Problem: „Das müssen wir dringend verbessern. Man kann doch von unseren Juristen schnellere Verfahren einfordern und zwischenzeitlich sofortige Betätigungen ermöglichen.“

Rund 400000 Flüchtlinge werden nach Schätzungen der Bundesregierung in diesem Jahr nach Deutschland kommen, erklärte Stiftungsratsvorsitzende Johanna Gerhard. „Es ist nicht übertrieben, wenn man dies als historische Situation für unser Land bezeichnet.“ Gerhard weiter: „Ob Deutschland, wie immer betont wird, ein reiches Land ist, mag dahinstehen, verglichen mit den Herkunftsländern stimmt es allemal.“ Und weiter: „Daher haben wir nicht nur die materiellen Möglichkeiten, sondern auch die moralische Verpflichtung, den Flüchtlingen und Asylbewerbern — auch im christlichen Sinne — beizustehen.“

Jeweils mit 1000 Euro sind die Förderpreise dotiert, die zwölf Ehrenamtlichen, die sich mit großem Einsatz für Flüchtlinge engagieren, überreicht wurden. Die Männer und Frauen unternehmen mit Flüchtlingen Ämtergänge, organisieren Fahrradwerkstätten, Teestuben und Sozialläden, kümmern sich um Behördenpost, helfen als Übersetzer, nehmen Flüchtlinge bei sich auf und mehr. Zu den vielen Vereinen, die sich intensiv um Flüchtlinge kümmern, zählt der MTV Treubund, der sogar einen Mitarbeiter eingestellt hat, der sich nur um die Belange der Flüchtlinge kümmert. Das Erlernen der deutschen Sprache steht bei der Auflegung des Sonderfonds von 20000 Euro im Vordergrund, den die Stadt betreuen soll — Kosten, die Ehrenamtlichen entstehen, die sich für Flüchtlinge um Integration und das Erlernen der deutschen Sprache kümmern, sollen daraus erstattet werden.

  • Ausgezeichnet mit dem Förderpreis der Friedensstiftung Manzke
  • Lerke Scholing und Gerhard Legath
  • Dibestan Youssef
  • Renate Völker
  • Kerstin Hedelt
  • Frank Hagedorn und Ute Schierholz
  • Zalki Ali Alagrmi
  • Britta Müller
  • Sönke Blum
  • Martina und Rolf Sauer
  • 1000 Euro und Urkunde gingen an den MTV Treubund Lüneburg, 20000 Euro an die Hansestadt Stadt Lüneburg in Form eines Sonderfonds.