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Rund 3900 Straßenlaternen hat die Luna GmbH inzwischen erneuert, das führt zu erheblichen Energieeinsparungen. Foto: be
Rund 3900 Straßenlaternen hat die Luna GmbH inzwischen erneuert, das führt zu erheblichen Energieeinsparungen. Foto: be

Spar-Ziel bereits erreicht – Luna GmbH hat bei gepachteten Straßenlaternen Erneuerungsprogramm schnell umgesetzt

as Lüneburg. Als die Stadt Lüneburg vor sieben Jahren die Straßenbeleuchtung verkaufen wollte, war der Aufschrei groß. Kritiker führten ins Feld, der Käufer könnte womöglich die Lampen reduzieren oder sie zeitweise gar ausschalten. Ein Bürgerbegehren gegen den Verkauf wurde auf den Weg gebracht. Ohne Erfolg. Ende 2008 verpachtete die Stadt die rund 8000 Laternen an die damals neu gegründete Luna GmbH. Die Lichter gingen nicht aus. „Aber die Luna GmbH konnte den Energieverbrauch inzwischen erheblich senken“, ziehen die Geschäftsführer Yvonne Hobro und Meinhard Genz Bilanz.

Durchschnittlich 24 Jahre alt — viele hatten sogar mehr als 25 Jahre auf dem Buckel — waren die Straßenlaternen, als die Stadt überlegte, sie zu verkaufen. Denn die Modernisierung würde ein Riesenloch in die Stadtkasse reißen. Die sei aber auch notwendig, um Energie zu sparen, argumentierte die Verwaltung. Grüne und Linke im Rat lehnten den Verkauf ab. Schließlich beschloss der Rat mehrheitlich gegen die Stimmen der beiden Fraktionen die Verpachtung der Leuchten, „um das Anlagevermögen bei der Stadt zu belassen“, sagt Hobro. Die Luna GmbH, an der die Abwasser, Grün & Lüneburger Service (AgL) GmbH mit 51 Prozent und die Avacon mit 49 Prozent beteiligt sind, erhielt im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag, „weil sie das wirtschaftlichste Angebot machte“, erinnert Yvonne Hobro.

Der Pachtvertrag läuft über 20 Jahre. Der Pächter muss den Strom beschaffen und ist für die Instandhaltung sowie die Modernisierung der Leuchten und Masten zuständig. Festgeschrieben in dem Pachtvertrag ist auch, dass das Pachtentgelt in Höhe von vier Millionen Euro am Anfang komplett für die 20 Jahre floss. Das Geld ist für Investitionen in das Schulerneuerungsprogramm, heißt es seitens der Stadt. Die zahlt pro Jahr ein sogenanntes Beleuchtungsentgeld an die Gesellschaft für Instandhaltung, Laternenersatz und Strom. Laut Jahresabschluss 2014 der Luna GmbH, der jüngst im Wirtschaftsausschuss vorgelegt wurde, waren das 751000 Euro. Strom ist in der Pauschale enthalten. Lediglich die Stromnebenkosten (zum Beispiel Netznutzungsentgelte und Stromsteuer), die sich in 2014 auf 363595 Euro beliefen, werden direkt mit der Stadt abgerechnet.

Fixiert in dem Pachtvertrag war auch, dass der Energieverbrauch bis 2029 um mindestens 32,5 Prozent sinken soll, und dass die Lampen am Ende der Laufzeit durchschnittlich nicht älter sein dürfen als am Anfang. „Wir haben gleich 2010 mit einem Erneuerungsprogramm begonnen, bei dem nach und nach in den einzelnen Stadtteilen die Lampenköpfe ausgewechselt wurden“, sagt Meinhard Genz. Pro Jahr waren das zwischen 600 bis 900 Leuchtenköpfe inklusive Glühbirne. Inzwischen sind es insgesamt 3900 Leuchten. Verbrauchten die 8000 Straßenlaternen im Jahr 2010 noch 3,5 Millionen Kilowattstunden, konnte dadurch der Verbrauch bis 2014 auf 2,2 Millionen Kilowattstunden gesenkt werden. „Das macht eine Energieersparnis von 37 Prozent. Wir liegen also jetzt schon 4,5 Prozent über dem, was vertraglich bis zum Ende der Laufzeit verankert ist“, rechnet Genz vor und räumt ein: „Wir hielten die Vorgabe anfangs für ambitioniert, aber der technische Fortschritt hat uns auch bei der Übererfüllung geholfen.“ Pro Lampe hat die Gesellschaft zwischen 400 bis 800 Euro investiert.

Das Erneuerungsprogramm läuft damit aus, derzeit werden noch Peitschenlampen an der Dahlenburger Landstraße durch moderne Systeme ersetzt. Danach konzentriere man sich auf die Instandhaltung der Beleuchtung, ferner werden auch noch zirka 100 Lampen pro Jahr erneuert, so Yvonne Hobro. Außerdem hat die Gesellschaft inzwischen 1000 weitere Leuchten dort installiert, wo Neubaugebiete entstanden sind. Und sie bezieht Ökostrom. Der sei zwar teurer, aber ein Wunsch der Politik, die mit der Verwaltung den Einsatz erneuerbarer Energien forciert.

Weitere erfreuliche Folge der Modernisierung: Die Zahl der Störungen ist von 800 auf unter 600 pro Jahr zurückgegangen. Turnusgemäß werden alle überprüft. „Aber wir sind natürlich auch auf Hinweise der Bürger angewiesen, um im Einzelfall schnell reagieren zu können“, so die beiden Geschäftsführer. Jede Straßenlaterne hat eine Nummer. Diese können Bürger mit dem Straßennamen unter der Tel. 0800/0282266 durchgeben, damit eine Reparatur schnell erfolgt.

One comment

  1. Hallo

    Das ist im großen und Ganzen ja sehr schön, Strom sparen kann man ja nicht genug.
    Aber mir ist zu wenig über die Kosten die die Stagt tragen muss geschrieben, die Pächter wollen ja verdienen und ich denke sie werden die Lampen nicht mit Werbung verschandeln, also wo kommt das Geld her. Aus meiner Sicht der Dinge kann die Stadt dabei nicht sparen, denn immer wenn ein anderer für dich arbeitet wirds teuer.