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Rolle rückwärts ist eine der 17 Bewegungen des Roboters, deren Abfolge Student Alexander Böck mit Alice Beilmann (Mitte) und Hannah Pollmann (rechts) programmiert hat. Dr. Brit-Maren Block begleitet den Mint-Tag. Foto: t&w
Rolle rückwärts ist eine der 17 Bewegungen des Roboters, deren Abfolge Student Alexander Böck mit Alice Beilmann (Mitte) und Hannah Pollmann (rechts) programmiert hat. Dr. Brit-Maren Block begleitet den Mint-Tag. Foto: t&w

Studenten führen Herderschüler beim Mint-Tag an Ingenieurwissenschaften heran

cec Lüneburg. Ein Auto bauen, das fliegen kann, das wärs! Eins, wie das, das Dr. Brown für Marty McFly im Film „Zurück in die Zukunft“ entwickelt. Die 14-jährige Herderschülerin Alice Beilmann ist an allem Technischen interessiert, hat ein Faible für Autos. Vor zwei Jahren stand wie bei so vielen jungen Mädchen noch Tierärztin als Traumberuf ganz oben auf ihrer Wunschliste. Mittlerweile tendiert Alice eher zu einem Ingenieurstudium. Befeuert hat sie darin auch das Mint-Projekt, das jetzt am Uni-Standort Volgershall stattgefunden hat. Ein praxisorientierter Tag, der 22 Schüler der siebten bis neunten Klassen des Herder-Gymnasiums mit Master-Studenten der Leuphana im Fach Management & Engineering zusammenbringt.

Mit Vorteilen für beide Seiten: Die Studenten lernen zum einen, ihre komplexen und doch eher trockenen Themen lebendig und anschaulich für die Schüler aufzubereiten. „Diese zielgruppengerechte Kommunikation brauchen sie später im Berufsleben“, erklärt Dr. Brit-Maren Block, die das Projekt im Rahmen ihrer Lehrveranstaltung Fachdidaktik leitet, „wenn sie zum Beispiel in großen Unternehmen den Kunden oder den Entscheidern Materie vermitteln müssen, von der diese keine große Ahnung haben, oder auch Fördergelder einwerben wollen.“ Zum anderen sammeln sie Erfahrung in Sachen Projektmanagement und der Leitung einer Gruppe.

Und auch bei den Schülern kommt der Tag gut an. Wann beschäftigt man sich im Unterricht denn schon mal mit der Programmierung von echten Robotern oder der dreidimensionalen Konstruktion eines Würfels mittels CAD-Software und anschließendem Ausdruck auf dem 3-D-Drucker? Gut, es gibt natürlich Schüler wie Rasti Konkol. Der 13-Jährige mit dem Berufswunsch Flugzeugbauer arbeitet zu Hause mit seinem Vater aktuell an einer Fräsmaschine, die braucht er, um das Panel des Cockpits zu fräsen, das zu bauen sein großer Traum ist. Doch die meisten Jugendlichen müssen ein wenig an die Hand genommen werden, um einen besseren Zugang zum Thema zu finden. „So fördern wir naturwissenschaftlich-technisch interessierte Schüler“, erklärt Dr. Brit-Maren Block, „eine mit Blick auf die Nachwuchsprobleme wichtige Aufgabe.“ Denn neue Ingenieure braucht das Land.

Die Kooperation mit der Herderschule läuft darum kontinuierlich fort: Seit 2007 gibt es den Mint-Tag für die siebten bis neunten und das Ma-Tech-Mentoring-Programm für die neunten bis elften Klassen. Viele Schüler kämen dabei so richtig auf den Geschmack, berichtet Dr. Rimma Kanevski, Mathe- und Physiklehrerin am Herder-Gymnasium: „Manche kommen freiwillig ein zweites oder drittes Mal.“

One comment

  1. Eine tolle Idee! Danke für das Engagement! Deutschland braucht eine Verstärkung im MINT-Bereich.

    Leider ebbt es danach schon ab. Qualifizierte und später (mit mehr Erfahrung) besonders Qualifizierte können einfach vom Ausland abgeworben werden. Arbeits- u.- Forschungsbedingungen sind da besser. Wo ist „da“? Eigentlich überall.
    Wer glaubt, das Migranten das wieder Wett machen: Über 9%, die Integrationskurse besuchen, besuchen zunächst einen Alphabetisierungskurs, fast 40% haben rein private u. nicht berufliche Gründe für ihren Aufenthalt. Keine 15 oder mehr Jahre später könnten die vielleicht in die Fußstapfen derjeneigen treten, die Deutschland gehen ließ. Arbeitswille vorausgesetzt.