Aktuell
Home | Lokales | Vereint für eine neue Schleuse
Landtagsabgeordnete des Arbeitskreises Wirtschaft von SPD und Grünen ließen sich von Experten über die Dringlichkeit einer neuen Schleuse aufklären (vorn, v. l. Miriam Staudte, Martin Köther, Maaret Westphely, Susanne Menge, Andrea Schröder-Ehlers sowie (hinten, v. l.) Gerd Will, Klaus Schneck, Martin Exner und Stefan Klein. Foto: t&w
Landtagsabgeordnete des Arbeitskreises Wirtschaft von SPD und Grünen ließen sich von Experten über die Dringlichkeit einer neuen Schleuse aufklären (vorn, v. l. Miriam Staudte, Martin Köther, Maaret Westphely, Susanne Menge, Andrea Schröder-Ehlers sowie (hinten, v. l.) Gerd Will, Klaus Schneck, Martin Exner und Stefan Klein. Foto: t&w

Vereint für eine neue Schleuse

pet Scharnebeck. So einig waren sich die Fraktionen im Niedersächsischen Landtag selten: Einstimmig verabschiedete das Landesparlament im Juni die Entschließung „Zukunft des Elbe-Seitenkanals in sicheres Fahrwasser bringen — zeitgemäße Schiffbarkeit jetzt im Bundesverkehrswegeplan 2015 absichern“. Kernpunkt ist die Forderung nach einem zusätzlichen Abstiegsbauwerk am Scharnebecker Schiffshebewerk. Um dieses Anliegen noch überzeugender vertreten zu können, traf sich der Arbeitskreis Wirtschaft, Arbeit und Verkehr von SPD und Grünen am Montag am Hebewerk zum Informationsbesuch.

Martin Köther, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Uelzen, empfing die Parlamentarier. Das Scharnebecker Schiffshebewerk sei ein Nadelöhr auf dem Wasserweg von Hamburg in Richtung Mittellandkanal, für moderne Motorschiffe nicht befahrbar, für Schubverbände nur, wenn diese vor Einfahrt entkoppelt werden, erklärte Köther. Er verwies auch auf den 2014 erreichten Umschlagrekord für das Hebewerk von elf Millionen Gütertonnen.

Für die einmütige Entscheidung im Landtag zugunsten eines Abstiegsbauwerks bedankte sich Klaus Schneck als Verteter der Volkswagen AG. „Wir reden hier nicht über irgendeine Schleuse“, erklärte Schneck. Von Scharnebeck gehe es in Richtung Mittellandkanal, in Richtung der westdeutschen Ballungszentren. Der Anschluss von Hamburg dorthin müsse geschafft werden, wenn nicht die anderen Verkehrswege, Straße und Schiene, noch stärker belastet werden sollen.

Für die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg ging deren stellvertretender Hauptgeschäftsführer Martin Exner auf die regionale Bedeutung einer neuen Schleuse ein, er verwies auf die Investitionen, die die Häfen in Lüneburg, Uelzen und Wittingen vorgenommen haben.

Die 13 norddeutschen Kammern, erklärte Exner, bereiten gerade ein Schreiben zum Thema Elbe-Seitenkanal vor. Der Druck auf Bundesverkehrsminister Dobrindt und seinen Staatssekretär Ferlemann müsste weiter aufrecht erhalten werden.

Gerd Will, verkehrs- und wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, betonte die Bedeutung des Themas Abstiegsbauwerk Scharnebeck, „umso mehr, als wir jetzt vor der Aufstellung des neuen Bundesverkehrswegeplans stehen. Da spielt Scharnebeck erstmals eine große Rolle“. Und weiter: „Wir wollen alles tun, damit das Projekt verwirklicht wird.“ Maaret Westphely, verkehrs- und wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen, hob hervor, dass zum breiten Bündnis aus Politik und Kammern auch Naturschützer gehören, in der Hoffnung, dass die „Elbe so bleiben kann wie sie ist“, wenn die Schleuse kommt.

Vehement für ein neues Abstiegsbauwerk in Scharnebeck warben auch die örtlichen Abgeordneten Andrea Schröder-Ehlers (SPD) und Miriam Staudte (Grüne). Eine ausführliche Besichtigung und eine Trogfahrt rundeten den Besuch der Parlamentarier ab.