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An der Willy-Brandt-Straße, Einmündung Feldstraße hat die Stadt die Verkehrsführung geändert -- aus Sicht der Unfallkommission mit Erfolg. Foto: t&w
An der Willy-Brandt-Straße, Einmündung Feldstraße hat die Stadt die Verkehrsführung geändert -- aus Sicht der Unfallkommission mit Erfolg. Foto: t&w

Inseln kommen Radlern zugute

red Lüneburg. Immer wieder hatte es gekracht an der Dahlenburger Landstraße in Höhe der Einmündung Pulverweg. Die Straße ist abschüssig, Radfahrer sind stadteinwärts deshalb oft zügiger unterwegs als normal. Eine Verkehrsinsel und — seit Mai vergangenen Jahres — eine zusätzliche Warntafel sollten den Unfallschwerpunkt entschärfen. Nun zieht die Unfallkommission für die Stadt Lüneburg, der Vertreter der Stadt, der jeweiligen Straßenbaulastträger und der Polizei angehören, ein erstes Fazit, und das fällt „vorsichtig positiv“ aus. Denn zwischen Mai und Dezember 2014 gab es an der Stelle „nur“ noch einen Verletzten in Folge eines Unfalls. Im Jahr 2013 hatte die Polizei dort sechs verunglückte Radfahrer registriert.

Trotz des Rückgangs stehe die Strecke nach wie vor im Fokus der Kommission. Insbesondere die Ampel an der Einmündung Am Schwalbenberg wird von schnell bergab fahrenden Radlern ignoriert, sodass es dort schon zu mehreren schweren Unfällen mit Fußgängern gekommen ist. „Hier scheint es sich immer noch nicht herumgesprochen zu haben, dass sich Radfahrer seit April 2013 nach dem Kfz-Signal zu richten haben, wenn dies rechts neben dem Radweg steht“, sagt Michael Thöring, Radverkehrsplaner der Stadt und Mitglied der Unfallkommission. Zur Verdeutlichung sei zwar schon ein Haltebalken auf dem Radweg markiert worden, die Stadt werde dort jedoch, solange keine bauliche Entschärfung der Situation realisiert werden kann, bald ein zusätzliches Radfahrersignal montieren, das den Vorrang des Fußgängerverkehrs zusätzlich betonen soll. Wer das ignoriert, könne mit bis zu 180 Euro und einem Punkt in Flensburg bestraft werden, verdeutlicht Polizeihauptkommissar Andreas Dobslaw, Geschäftsführer der Unfallkommission. Aus Sicht der Polizei sei es nicht nachvollziehbar, dass Radfahrer die Gefällestrecke augenscheinlich ohne Rücksicht auf die Eigengefährdung mit hoher Geschwindigkeit befahren, mit diesem Tempo auch die Einmündung am Pulverweg überqueren und dabei völlig außer Acht lassen, dass die Situation dort auch für die Kraftfahrzeugführer schwierig sei. Wer dort als Radfahrer auf sein Recht beharre, laufe Gefahr, zu verunglücken, warnt Dobslaw.

Eine weitere Änderung habe sich ebenfalls ausgezahlt: Durch die Installation der provisorischen Verkehrsinsel an der Einmündung Feldstraße/Willy-Brandt-Straße 2014 kam es an dieser Stelle lediglich noch zu zwei Unfällen mit Beteiligung von Radfahrern im vergangenen Jahr. Inzwischen wurde das Provisorium durch eine feste bauliche Einrichtung mit zusätzlich rot eingefärbter Fahrradfurt ersetzt. Sorgen bereitet der Unfallkommission allerdings, dass viele Autofahrer widerrechtlich nach links in die Feldstraße ein- oder verbotenerweise nach links aus der Feldstraße heraus fahren. Deshalb kündigte die Polizei weitere Kontrollen mit entsprechenden Sanktionen an. Die Stadt werde darüber hinaus bauliche Veränderungen vornehmen, um Verstöße dieser Art künftig besser unterbinden zu können.

Linksabbieger bleiben auch ein Problem an der Lindenstraße in Höhe Theaterparkplatz und an der Einmündung Stresemannstraße/Wilschenbrucher Weg. Hier empfiehlt die Kommission ebenfalls, durch bauliche Veränderungen die Verstöße zu unterbinden. Ein Geschwindigkeitsproblem machte die Kommission an der Anschlussstelle Hagen der Ostumgehung in Fahrtrichtung Norden aus. Hier führen viele augenscheinlich zu schnell auf die Ortsumgehung auf und kämen in der Folge von der Fahrbahn ab. Bei einer Ortsbesichtigung soll nun detaillierter Ursachenforschung betrieben werden, um das Problem zu lösen.

Dauerthema in der Kommission bleiben die Kreuzungen Scholze, Scharff, Stresemannstraße/Willy-Brandt-Straße, Handwerkerplatz und Artlen­burger Landstraße/Grüner Weg. Hier relativiere nach Auffassung der Experten aber die hohe Verkehrsbelastung das Unfallgeschehen etwas. Allerdings bedauert die Kommission, dass die neu eingerichtete Ampelschaltung an der Scholze-Kreuzung wieder verändert wurde. Wie berichtet, hatten sich viele LZ-Leser über die Situation beschwert. Die Polizei wertete anders: Mit der zwischenzeitlichen Regelung habe es deutlich weniger Rückstau im gesamten Umfeld gegeben.

One comment

  1. Wenn Radfahrer als Geradeausfahrer auf einer vorfahrtsberechtigten Straße die zulässige Geschwindigkeit einhalten, kann man ihnen schlecht eine Mitschuld an einem Unfall unterstellen, dann muss etwas grundfalsch liegen an der Verkehrsführung. Man muss versuchen, den vorfahrtsberechtigten Radfahrern ihr Recht einzuräumen und die Bedrohung für ihr Leben durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, wenn man schon- wie an der Abbiegung Pulverweg – diese Bedrohung erkannt hat. Mit merkwürdigen Appellen jenseits der Straßenverkehrsordnung kommt man nicht weiter. Wie wär´s z.B.mit Tempo 20 für alle mit einer festen Blitzanlage an dieser Gefahrenstelle ?!