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Der Fähranleger in Hohnstorf an der Elbe: Boote werden zurück auf Anhänger verfrachtet, Taucher ziehen sich wieder an -- gegen 16:15 Uhr am Sonnabend gilt die Suche nach Silvia und Miriam Schulze vorerst als erfolglos beendet. Foto: jj
Der Fähranleger in Hohnstorf an der Elbe: Boote werden zurück auf Anhänger verfrachtet, Taucher ziehen sich wieder an -- gegen 16:15 Uhr am Sonnabend gilt die Suche nach Silvia und Miriam Schulze vorerst als erfolglos beendet. Foto: jj

+++ Der Fall Schulze: Suche vorerst erfolglos beendet +++ Wer kennt das silberne Damenrad?

lz Lauenburg. Gegen 16:15 Uhr wird die Suche nach Silvia (43) und Miriam Schulze (12), Frau und Tochter des am Freitag tot aus der Elbe geborgenen Marco Schulze, am Sonnabend vorerst erfolglos eingestellt. „Wir haben alle Gebiete, die in Frage kommen, abgesucht, dabei jedoch leider nichts finden können“, so Jan Krüger, Pressesprecher der Polizeiinspektion Harburg.

Polizeitaucher und ein Sonarboot suchten seit dem Morgen den Elbgrund um die Fundstelle weiter nach Spuren ab — bisher jedoch vergebens. Damit wird ein erweiterter Suizid Marco Schulzes für die Ermittler immer wahrscheinlicher. Auch die Ursache für die Tragödie von Drage liegen noch im Dunklen. Die Polizei ermittelt weiter im Umfeld.

Eine Obduktion des Leichnams war noch am Freitagabend erfolgt und hatte ergeben: Bei dem Toten handelt es sich um den seit vergangener Woche vermissten Marco Schulze aus Drage. Nachdem die Fahndung nach Frau und Kind gegen 24 Uhr in der Nacht zu Sonnabend vorerst abgebrochen wurde, hatte die Polizei ihre Suche am Morgen wieder aufgenommen.

Wer kennt dieses Damendrad? Hinweise bitte an die Hotline der Soko Schulze, Telefon 0 41 81 / 285 285.
Wer kennt dieses Damenrad? Hinweise bitte an die Hotline der Soko Schulze, Telefon 0 41 81 /285 285.

So konnte bei einer Tauchabsuche an der Stelle, von der Schulze vermutlich ins Wasser gesprungen ist, ein silbernenes Damenrad gefunden werden. „Das Fahrrad stammt nicht aus dem Besitz der Familie, Marco Schulze könnte es sich anderweitig beschafft haben und damit zum Wasser gefahren sein, um sich von der Brücke zu stürzen“, so Jan Krüger. „Wir hoffen in diesem Bezug auf Hinweise aus der Bevölkerung.“

Eindeutig als Rad der Familie Schulze identifiziert ist hingegen inzwischen ein grünes Herrenrad, das am Donnerstag in Winsen/Luhe sichergestellt wurde.

Offenbar war der 41-Jährige damit nach Winsen gefahren und hatte es dort aus noch unbekannten Gründen zurückgelassen. Wie er dann an das gestern in der Elbe aufgefundene silberfarbene Damenrad kam und von wo er damit auf die Elbbrücke bei Lauenburg gefahren war, ist noch unklar. Die Ermittlungen dazu dauern an.

 

Die Hintergründe

Zunächst schien der Leichenfund am Freitagmorgen rätselhaft: Vor Lauenburgs Altstadt trieb ein lebloser Körper im Wasser, ein Spaziergänger auf der Promenade machte die grausige Entdeckung und rief gegen 5.30 Uhr die Polizei. Als Feuerwehrmänner den Toten bergen wollten, stellten sie fest, dass der Mann mit einem etwa 25 Kilogramm schweren Betonklotz beschwert war. Wohl, um die Leiche dauerhaft zu versenken. Doch die Faulgase im Körper sorgten für einen so starken Auftrieb, dass sie wieder auftauchte.

Wie am Freitagabend bekannt wurde, ist ein Fremdverschulden auszuschließen. Die Ermittler gehen davon aus, dass Schulze sich offenbar ertränkt hat. So könnte er der Betonklotz von einer nahegelegenen Baustelle entwendet und ihn sich an den Körper gebunden haben. Laut Obduktion hatte Schulze bereits mehrere Tage im Wasser gelegen.