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Eingerüstet wirkt das neue Vorzeige-Gebäude an der Universität noch massiver. Derzeit macht sich das Bauteam an die Fassadengestaltung. Foto: t&w
Eingerüstet wirkt das neue Vorzeige-Gebäude an der Universität noch massiver. Derzeit macht sich das Bauteam an die Fassadengestaltung. Foto: t&w

Leuphana Universität Lüneburg: Die 200 Tonnen schwere Rüstung

mm Lüneburg. So viel Gerüst auf einem Fleck hat Lüneburg wohl noch nicht gesehen: Das sich noch im Rohbau befindliche Zentralgebäude der Universität an der Uelzener Straße umschlingt derzeit ein insgesamt 200 Tonnen schweres Stahlgerippe. Hinzu kommt noch einmal das Doppelte an Masse für Stahlkonstruktionen, die die Gerüste tragen. Das Riesengebäude nach Entwürfen von Daniel Libeskind, bestehend aus vier Teilen, erhält jetzt seine Zinkverkleidung.

Mittlerweile sind die gewaltigen Ausmaße des neuen Hauptgebäudes immer besser sichtbar. Verändern wird sich nun die Außenfassade. Denn die Gerüste sind aufgebaut für die Fassadenarbeiten. Das Bauteam an der Leuphana erklärt auf LZ-Nachfrage die wichtigsten Details zu diesem Bauabschnitt, der eigentlich längst fertig sein sollte: „Es wird eine gedämmte hinterlüftete Fassade gebaut, diese wird mit Zinkblechen (Zinkrauten) verkleidet. Das gesamte Gebäude wird mit diesen Zinkrauten belegt werden“, heißt es. Durch die schrägen Wände verrutschten auch die Gerüste. Sie stehen nicht wie sonst üblich gerade an den Wänden, sondern versetzt. Und so kommt es, dass an manchen Stellen die maximale Tiefe der Konstruktionen zwischen Gebäude und Gerüstaußenkante bis zu zwölf Meter beträgt.

Der Aufbau der Gerüste ist daher auch nicht mal eben an einem Tag erledigt, es dauert viel länger: Die Gerüste werden in Abschnitten aufgebaut, je nach Umfang zieht sich das Aufstellen zwischen einer und drei Wochen hin.

Seine endgültige Form erhält derweil auch der vierte und letzte Baukörper, das Seminarzentrum. Dort befindet sich später unter anderem der Zugang von der Uelzener Straße mit der Foyerzone.

Spätestens Ende 2016 soll das gesamte Gebäude fertig sein.

3 Kommentare

  1. da alles schief ist, braucht man mehr gerüst. ob deswegen der bau bald die 100 millionen überschreiten wird? wird mathe an der leuphaner eigentlich unterrichtet? es müssen dort wahre rechenkünstler unterwegs gewesen sein. wer übernimmt für diesen unfug eigentlich wirklich die verantwortung? der steuerzahler, obwohl er nie gefragt wurde? mit welchem recht?

  2. Nachdem ich es Heute (05.8.2015) mittag im Radio gehört hatte fand ich die Meldung unter ndr.de/info auch im Internet. Dort steht u.a.:

    5,5 Millionen Euro mehr sind sicher

    Feststehen soll bereits, dass der Neubau der Leuphana-Uni um weitere fünfeinhalb Millionen Euro teuer wird. Das sei der aktuelle Stand, heißt es in der vertraulichen Unterlage des zuständigen Wissenschaftsministeriums, die NDR 1 Niedersachsen vorliegt. Dazu könnten dann noch Kosten von 7,6 Millionen kommen, die, wie es wörtlich heißt, „entweder erwartet oder noch strittig sind“. Das bedeutet, dass zumindest ein Teil dieser Kosten mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf die Geldgeber zukommt. Obendrauf kommen noch sogenannte Risikokosten in Höhe von 3,9 Millionen Euro für unvorhersagbare und ungeplante Dinge, die bei einem Neubau immer passieren können. Zusammen sind das 11,5 Millionen Euro mögliche Mehrkosten. Im schlimmsten Fall könnte der Neubau des Zentralgebäudes also insgesamt mehr als 89 Millionen Euro teuer werden. … Wer diese Kosten tragen könnte, ist offen.

    Ich bin gespannt ob Stadt und Landkreis ihr Wort halten können und ihre Zuschüsse nicht erhöhen. Das kann noch lustig werden. Und welche Konsequenzen gibt es für die verantwortlichen? Wahrscheinlich wieder mal keine.

    • Das vergaß ich ja ganz. Da drohen u.U. auch noch Zuschüsse von mehreren Millionen von der EU „flöten“ zu gehen, wenn der Zeitplan nicht eingehalten wird. Aber Spoun und Keller sind ja Füchse in dieser Beziehung. Die werden auch ein Gebäude ohne Heizung und Treppen als fertig „verkaufen“ können. Über die tatsächlichen Gesamtkosten (die jetzige Schätzung wird nicht die letzte sein) wundert sich dann auch keiner mehr, weil nämlich niemand den anfänglichen Kalkulationen Glauben geschenkt hat. Das ist wirklich eine lustige Geschichte über die sich nur noch schmunzeln lässt.

      Von der Internetseite ndr.de/info vom 05.8.2015 aus vertraulichen Unterlagen des Niedersächsischen Wissenschaftsministeriums:

      Zeitplan „eng und ohne Reserven“

      Zumindest dem aktuellen Zeitplan scheint der Neubau nun gerecht zu werden. Das neue Hauptgebäude soll am 11. Januar 2017 an die Universität übergeben werden. Bis dahin darf aber nichts Unvorhergesehenes mehr passieren. Wie es in den vertraulichen Unterlagen des Wissenschaftsministeriums weiter heißt, ist der Terminplan „eng und ohne Reserven“. Den Experten zufolge ist „das Vorhaben weiterhin in zeitlicher Hinsicht kritisch“. Sollte der Neubau nicht pünktlich fertig werden, besteht die Gefahr, dass Zuschüsse der EU in Millionenhöhe wegfallen.