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Mit einem Großaufgebot suchte auch gestern im Deichvorland die Polizei noch einmal nach der vermissten Sylvia Schulze und ihrer Tochter Miriam. Foto: phs
Mit einem Großaufgebot suchte auch gestern im Deichvorland die Polizei noch einmal nach der vermissten Sylvia Schulze und ihrer Tochter Miriam. Foto: phs

Soko Schulze: Absuche des Deichvorlands bleibt erfolglos +++ mit Video

 

kre Drage. Auf dem Deich bei Drage sind Radfahrer unterwegs. Sie genießen das schöne Wetter und die leichte Brise, die über die Elbe weht. Es ist ein Sommertag, wie er kaum schöner sein kann. Und doch ist in der 4100-Seelen-Gemeinde die Stimmung gedrückt. Drage, das ist jetzt der Ort, in dem eine dreiköpfige Familie verschwunden ist. Der Leichnam des Vaters Marco Schulze (41) war am Freitag bei Lauenburg in der Elbe entdeckt worden. Er hatte sich umgebracht. Dass seine Ehefrau Sylvia Schulze (43) und Tochter Miriam (12) noch leben, daran glaubt die Polizei nicht mehr. Sie geht von einem erweiterten Suizid aus. Mit einer Hundertschaft aus Lüneburg und mit sechs Leichenspürhunden durchkämmten die Beamten gestern das Deichvorland auf einer Länge von drei Kilometern. „Wir wollen wirklich sicher sein, dass hier nicht doch die Leichen der beiden Vermissten abgelegt wurden“, sagt Polizeisprecher Jan Krüger. wefgwef

„Traurig, erschreckend, einfach furchtbar, was hier passiert ist“, sagt eine Frau, die die Suchaktion der Polizei von einer Sitzbank auf dem Deich aus verfolgt. Wie die meisten Einwohner will auch sie nur mit den Journalisten reden, wenn ihr Name nicht in der Zeitung erscheint. Am Wochenende sei sie in Berlin gewesen, berichtet sie. „Da gab es im Hotel nur ein einziges Thema: das Familien-Drama aus Drage“.

Die Badestelle an der Elbe, die wohl auch Familie Schulze gern aufsuchte und deshalb von der Polizei noch einmal intensiv abgesucht wird – sie ist zu einem Ort des Schreckens geworden. „Ich mag da nicht mehr baden gehen“, sagt die Mittfünfzigerin mit einem Schaudern in der Stimme.

Derweil duchstreift die Polizei einen kleinen Auenwald im Deichvorland. ,,Auf Höhe bleiben“, dirigiert der Gruppenführer seine Beamten. Meter um Meter kämpft sich der Trupp durch dichtes Gestrüpp – ,,nach rechts ausrichten…weiter vor…“ Und immer wieder: „Auf Höhe bleiben!“

Aufpassen müssen die Suchtrupps auch auf Medienvertreter, die den Beamten auf dem Fuße folgend durch Schilf und Gehölz streifen – auf der Suche nach den besten Bildern. Zugführer Kevin Lock wird das zu viel: „Pressevertreter 20 Meter Abstand halten!“ ordnet er an – und setzt nach: „Das wird sonst ein bisschen penetrant.“
Vom Deich aus beobachtet auch Lutz Schmidt die Suche: „Wenn man solche Familien-Tragödien im Fernsehen sieht, ist das immer weit weg“, sinniert der 53-Jährige – jetzt passiert so etwas plötzlich in der eigenen Nachbarschaft.“ Erklärungsversuche? Der Mann zuckt ratlos mit den Schultern. Familie Schulze galt als unauffällig, einen Abschiedsbrief gibt es nicht. Nichts, was den Suizid des Vaters, das Verschwinden der Familie erklären könnte. In ihrem Haus in der Neubausiedlung fehlte nichts, selbst die Pässe fanden die Beamten in der Wohnung. Und vor der Tür standen beide Autos, die die Polizei kriminaltechnisch untersucht hat: „Keine Auffälligkeiten“, sagt Polizeisprecher Krüger zum Ergebnis.

Es ist später Nachmittag, der Wasserstand der Elbe ist durch die Tiede so weit gesunken, dass die Beamten mit den Leichenspürhunden auch am Ufer noch einmal alles absuchen können. Ohne Ergebnis. Einstellen aber wird die 25-köpfige Sonderkommission die Suche nicht. ,,Wir werden natürlich weiterermitteln“, sagt Krüger. Damit auch das Schicksal von Sylvia und Miriam Schulze endlich aufgeklärt werden kann.

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One comment

  1. Wird auch in den vielen Mais feldern gesucht?