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Unter neugierigen Blicken ziehen Karin-Ose Röckseisen vom Förderkreis Inselsee und der Bürgermeister der Gemeinde Scharnebeck, Dr. Dieter Heidelmann, das schwarze Tuch vom neuen Gedenkstein. Foto: be
Unter neugierigen Blicken ziehen Karin-Ose Röckseisen vom Förderkreis Inselsee und der Bürgermeister der Gemeinde Scharnebeck, Dr. Dieter Heidelmann, das schwarze Tuch vom neuen Gedenkstein. Foto: be

Gedenkstein zum Geburtstag – Verantwortliche enthüllen Findling am Inselsee

lz Scharnebeck. Der Dauerregen machte dem Förderkreis Inselsee einen ordentlichen Strich durch seine Pläne für eine große Feier. Das 40-jährige Bestehen des beliebten Inselsees, das zehnjährige Wirken des Förderkreises Inselsee. und das jährliche Familienfest sollten mit vielen Menschen gefeiert werden. Aber bei dem schlechten Wetter nützte auch die beste Vorbereitung nichts — es verirrten sich nur wenige an den See.

Immerhin hatten die grauen Wolken eine halbe Stunde Erbarmen, als der neue Gedenkstein durch die Vorsitzende des Vereins, Karin-Ose Röckseisen, und den Bürgermeister der Gemeinde Scharnebeck, Dr. Dieter Heidelmann, enthüllt wurde.

Eine kurze Inschrift auf einem blanken Messingschild, das in einen Findling am See eingelassen ist, benennt die wichtigsten Daten des Sees: „Der Inselsee, 1975 errichtet von der Gemeinde Scharnebeck, 2003 gesperrt nach Uferabbruch, 2005 saniert und wieder eröffnet durch den Förderkreis Inselsee mit Zustimmung der Gemeinde.“

Mit Recht könne der Förderkreis Inselsee stolz auf seinen zehnjährigen ehrenamtlichen Einsatz sein, betonte Dr. Heidelmann in seiner Ansprache und überreichte der Vereinsvorsitzenden eine Fahne mit dem neuen Gemeindewappen, die der stellvertretende Geländewart, Heinrich Eschbaumer, unverzüglich am Fahnenmast aufzog. Heidelmann dankte allen Aktivisten des Vereins und auch den Helfern vom Angelverein und der DLRG, ohne die der See gar nicht oder sehr viel später saniert und wieder für Gäste freigegeben worden wäre.

Auch Harald Warncke, Vorsitzender des Angelvereins, dankte Röckseisen mit einem Blumenstrauß, weil der Förderkreis durch sein Wirken das reiche Fischleben im See ermöglicht habe — in einem verkrauteten, verlandenden See gäbe es keine Lebensgrundlage für kapitale Hechte und Karpfen. Auch mehrere Besucher und Vereinsmitglieder dankten mit Blumen und Spenden für den Einsatz des Förderkreises.

Nach der Feier am Gedenkstein lud der Verein zu einer Kaffeetafel — im neu aufgestellten Container ungestört durch den wieder einsetzenden Regen.

Der Rest des geplanten Festes am Inselsee wurde angesichts des schlechten Wetters auf den 27. September verschoben, wenn das Familienfest und das „Kartoffelfeuer“ am selben Tag veranstaltet werden. Dann sollen auch die 200 bunten Plastikfische zum Wettschwimmen in der Badebucht ausgesetzt werden. Die vielen schönen Preise für die Fischwette, den Sandkunst-Wettbewerb und die verschiedenen Spiele warten so lange auf ihre Gewinner.

Weg zurück zum Badeparadies

Am 28. Februar 2005 gründeten 31 Personen den Förderkreis Inselsee. Damals ging es um Sein oder Nichtsein für den beliebten Badesee, den die Gemeinde Scharnebeck 1974 aus einer Kiesgrube des Elbe-Seitenkanals geschaffen hatte. Nach einem Böschungsabbruch mit tödlichem Arbeitsunfall im Februar 2003 musste der See eingezäunt und gesperrt werden. Ziel des Vereins war es, den See wieder für Badegäste zu öffnen.

Nachdem die Versicherung und der Gemeinderat grünes Licht gegeben hatten, schafften es die Aktivisten unter Leitung ihrer Vorsitzenden, Karin-Ose Röckseisen, in einem Kraftakt, den verlandeten See frei zu räumen. DLRG und Angelverein unterstützten sie dabei. Ufer und Gelände, verwahrlost und voller Müll, wurden hergerichtet, die Gefahrenzone im Süden des Sees durch Schilder und Absperrungen gesichert, der Zaun abgerissen.

Am 16. Juli 2005 konnte der Nordteil eingeweiht werden — der Südteil blieb Naturzone. Jetzt säumt ein Sandstrand die Badebucht, ein FKK-Bereich lockt Besucher von nah und fern. Das alles hat der Verein in unermüdlichem Einsatz geschafft — allen voran der Geländewart, Gerhard Budde.