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Foto: Taucheinsatz in Hohnstorf -- rund 60 Einsatzkräfte sind auf der Suche nach den Vermissten Personen. Foto: apeldorn
Foto: Taucheinsatz in Hohnstorf -- rund 60 Einsatzkräfte sind auf der Suche nach den Vermissten Personen. Foto: apeldorn

+++ Elbe-Leichnam wahrscheinlich vermisster Marco Schulze aus Drage +++ Taucher im Einsatz

+++ Update 19:17 Uhr:  Tauchereinsatz in Hohnstorf — zur Zeit befinden sich etwa 60 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst sowie der Tauchergruppe Lüneburg vor Ort, um weitere Hinweise zu finden.

tja Lauenburg. Wo stecken Miriam (12) und Sylvia (43) Schulze? Nachdem am Freitagmorgen in Lauenburg eine Leiche aus der Elbe geborgen wurde, geht die Polizei davon aus, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den Vater beziehungsweise Mann der Vermissten handelt: Marco Schulze (41), der wie Frau und Tochter seit zehn Tagen von Angehörigen im niedersächsischen Drage als vermisst galt. Die Polizei im Landkreis Harburg ermittelt mit einer 25-köpfigen Sonderkommission unter Hochdruck. Die Schulzes arbeiteten beide in Geesthacht, er in einer Düneberger Chemiefabrik, sie bei Lidl.

Zunächst schien der Leichenfund am Freitagmorgen rätselhaft: Vor Lauenburgs Altstadt trieb ein lebloser Körper im Wasser, ein Spaziergänger auf der Promenade machte die grausige Entdeckung und rief gegen 5.30 Uhr die Polizei. Als Feuerwehrmänner den Toten bergen wollten, stellten sie fest, dass der Mann mit einem etwa 25 Kilo schweren Betonklotz beschwert war. Wohl, um die Leiche dauerhaft zu versenken. Doch die Faulgase im Körper sorgten für einen so starken Auftrieb, dass sie wieder auftauchte.

wefgwefUm den Fall zu klären, nahmen die Polizisten aus dem Lauenburgischen schon morgens Kontakt zu den Kollegen in Niedersachsen auf. Um 11.20 Uhr rückten aus Buchholz Ermittler bei der Geesthachter Kripo an, um sich mit den Kollegen auszutauschen. Aus Hannover suchte ein Polizeihubschrauber die Elbe von Hamburg elbaufwärts bis Boizenburg ab, kreiste über dem Fundort vor Lauenburgs Altstadt.

Ob es sich bei dem Toten tatsächlich um den seit gut einer Woche vermissten Marco Schulze handelt, prüften die Polizisten jetzt. Aufschluss über die Identität und die Todesursache sollen wohl schon am Wochenende der Abgleich persönlicher Merkmale und eine Obduktion geben. „Wir arbeiten eng mit den Kollegen aus Niedersachsen zusammen, um die Zuständigkeiten zu klären“, sagte Sonja Kurz, die Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg. Das weitere Vorgehen in der Sache hängt davon ab, ob es sich um Marco Schulze handelt oder nicht. Vermutlich sollen im Bereich der Lauenburger Elbbrücke Taucher eingesetzt werden, um nach Hinweise zu suchen

Am sonst so beschaulichen Lauenburger Elbufer war es gestern Morgen mit der Ruhe schlagartig vorbei. Rot-weißes Absperrband der Polizei versperrte im Bereich der Elbstraße.24 den Zutritt zur Promenade, in der Elbstraße standen Fahrzeuge von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst dicht an dicht. Während im Osten die Sonne aufging, bargen Lauenburgs Feuerwehrleute gegen 6 Uhr einen Toten aus der Elbe. Ein Altstadtbewohner, der gegen 5.30 Uhr mit seinem Hund Gassi gehen war, hatte den leblos im Wasser treibenden Körper entdeckt und die Polizei informiert.

Weil die Beamten den Leichnam nicht erreichen konnten, forderten sie die Unterstützung durch die Feuerwehr an. 20 Einsatzkräfte rückten mit vier Fahrzeugen und dem kleinen Arbeitsboot aus. „Das kleine Boot ist praktischer in so einem Fall“, sagte Lauenburgs Feuerwehrchef Lars Heuer. „Wir haben unserem Einsatzboote den Leichnam in Richtung Ufer gebracht und ihn dann dort geborgen“, berichtete Heuer.

Die Bergung aus dem Wasser an der Uferböschung gestaltete sich aber schwierig, da der Leichnam mit einem etwa 25 Kilo schweren Betonklotz beschwert war. Mit solchen gelochten Betonblöcken werden normalerweise Bauzaungitter aufgestellt. Nachdem eine Polizistin die Leiche an der Böschung samt dem mit einem dicken gelben Band mehrfach um den Körper gewickelten Betonblock fotografiert hatte, konnte ein Feuerwehrmann das Band durchschneiden, sodass der Tote vorsichtig auf die Promenade gehoben werden konnte.

Beamte der Lübecker Kriminalpolizei sicherten dann erste Spuren, ehe die Leiche abtransportiert werden konnte. Für die Polizei hat nun zunächst die Identifizierung absolute Priorität, anschließend soll eine Obduktion Aufschluss über die Todesursache geben.

Wahrscheinlich dürfte der Tote über die Lauenburger Elbbrücke ins Wasser gelangt sein. Ob freiwillig oder in Folge eines Gewaltverbrechens, muss nun die Polizei klären. Sollte es sich, wie vermutet, um den bislang vermissten Marco Schulze aus Drage handeln, dürfte der seit dem 23. Juli im Wasser gelegen haben. Damals wurde er zuletzt gesehen. Nach Einschätzung des Notarztes muss der Tote mehrere Tage im Wasser gelegen haben. Aufgrund der Bildung von Faulgas im Körper trieb der Tote dann trotz des schweren Betonblocks gestern Morgen auf und wurde mit der Strömung etwa 400 Meter weit elbabwärts getrieben.

Die niedersächsische Polizei startete heute mit einem Hubschrauber eine Suchaktion am Fundort, im Bereich der Elbbrücke und flog auch den Fluss zwischen Hamburg und Boizenburg ab. Weitere Hinweise auf den mysteriösen Fall gab es dadurch aber nicht. Bereits in direkter Nachbarschaft von Drage hatte die Polizei tagelang nach den drei vermissten Familienmitgliedern gesucht. Nach wie vor ist unklar, wo die Tochter und die Frau des 41-Jährigen sind.

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