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Sonja Roth aus Salzhausen jubelt ausgelassen und Ehemann Andreas freut sich mit  gleich mehrfach konnte sich die geborene Dragerin Gewinne am Schalter abholen.  Dabei ist sie alles andere als eine ausgesprochene Pferdesportkennerin. Foto: t&w
Sonja Roth aus Salzhausen jubelt ausgelassen und Ehemann Andreas freut sich mit gleich mehrfach konnte sich die geborene Dragerin Gewinne am Schalter abholen. Dabei ist sie alles andere als eine ausgesprochene Pferdesportkennerin. Foto: t&w

Stover Rennen: Pferdesportfans trotzen dem Regen

sel Stove. „Yippieh! Gewonnen!“ Sonja Roth reckt die Siegerfaust und jubelt. Soeben hat Jochen Holzschuh mit Enrico Dean das 5. Rennen beim Stover Rennen gewonnen — und genau auf dieses Erfolgsduo hat Sonja Roth aus Salzhausen gesetzt. „Das ist heute mein dritter Gewinnschein“, freut sie sich und hält ihn strahlend in die Kamera. Dann ist sie also ausgesprochene Pferdesportkennerin? „Nein, das nicht“, wiegelt die lebensfrohe Brünette an der Seite ihres Mannes Andreas ab. „Aber ich bin geborene Dragerin und komme jedes Jahr zum Stover Rennen. Bestimmt schon seit 35 Jahren.“

Unter den Zuschauern der 141. Auflage des Traditionsrennens an der Elbe sind viele Dauergäste, die sich von dem ungemütlichen Nieselregen nicht abhalten lassen, ihre Wetten zu platzieren, bei den Rennen mitzufiebern und auf Gewinne zu hoffen. „Aber wir brauchen 8000 Gäste, um kein Minus zu machen“, erklärt Günther Porth, Vorsitzender des 1874 gegründeten Stover Rennvereins, der das Spektakel organisiert. „Momentan sind erst rund 4000 Zuschauer da“, schätzt Porth gegen 13.30 Uhr.

Wenige Minuten später startet das vierte Rennen. Rennbahn-Sprecher Jan von Witzleben stellt das Feld — Favoriten wie Außenseiter — vor. Beide Startreihen sind mit je fünf Sulkys voll besetzt. Noch eine Minute zum Start, schnell hasten Zuschauer über die Bahn ins Innenrund der Naturrennbahn. Letzte Wetten werden an den Toto-Kassen platziert.

Dann nimmt der Startwagen, hinter dem die Pferde antraben, Fahrt auf. 100 Meter vor dem Start klappt der Wagen seine langen Flügel ein. Das Rennen beginnt. Bernd Schrödl wird diesen Lauf mit Charlyn Bes für sich entscheiden und den mit 2200 Euro dotierten Preis von Brinkmann und Bleimann aus Geesthacht gewinnen.

Im Interview mit Kenner Hans-Ludolf Matthiessen erklärt er anschließend, was das Besondere auf seiner „Lieblingsrennbahn“ sei: „Das Publikum in Stove ist unmittelbar an der Bahn. Und das Publikum ist immer super hier.“

Die Wettquote für dieses Rennen beträgt 45. „Das bedeutet: Bei einem Einsatz von einem Euro auf Sieg gewinnt man 45 Euro“, erläutert Kerstin Rad­tke, eine der vielen Toto-Mitarbeiterinnen, die am Totalisator-Tresen Wettscheine annehmen. Und jede Menge Beratungsarbeit leisten. Denn neben der Wette auf Sieg oder Platz können auch Zweier- und Dreierwetten abgegeben werden. „Oder man kann alles miteinander kombinieren“, erklärt Radtke. Aha. Lieber nicht, bei vollkommener Ahnungslosigkeit. „Der Job macht Spaß. Die Leute in Stove sind nett“, schildert die Blondine aus Barsbüttel, die selbst nichts mit Reitsport zu tun hat. Gibt es richtig hartgesottene Zocker unter den Wettern? „Nein, eigentlich nicht. Beim Derby in Hamburg,laufen ganz andere Einsätze.“

Bei 13 Hauptrennen und unterschiedlichen Schaurennen konnte am gestrigen Sonntagnachmittag mitgefiebert werden. „Viele altbekannte Reiter sind dabei, wie zum Beispiel Manfred Walter, der Spezialist für Grasbahnen. Oder der Niederländer Eddy van der Galien, der immer gute Pferde am Start hat. Aber es starten auch einige vielversprechende, neue Teilnehmer“, kündigte Günther Porth an. Im Großen Preis von Stove trafen um 17.40 Uhr einige dieser Trablegenden auf ehrgeizige Newcomer.

Den Triumph im Großen Preis von Stove am frühen Abend feierte Jochen Holzschuh im Sulky von Ann Marie vor Manfred Walter (Bastiaan B) und Mario Krismann (Helios).