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Direkt zur Grundschule Echem – Scharnebecker Samtgemeindeausschuss beschließt neue Busverbindung

off Echem. Zwei Jahre nach Änderung der Schulbezirkssatzung präsentiert die Samtgemeinde Scharnebeck neue Busverbindungen zur Grundschule nach Echem. Gemeinsam mit dem Landkreis Lüneburg und dem Verkehrsunternehmen KVG hat die Verwaltung einen Entwurf erarbeitet, den jetzt der Samtgemeindeausschuss der Samtgemeinde auf mehrheitliche Empfehlung des Schulausschusses beschlossen hat. Kritik kommt von der Initiative „Rettet die Grundschule Hohnstorf!“

Hintergrund: Um die Schülerzahlen an der Außenstelle der Grundschule Hohnstorf in Echem zu stabilisieren, änderte die Samtgemeinde 2013 die Schulbezirkssatzung. Danach müssen die Kinder aus den Gemeinden Lüdersburg und Hittbergen, die vorher größtenteils in Hohns­torf eingeschult wurden, die Grundschule in Echem besuchen. Die Busverbindungen führen aus den Gemeinden Lüdersburg und Hittbergen allerdings nach wie vor zunächst zur Grundschule nach Hohnstorf und erst dann nach Echem.

Zwischen Lüdersburg und Bullendorf sind alte und neue Verbindung identisch (schwarze Linie). Die neue Linie (blau) fährt künftig auch bei der späteren Verbindung über Bockelkathen, außerdem steuert sie im Gegensatz zur alten Verbindung (rot) nicht erst Hohnstorf, sondern erst Echem an. Grafik: hm
Zwischen Lüdersburg und Bullendorf sind alte und neue Verbindung identisch (schwarze Linie). Die neue Linie (blau) fährt künftig auch bei der späteren Verbindung über Bockelkathen, außerdem steuert sie im Gegensatz zur alten Verbindung (rot) nicht erst Hohnstorf, sondern erst Echem an. Grafik: hm

Die Konsequenz für Kinder aus der Gemeinde Lüdersburg: Um zu ihrer Schule nach Echem zu kommen, hätten sie zu bestimmten Zeiten in Hohns­torf umsteigen müssen, wären laut Fahrplan rund 45 Minuten unterwegs gewesen. Kinder aus Bockelkathen hätten entweder die frühe Verbindung um 6.52 Uhr nehmen oder für die spätere Verbindung zunächst nach Lüdersburg gebracht werden müssen. Unzumutbar, entschied die Samtgemeinde — und organisierte den Schülertransport mit zwei privaten Anbietern selbst. Die Kosten für den Eigen-Transport: allein 30000 Euro für das Schuljahr 2014/2015.

„Als Reaktion auf unseren privaten Fahrdienst hat die KVG nun eine neue Verbindung vorgeschlagen“, sagt Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn. Danach fahren die Busse aus Lüdersburg und Hittbergen knapp zehn Minuten früher, dafür aber erst nach Echem und dann nach Hohnstorf. Die Fahrtzeit für die Kinder aus der Gemeinde Lüdersburg reduziert sich laut Plan von 45 auf 36 Minuten, in Bockelkathen gibt es auch für die spätere Verbindung eine Einstiegmöglichkeit.

Den Landkreis als zuständige Behörde für den Schülertransport kostet die neue Verbindung allerdings rund 6000 Euro mehr im Jahr. „Und da der Kreis die alte Verbindung für zumutbar hält, müssen wir als Samtgemeinde die Mehrkosten selbst tragen“, sagt Gerstenkorn. Das allerdings käme dennoch deutlich günstiger, „als weiter 30000 Euro pro Jahr für einen privaten Fahrdienst zu zahlen.“

Ebenfalls geprüft wurde die Einrichtung von zwei Direktverbindungen. Danach würden ab der Einmündung in den Ortsteil Bullendorf nach Echem zwei Busse fahren — einer direkt nach Echem und einer direkt nach Hohnstorf. Der zusätzlich einzusetzende Bus würde von der KVG mit etwa 38000 Euro in Rechnung gestellt. „Die Kosten müsste dann ebenfalls die Samtgemeinde tragen“, sagt Gerstenkorn. Das Modell wurde allerdings weder im Schul- noch im Samtgemeindeausschuss weiter verfolgt.

Während in der Politik weitgehend Einmütigkeit zum Thema herrscht, hagelt es von Mitgliedern der Ini­tiative „Rettet die Grundschule Hohns­torf“ Kritik. „Die neuen Busverbindungen bringen für die Mehrheit der Benutzer aus den Gemeinden Lüdersburg und Hittbergen mehr Nach- als Vorteile“, sagt Claus C. Poggensee, „denn noch ist es so, dass mehr Kinder nach Hohnstorf oder über Hohnstorf weiter nach Scharnebeck fahren, als nach Echem.“ Hinzu komme, dass die Schüler in Echem bei der neuen Verbindung 25 Minuten bis zum Unterrichtsstart warten müssen und damit aus seiner Sicht wenig gewonnen haben.

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