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Der demografische Wandel in Deutschland stellt auch die Unternehmen vor große Herausforderungen. Was die Betriebe für die Gesundheit und die Motivation ihrer Mitarbeiter tun können, darum geht es bei den Lüneburger Gesundheitstagen in Embsen. Foto: A./t&w
Der demografische Wandel in Deutschland stellt auch die Unternehmen vor große Herausforderungen. Was die Betriebe für die Gesundheit und die Motivation ihrer Mitarbeiter tun können, darum geht es bei den Lüneburger Gesundheitstagen in Embsen. Foto: A./t&w

Lüneburger Gesundheitstag — Fit und motiviert bleiben

red Lüneburg. Der demografische Wandel stellt Unternehmen und Arbeitnehmer künftig vor noch größere Herausforderungen. Unter dem Motto „Betriebliches Gesundheitsmanagement von A bis Z“ lädt die „Allianz für Fachkräfte Nordostniedersachsen“ daher für Dienstag, 8. September, von 10 bis 16.30 Uhr zum Lüneburger Gesundheitstag ein. Im ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Embsen können sich Unternehmen in Fachforen zu folgenden Themen informieren: „Psychische Gefährdungsbeurteilung“, „Gesunde Organisation Gesunde Führung“ und „Führung & Fürsorge: Unternehmen berichten aus der Praxis“.

Prof. Dr. Volker Nürnberg wird in Embsen referieren. Foto: nh
Prof. Dr. Volker Nürnberg wird in Embsen referieren. Foto: nh

Referent der Veranstaltung ist Prof. Dr. Volker Nürnberg. Der Experte für Betriebliches Gesundheitsmanagement beschäftigt sich seit 15 Jahren mit der Situation von Führungskräften. Als Leiter des Bereichs Gesundheitsmanagement bei einer Personalentwicklungs-Beratung liegen seine Schwerpunkte auf den Aspekten Arbeitgeberattraktivität, Führung, Kommunikation, Demografie, Personalentwicklung und -management. Er sagt: „Das Betriebliche Gesundheitsmanagement muss alle im Unternehmen erreichen, nicht nur die Mitarbeiter, die von sich aus eine hohe Motivation zum gesunden Leben haben“.Wie das gelingen kann, verrät Prof. Nürnberg im LZ-Gespräch.

Interview

Herr Prof. Nürnberg, wie kann Gesundheitsförderung dazu beitragen, Mitarbeiter arbeitsfähig und motiviert zu halten?

Prof. Dr. Volker Nürnberg: Wenn sie langfristig und ganzheitlich angelegt ist. Ganzheitlich heißt, dass die Maßnahmen auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter und die Anforderungen des Arbeitsplatzes abgestimmt sein müssen. Dabei sind die vier Felder Bewegung, Ernährung, Stress und Sucht zu berücksichtigen.
2Trotzdem gehen Sie davon aus, dass das Betriebliche Gesundheitsmanagement in Deutschland gescheitert ist warum?
Nürnberg: Ganz einfach: Weil es nur durchschnittlich 10 bis 20 Prozent der Belegschaft erreicht. Dazu kommt, dass es vor allem die Gesunden sind, wogegen man die Problemgruppen dazu zählen Männer, Migranten, und Geringqualifizierte kaum anspricht. Deshalb muss Betriebliches Gesundheitsmanagement zielgruppenspezifisch ansetzen.

Haben Sie dafür ein Beispiel?

Nürnberg: Männer beispielsweise mögen spielerische Elemente Stichwort Gamification oder Wettbewerbe. Frauen dagegen sind eher für eine Kreativwerkstatt offen. Junge Kollegen wünschen sich oft ein Event, bei dem sie angesprochen werden. Auch die Medien, mit denen man die Gruppen anspricht, sind unterschiedlich: Jüngere sind internetaffin, Ältere mögen oft lieber konventionelle Ansprachen.

Eine gute Kommunikation ist also wichtig. Was sollen Unternehmen dabei berücksichtigen?

Nürnberg: Die Kommunikation ist das wichtigste Element des Gesundheitsmanagements. Hier gilt es, unternehmensspezifische Kampagnen zu entwickeln und verschiedene Medien zu nutzen. Unternehmen sollten dabei mutig sein und neue Wege gehen, also zum Beispiel auch Inter- und Intranet, die Mitarbeiterzeitung und -Pinnwand sowie E-Mail nutzen. So erregen sie Aufmerksamkeit.

Was geben Sie Unternehmen mit auf den Weg, die bislang noch kein Betriebliches Gesundheitsmanagement umsetzen?

Nürnberg: Die Unternehmen sollen klein anfangen und sich nicht verzetteln. Gut ist es, sich zunächst auf ein Thema zu fokussieren, etwa ein „Jahr des Rückens“.

Bündnis aus 14 Partnern

Die Allianz für Fachkräfte Nordostniedersachsen ist ein seit 2014 bestehendes Bündnis aus inzwischen 14 Partnern, die sich gemeinsam für Fachkräftesicherung in der Region starkmachen. Sechs von ihnen veranstalten den Gesundheitstag: der Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen, die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, die Leuphana Universität Lüneburg und der Deutsche Gewerkschaftsbund. Der Überbetriebliche Verbund Lüneburg-Uelzen unterstützt die Veranstaltung. Anmeldungen zum Lüneburger Gesundheitstag sind online unter www.fachkraefteallianz-non.de/gesundheitstag möglich.