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Der Lüneburger Hafen: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, möchte die Betreibergesellschaft kräftig investieren. Foto: nh
Der Lüneburger Hafen: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, möchte die Betreibergesellschaft kräftig investieren. Foto: nh

Hafen Lüneburg GmbH investiert 2,4 Millionen Euro und hofft auf mehr Umschlag

red Lüneburg. Die Hafen Lüneburg GmbH will kräftig investieren, insgesamt rund 2,4 Millionen Euro in diesem und im kommenden Jahr. Unter anderem sollen die Bahnstrecken am und zum Hafen erneuert werden.

Die Gesellschaft zeichnet verantwortlich für die Infrastruktur des Lüneburger Binnenhafens am Elbe-Seitenkanal und die städtischen Industriebahnen. Seit Oktober 2014 betreibt sie auch das operative Hafenumschlagsgeschäft. Mit seinen sieben Binnenschiffsliegeplätzen und 940 Metern Liegeplatzlänge sowie einer Hafenbahn, die die gleichzeitige Abfertigung von mehreren Zügen bis zu 750 Meter Länge erlaubt, ist der Lüneburger Binnenhafen baulich der größte Hafen am Elbe-Seitenkanal mit eigenem Hafenbecken. Sowohl die Industriebahn des Hafens als auch die Goseburgbahn, die das Gewerbegebiet an der Lüner Rennbahn erschließt, sind direkt an die Hauptstrecke Hamburg-Hannover angebunden.

Die Umschlagsanlagen des Hafens, bestehend aus Hafenbecken, Uferwänden, Kranfahrbahnen, Flächenbefestigungen, elektischer Versorgung und einigem mehr, wurden 1976 zusammen mit dem Elbe-Seitenkanal in Betrieb genommen. Zeitgleich wurde auch die Hafenbahn, zunächst zur Anbindung des Hafenbeckens und später zur Anbindung diverser Firmen im Gewerbegebiet Bilmer Strauch ausgebaut. Bereits 1971 wurde die Goseburgbahn zur Anbindung des Gewerbegebietes in der Lüner Heide fertiggestellt und ist seitdem durchgängig in Betrieb. Anfänglich waren die Nutzer noch zahlreich, heute verkehren hier ausschließlich Waggons mit Gütern für die Firma Yanfeng Global Automotive Interior Systems Co. Ltd., vormals Johnson Controls.

2014 wurden am Standort Lüneburg insgesamt rund 35000 Tonnen an Massengut und Fertigprodukten über die Bahnen umgeschlagen. Derzeit wird für das laufende Geschäftsjahr mit einer Jahresgesamtmenge von 60000 Tonnen gerechnet. Die Hafen GmbH schätzt auch die weitere Entwicklung als positiv ein, da der Neubau eines Düngemittelzentrums durch die Raiffeisen GmbH ebenfalls den vorhandenen Gleisanschluss nutzen soll und zudem erste Anlieger im Gewerbegebiet Bilmer Strauch die Bahnanlagen zum internationalen Versand wieder nutzen wollen. Die Firma Yanfeng ist zudem weiterhin auf einen leistungsfähigen Gleisanschluss angewiesen.

„Die Bahnen wurden seinerzeit mit Holzschwellen ausgestattet, die nach rund 40 Jahren heute teilweise nicht mehr die betrieblich geforderten Radsatzlasten aufnehmen können, so dass im Bereich der Hafenbahn die Anlagen in Teilbereichen heute nicht mehr vollumfänglich nutzbar sind“, teilt Lars Strehse, Geschäftsführer der Hafen GmbH, mit. Nach einer Havarie im Anschlussgleis im Herbst 2013 war im vergangenen Jahr bereits das Hauptgleis erneuert worden. Im Bereich der Goseburgbahn habe es zuletzt vor zehn Jahren eine Grundsanierung der Anlagen in Teilen gegeben, so dass hier wiederum nun in Teilen Handlungsbedarf bestehe.

Für die Investitionen rechnet die Gesellschaft mit einer Förderung vom Bund und vom Land. In der Goseburg wird dazu unter anderem die Eisenbahnbrücke in der Vrestorfer Heide über die Ilmenau saniert. Die Trogbrücke wird eine neue Abdichtung unterhalb des Schotterbettes erhalten. Zudem werden in der Goseburg Schwellen ausgetauscht und der Bahnübergang in der Christian-Herbst-Straße erneuert. Die Anlagen der Hafenbahn werden in Teilen, inklusive der Bahnübergänge, komplett erneuert, so dass die vorhandenen Anlagen wieder vollumfänglich nutzbar sind. Zielsetzung sei, dass mindestens drei ganze Züge gleichzeitig die Anlage nutzen könnten. Außerdem soll die Betriebsfläche am Hafen eingezäunt werden, um Anlagen und Fördertechnik am Düngemittelzentrum besser zu schützen. Auch aus Gründen der Arbeitssicherheit wird das Betriebsgelände dann nicht mehr frei zugänglich sein. Zudem ist die Errichtung einer zusätzlichen Lagerstelle für Schüttgut und die Einrichtung einer Ladestraße außerhalb des Hafenbeckenbereiches — unter anderem zur möglichen Seitenbeladung von Waggons — geplant. Darüber hinaus soll das Hafenbecken entschlammt werden.