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Im Bispinger Snow Dome soll das Hofbräuhaus einziehen. Foto: snow dome/nh
Im Bispinger Snow Dome soll das Hofbräuhaus einziehen. Foto: snow dome/nh

„Snow Dome“ Bispingen: Die Bayern kommen!

wu Bispingen. Die weiß-blauen Fahnen vor dem Eingang zeigen es deutlich: Bayerisch geht es künftig im Bispinger Snow Dome zu. Die bisherigen österreichischen Eigentümer, die Bergbahnen Sölden GmbH, haben sich zurückgezogen, stattdessen bekommt Bispingen ein Hofbräuhaus. Damit soll die Gastronomie in der Skihalle deutlich gestärkt werden und künftig für die Hälfte das Umsatzes in der Anlage sorgen. Das ist zumindest das Ziel der neuen Eigentümer, des Hamburger Gastronomen Frank Blin, der auf Hotel- und Gastronomieprojekte spezialisierten Beratungsgesellschaft Treugast Solution Group unter Leitung von Professor Stephan Gerhard und des österreichischen Geschäftsmanns Alois Haider, der von Anfang an in der Halle engagiert ist. Neuer Generalmanager ist der Wiener Franz Erhardt, bisher unter anderem Projektmanager der Opernfestspiele St. Margarethen (Burgenland). Er löst Geschäftsführer José Fernandes ab, der den Snow Dome seit 2010 geleitet hat.

Die Bergbahnen Sölden waren seit Jahren auf der Suche nach einem Unternehmen, das sich am Snow Dome beteiligt oder die Halle an der Autobahn7 zwischen Hamburg und Hannover übernimmt. Im Jahr 2013 war die Anlage für sieben Monate geschlossen worden. Sanierungsbedarf und hohe Energiekosten hatten die Eigentümer zu dem Schritt veranlasst. 1,5 Millionen Euro wurden vor allem für die Modernisierung des Kühl- und Beschneiungssystems investiert. Dieses neue Kühlungssystem und veränderte Öffnungszeiten sollten helfen, die Kosten zu reduzieren.

Mit dem neuen Konzept geht es den neuen Eigentümern weniger um Kostenreduzierung als um Einnahmesteigerung. Blin, Sohn des Ex-Boxeuropameisters Jürgen Blin, betreibt bereits die Hofbräu-Wirtshäuser in Hamburg und Berlin. Mit ihm und Gerhard wurde eine Managementvereinbarung für die Anlage getroffen. Gerhard fungiert zudem neben Haider als zweiter Geschäftsführer der neuen Skihallen Service GmbH. Haider, der den Deal eingefädelt hat, zeigte sich sicher, dass es gelinge, den Snow Dome mit dieser Konstellation „für die Zukunft gut aufzustellen und wirtschaftlich nachhaltig zu betreiben“ und zwar „für die nächsten Jahre und Jahrzehnte“, so Gerhard.

Dazu erhält der Snow Dome ein neues Gesicht. Die Fassade soll an das berühmte Hofbräuhaus in München erinnern, der Pylon erhält ein neues Erscheinungsbild, ein großer Biergarten mit Spielplatz im Außenbereich entsteht. Auch die Innneneinrichtung soll erneuert werden. Dafür investiere man zwischen einer halben und einer Million Euro, sagte Blin.

Die Gastronomie glänzt dann unter dem Hofbräu-Markenemblem als Zugpferd. Vorgesehen sind verlängerte Öffnungszeiten in der Gastronomie, eine neue Speisekarte mit bayerischen Spezialitäten und Veranstaltungen wie einem bayerischen Sonntagsbrunch, eine „Nacht der Tracht“ erstmals am 29. August, ein Oktoberfest und regelmäßige Live-Musik. Der „Dorfwirt“ soll mit „Party und Aprés-Ski“ belebt werden. Durch Vernetzung der Betriebe will Blin gerade aus Hamburg mehr Gruppen zum Snow Dome holen. „Und es kann nicht sein, dass die Küche abends um acht Uhr ein Auslaufmodell ist“, betonte Gerhard. Immerhin umfasst die Bispinger Anlage über 1000 Plätze in der Gastronomie. Da gebe es einiges an Umsatzpotenzial, sagte Gerhard. Und das sei bisher nicht ausgeschöpft worden. „Wir wollen die Umsätze in zwei Jahren verdoppeln“, verdeutlichte er. Ziel sei, dass die Umsätze dann jeweils zur Hälfte in Gastronomie und Skihalle erwirtschaftet werden. Um welche Zahlen es sich dabei handelt, dazu hielten sich die Eigentümer aber bedeckt. In der letzten Bilanz für die Skihalle ist der Umsatz für 2012/2013 mit sieben Millionen Euro angegeben, für 2013/14 als von April bis Oktober geschlossen war mit 2,9 Millionen Euro, der Rohertrag 2014 mit 9,87 Millionen Euro. Auch zum bisherigen Gewinn hielt sich Haider zurück: „Sicher wurde Geld verdient, die Frage ist nur, auf welcher Seite. Die Region hat profitiert.“

An den 130 Arbeitsplätzen 54 Fest- und bis zu 70 Teilzeitmitarbeiter soll laut Gerhard nichts geändert werden. Auch die 300 Meter Skipiste soll unangetastet bleiben, die „europaweit energieeffizienteste“ Skianlage weiterbetrieben werden. Für die Zukunft haben die Eigentümer aber bereits weitere Pläne: Die Hotelkapazität bisher 90 Betten in einer kanadischen Blockhausanlage soll „mittel- bis langfristig“ erweitert werden.

One comment

  1. Wie kommt man denn bei einem Umsatz von 2,9 Milliarden auf einen Rohertrag von 9,87 Mio? Bitte mal,genauer berichten,und recherchieren.