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2014 hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer (r.) Anfragen zum B4-Ausbau an die Landesregierung gestellt. Die Antworten nutzte jetzt Bienenbüttels CDU-Vorsitzender Christopher Tieding (l.) für einen Vortrag in der Markthalle. Foto. t&w
2014 hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer (r.) Anfragen zum B4-Ausbau an die Landesregierung gestellt. Die Antworten nutzte jetzt Bienenbüttels CDU-Vorsitzender Christopher Tieding (l.) für einen Vortrag in der Markthalle. Foto. t&w

CDU-Informationsveranstaltung über möglichen B4-Ausbau

emi Bienenbüttel/Melbeck. Der Ausbau der Bundesstraße 4 zwischen Lüneburg und Gifhorn könnte eine Alternative zur Autobahn 39 sein zumindest aus Sicht der rot-grünen Landesregierung. Sie schickt beide Projekte ins Rennen zur Anmeldung für den neuen Bundesverkehrswegeplan. Welche Konsequenzen der sogenannte 2+1-Ausbau mit welchselseitiger Überholspur für die an der B4 gelegenen Gemeinden von Melbeck bis Jelmstorf hätte, darüber referierte jetzt der Vorsitzende der Bienenbütteler CDU, Christopher Tieding, vor mehr als 100 Interessierten in der Markthalle Bienenbüttel. Vor Ort war auch der Suderburger Landtagsabgeordnete und Autobahn-Befürworter Jörg Hillmer (CDU), der durch Anfragen an die Landesregierung viele Details der Planung zum Vorschein gebracht hatte.

Bislang gibt es nur eine erste grobe Planung seitens der Landesstraßenbaubehörde in Hannover. Im Zuge des dreistreifigen B4-Ausbaus sind mehrere Ortsumfahrungen vorgesehen, eine davon östlich von Melbeck. Doch die stößt den Melbeckern sauer auf. Ihre Hauptkritikpunkte: Der geringe Abstand der Trasse zur Wohnbebauung, die Zerstörung von Natur- und Erholungsgebieten und der mögliche Streckenverlauf über Friedhof und Campingplatz. Bürgermeister Klaus Hübner verdeutlichte: „Das, was man dort plant, ist schizophren. Der Gemeinderat Melbeck hat dagegen eine Resolution verabschiedet.“

Auch manch Einwohner der Gemeinde Bienenbüttel äußerte Bedenken über die vorgestellten Informationen zum B4-Ausbau. Einschneidend wären die Folgen etwa für die Landwirte in Bargdorf sie dürften die Straße nach dem Ausbau nicht mehr befahren und wären von ihren Flächen abgetrennt. „Vielen war nicht klar, dass die B4 bei einem 2+1-System als Kraftfahrstraße betrieben würde“, sagte Christopher Tieding. Nur Fahrzeuge mit einer Mindestgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern dürften diese dann noch benutzen, so Tieding.
Bienenbüttels Altbürgermeister Heinz-Günter Waltje (CDU) wetterte: „Der Ausbau der B4 wäre für Bienenbüttel die größte emotionale Katastrophe. Eine Kraftfahrstraße hätte einen trennenden Charakter in Ost und West.“

Anhand von Fotos erläuterte Tieding die im Bereich Bienenbüttel möglichen Maßnahmen an der B4: Bargdorf soll keine eigene Auffahrt erhalten. Verkehrsteilnehmer kommen demnach erst über eine Brücke bei Bienenbüttel oder Jelmstorf zur Bundesstraße. Grünhagener könnten über die Kreisstraße 36 mithilfe einer Brücke oder Unterführung auf die B4 gelangen (keine Ortsumfahrung vorgesehen). Bienenbüttel soll über die Uelzener Straße und die Schützenallee an die Schnellstraße angebunden werden, als Auffahrt kommen entweder Brücke oder Unterführung infrage (keine Ortsumfahrung). Die Anbindung bei Steddorf könnte über eine Kreuzung oder einen Kreisverkehr zwischen Kreisstraße 20 und B4 erfolgen.

Tiedings Bildvortrag kam nicht bei allen Zuhörern gut an. Birgitt Wulf aus Hohnstorf warf dem CDU-Mann vor, er wolle mit den Fotos Stimmung gegen den B4-Ausbau erzeugen. Nach der Veranstaltung sagte die 51-Jährige: „Mir fehlte die Wertfreiheit. Wir sollten uns konstruktiv damit beschäftigen, was das Beste für unsere Gemeinde ist und nicht A39- und B4-Befürworter gegeneinander ausspielen.“

CDU-Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer hörte sich alle Einwände an und beantwortete Fragen. Zum Abschluss der Veranstaltung forderte er die Zuhörer auf: „Schicken Sie mir weitere Fragen!“ Er werde sie an die Landesregierung weiterleiten. Wer weiß, welche Details dann noch bekannt werden.

One comment

  1. „CDU-Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer hörte sich alle Einwände an und beantwortete Fragen. Zum Abschluss der Veranstaltung forderte er die Zuhörer auf: „Schicken Sie mir weitere Fragen!“ Er werde sie an die Landesregierung weiterleiten. Wer weiß, welche Details dann noch bekannt werden.“

    Zu Zeiten einer CDU-Landesregierung hätte er das Angebot bestimmt nicht gemacht. Die Planungen sind zudem nicht erst unter der jetzigen Landesregierung begonnen worden. Das war lange vorher als wir noch eine CDU-Landesregierung hatten.