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Alternativ zu den bisherigen Varianten schlagen auch die Grünen einen stufenweisen Ausbau von Bestandstrecken vor. Grafik: nh/hm
Alternativ zu den bisherigen Varianten schlagen auch die Grünen einen stufenweisen Ausbau von Bestandstrecken vor. Grafik: nh/hm

Y-Debatte entzweit die Grünen

dth Lüneburg/Deutsch Evern. Die Retourkutsche ließ nicht lange auf sich warten. Kürzlich hatten die Grünen im Lüneburger Stadtrat einen Vorstoß ihrer Parteifreunde im Landtag zur Y-Trasse kritisiert: „Hier wurde ohne Rückkopplung mit der betroffenen Parteibasis vor Ort in Hannover ein Vorschlag entwickelt, der eben so seine Schattenseiten hat …“, hieß es in einer Erklärung der Lüneburger Stadt-Grünen. Und „die grüne Landespolitik“ mische sich „präjudizierend“ in das „Dialogforum Schiene Nord“ ein. Den Stadtrats-Grünen widerspricht nun ausgerechnet der eigene grüne Kreisverband. Deren Mitglieder hätten demnach das Positionspapier zum stufenweisen Streckenausbau mit erarbeitet, das teilt Oliver Kraemer, Sprecher des Kreisverbands, mit.

Die Ausbau-Vorschläge der Grünen: 1.) dreigleisiger Ausbau Lüneburg-Uelzen, 2.) zweigleisiger Ausbau Rotenburg-Verden, 3.) durchgehender zweigleisiger Ausbau Uelzen-Stendal, 4.) stufenweise zweigleisiger Ausbau Langwedel-Uelzen, 5.) Ertüchtigung Nienburg-Wunstorf, 6.) östlicher Bypass Bremen mit Verbindung zur Amerika-Linie, 7.) stärkere Einbindung der Strecke Hamburg-Berlin. Der Ansatz ähnelt dem der Alpha-Variante, die von der SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann vertreten wird. Grafik: nh/kindler
Die Ausbau-Vorschläge der Grünen: 1.) dreigleisiger Ausbau Lüneburg-Uelzen, 2.) zweigleisiger Ausbau Rotenburg-Verden, 3.) durchgehender zweigleisiger Ausbau Uelzen-Stendal, 4.) stufenweise zweigleisiger Ausbau Langwedel-Uelzen, 5.) Ertüchtigung Nienburg-Wunstorf, 6.) östlicher Bypass Bremen mit Verbindung zur Amerika-Linie, 7.) stärkere Einbindung der Strecke Hamburg-Berlin. Der Ansatz ähnelt dem der Alpha-Variante, die von der SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann vertreten wird. Grafik: nh/kindler

Laut Kraemer seien die Lüneburger Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden, die Landtagsabgeordnete Miriam Staudte und der Kreistagsabgeordnete Detlev Schulz-Hendel im Koordinierungskreis mit dem Bundestagsabgeordneten Sven Christian Kindler an der Entwicklung beteiligt gewesen. Wie berichtet, ähnelt der Grünen-Vorstoß der Alpha-Variante, die von der SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann vorangetrieben wird und ebenso auf Aus- statt Neubau setzt auch durch die Stadt Lüneburg.

Die Kritik der Lüneburger Stadt-Grünen hat Deutsch Everns Bürgermeister Hubert Ringe (CDU) in einem Leserbrief aufgegriffen: „Endlich scheinen die Grünen in Lüneburg aufzuwachen. Man merkt dort nun, dass bei einem Streckenausbau Richtung Celle der gesamte zusätzliche Güterverkehr von und nach Hamburg durch Lüneburg rollt.“ Und Deutsch Evern. Doch genauso wie „Deutsch Evern 21“ unter den Bürgerinitiativen eine Minderheit beim Kampf gegen den Bestandstreckenausbau darstellt, so sind es offenbar auch die Lüneburger Stadt-Grünen in ihrer Partei.

Kreisverbands-Sprecher Kraemer sagt: „Der Grundsatz Streckenausbau vor Streckenneubau ist bei den Grünen nicht neu und ein stufenweiser Ausbau hätte den gravierenden Vorteil, deutlich schneller zu einer Entlastung im Schienennetz zu kommen. Weiterhin wollen wir keine Vorfestlegung und die Ideen und Überlegungen im Kreisverband diskutieren, um zu einer möglichst verträglichen Lösung zu kommen.“ Aber klar sei auch: „Das Handeln frei nach dem Sankt-Florians-Prinzip mit der Forderung, überall gerne, aber bitte nur nicht vor meiner Haustüre, ist nicht in unserem Sinne und wird nicht funktionieren.“

Schulz-Hendel, Mitunterzeichner des Stufenkonzeptes, betont, dass das vorgelegte Papier nicht das Dialogverfahren ersetze: „Der von uns eingebrachte Vorschlag muss sich, wie alle Varianten, natürlich einem objektiven, kriterienscharfen Bewertungsverfahren stellen und sich im Vergleich mit allen anderen Alternativen bewähren.“