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Ein Handwerker schneidet am Wasserturm aus einem der Erker ein verschlossenes Fenster wieder auf. So soll die Durchlüftung und Trocknung verbessert werden. Der Turm ist ein Magnet, gerade wurde der 900000. Besucher begrüßt. Foto: ca
Ein Handwerker schneidet am Wasserturm aus einem der Erker ein verschlossenes Fenster wieder auf. So soll die Durchlüftung und Trocknung verbessert werden. Der Turm ist ein Magnet, gerade wurde der 900000. Besucher begrüßt. Foto: ca

Neue Kur für den Wasserturm

ca Lüneburg. Die letzte Sanierung des Wasserturms ist drei Jahre her, doch nun bräuchte das Gemäuer einen erneuten Großeinsatz von Handwerkern: In die Mauern dringt Wasser ein, um den Schaden nachhaltig zu beheben, müssten bis zu einer Million Euro investiert werden, bestätigt Rüdiger Hedde vom Trägerverein. Im Prinzip holen Hedde und Co. Versäumnisse aus der Vergangenheit ein. Da dem Verein so ein Batzen Geld fehlt, gehen Fachleute erst einmal kleinere Probleme an, die über den Sommer behoben werden sollen.

Gutachter haben sich den mehr als 100 Jahre alten ehemaligen Wasserspeicher in den vergangenen Wochen angesehen. Hedde sagt: „Mittelfristig müssen wir den Turm einrüsten. Die Fassade muss saniert werden. Das bedeutet, Fugen sollen ausgefräst und mit geeignetem Mörtel neu verfugt werden.“ Das beziehe sich auf den verzierten Kopf und den Fuß, also die Spitze und den Bereich bis zur ersten Galerie. Die Ursache der Probleme liege darin, dass man 1997, als der Verein den Turm übernahm, nur geringe Mittel besaß. So wurden in den betroffenen Bereichen nur die nötigsten Arbeiten ausgeführt. Hedde: „Um die neuen Aufgaben zu erledigen, brauchen wir nach groben Schätzungen rund eine Million Euro.“

Dazu komme, dass man bei der letzten Sanierung 2011/12 nicht „ausreichend fachgerecht beraten“ worden sei. So müssen Abdichtungen verbessert und vor allem die Erker anders hergerichtet werden. Fachleute sägen aus dem Mauerwerk Fenster auf, um eine bessere Durchlüftung und damit eine Trocknung zu erreichen. Denn im Inneren, an den Decken der Veranstaltungsebenen, zeichnen, sich große Wasserflecken ab.

Zudem möchten Hedde und seine Mitstreiter Industriekletterer verpflichten, die sich die Aussichtsplattform an der Spitze anschauen. Dort lösen sich Teile des Mauerwerks, daher sei die untere Galerie aus Sicherheitsgründen gesperrt worden.

„Oben sollen die Kletterer loses Mauerwerk abklopfen, damit keine Gefahr mehr besteht“, sagt der ehemalige Leiter der Hauptschule Stadtmitte, der das Turm-Projekt im Zusammenhang mit der Expo2000 in Hannover einst angeschoben und mit Spenden und Zuschüssen umgesetzt hatte.

Diese Arbeiten seien mit vermutlich weniger als 40000 Euro zu bewältigen, glaubt Hedde: „Das können wir aus unseren Einnahmen bezahlen.“ Anders schaute es mit der großen Summe aus. Denn der Turm ist anders als Museen keine Einrichtung, die über die Stadt finanziert wird, sondern muss vom Verein getragen werden. Das heißt für den pensionierten Lehrer Hedde, der die Leitung des Bau-Arbeitskreises übernommen hat, dass er wieder schauen muss, Fördermittel einzuwerben. Das war ihm vor drei Jahren unter anderem über die EU gelungen. Doch inzwischen haben sich die Bedingungen geändert, die Region wird nicht mehr so üppig mit Zuschüssen aus Brüssel gesegnet. Doch Hedde bleibt optimistisch, schließlich habe der Verein in der Vergangenheit auch Herausforderungen gemeistert.