Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Der Libeskind-Bau auf dem Uni-Campus ist dick eingerüstet. Die Baugerüste müssen so breit sein wie ein Panzer, um an dem Bau mit vielen Schrägen und Spitzen gerade Flächen für die Bauarbeiter zu schaffen. Foto: t&w
Der Libeskind-Bau auf dem Uni-Campus ist dick eingerüstet. Die Baugerüste müssen so breit sein wie ein Panzer, um an dem Bau mit vielen Schrägen und Spitzen gerade Flächen für die Bauarbeiter zu schaffen. Foto: t&w

Libeskind-Bau +++ Erneute Kostenspekulation +++ Wissenschaftsministerium soll von knapp 90 Millionen Euro ausgehen

red Lüneburg. Kostenschub beim Bau des Zentralgebäudes der Lüneburger Universität. Darüber berichtet NDR 1 Niedersachsen. Von 89,4 Millionen Euro ist die Rede. Das gehe aus einem vertraulichen Papier des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums hervor. Offiziell werden auf der Internetseite der Lüneburger Hochschule noch 76 Millionen Euro genannt für den Libeskind-Bau. Anfangs lagen die Kosten noch unter 60 Millionen Euro.
Die LZ wie auch die Hannoversche Allgemeine Zeitung hatten bereits im Frühjahr 2014 aus einem vertraulichen Bericht der Oberfinanzdirektion Niedersachsen zitiert und von 90 Millionen Euro Baukosten geschrieben. Und auffällig ist jetzt, dass sich Passagen aus diesem Bericht im „aktuellen“ Bericht des NDR wiederfinden wie zum Beispiel die Risikobetrachtung, die schon im Januar 2014 mit 11,5 Millionen Euro ausgewiesen wurden.

In dem Papier ist nicht nur von erheblichen möglichen Mehrkosten die Rede,  91 Millionen Euro werden als „nicht unwahrscheinlich“ eingestuft, sondern auch von einem „Wort-Case-Szenario. „Würden alle benannten Risiken in voller Höhe eintreten, könnten die Gesamtkosten der Maßnahme auf bis zu 125 Millionen Euro ansteigen.“

Im Mai dieses Jahres berichtete dann die LZ erneut, dass 88 Millionen Euro als Baukosten befürchtet werden. Zwei Quellen bestätigten das in Hannover.

Wegen der Kosten für den Libeskind-Bau ist das Wissenschaftsministerium seit längerem alarmiert, ein Bau-Beirat, angedockt am Stiftungsrat der Universität, soll für mehr Kostendisziplin sorgen und vor allem für Transparenz. Schon im Juni hatte die Sprecherin des Ministeriums, Dr. Margit Kautenburger, auf Anfrage der Landeszeitung gesagt: Auch das Ministerium gehe von weiteren Kostenrisiken aus. Treten Mehrkosten auf, müsse die Universität einen Antrag auf Änderung des Zuwendungsbescheides stellen. Sind die Abweichungen erheblich, muss der Haushaltsausschuss beraten. „Das liegt unter anderem dann vor, wenn eine Überschreitung bezogen auf die zuletzt genehmigten Kosten um mehr als 15 Prozent vorliegt und mehr als zwei Millionen Euro beträgt.“ Gestern Abend sagte sie, diese Aussagen hätten weiter Gültigkeit.

One comment

  1. Siemens will für 200 Mio. Euro ein neues Produktionswerk in oder bei Cuxhaven bauen. Man kann bei einem großen Wirtschaftskonzern davon ausgehen, dass die geplanten Kosten auch eingehalten werden. Werden die Kosten nicht eingehalten, dürften Köpfe rollen. So ist das in der freien Wirtschaft. Zudem werden voraussichtlich um die 1000 neue Arbeitsplätze in dem Werk geschaffen.

    Auf dem Gelände der Leuphana-Universität wird ein Zentralgebäude (Libeskind-Bau) geschaffen für das anfangs Baukosten unter 60 Mio. Euro veranschlagt wurden. Vermutlich werden die Kosten am Ende bei +/- 100 Mio. liegen. Neue Arbeitsplätze (zumindest in der Größenordnung des neuen Siemens-Werkes) werden wohl nicht damit geschaffen. Nur grinsende Gesichter und Stolz über den Prunkbau werden das Ergebnis sein. Aber ein gesellschaftlicher Wert oder wirtschaftliche Wertschöpfung nicht. Auch ein Gewinn für Lehre und Forschung ist zumindest zweifelhaft. Das Ergebnis sind dann schlicht raus geschmissene Steuergelder für ein paar in meinen Augen nicht ganz mit beiden Beinen auf dem Boden stehende Personen, die einen Hang zum Größenwahn haben. Entgegen den Gepflogenheiten in der Wirtschaft wird jedoch voraussichtlich hier keiner für die explodierenden Kosten seinen Kopf hin halten müssen. Was für ein Irrsinn in unserer Gesellschaft und in diesem System.