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Woher kam der Gestank, der gestern Vormittag Lüneburg heimsuchte? AGL-Mitarbeiter Jan Behrens öffnet einen Gully, um eine Geruchsprobe zu nehmen. Foto: mm
Woher kam der Gestank, der gestern Vormittag Lüneburg heimsuchte? AGL-Mitarbeiter Jan Behrens öffnet einen Gully, um eine Geruchsprobe zu nehmen. Foto: mm

Es liegt was in der Luft — Schwade üblen Geruchs über Lüneburg

mm Lüneburg. Viele Lüneburger rümpften die Nase: Eine Schwade üblen Geruchs zog gestern Vormittag über die Innenstadt. Das Rathaus schickte zunächst Mitarbeiter der Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL) los, sie sollten die Quelle des Gestank identifizieren. Schließlich hatte schon häufiger in der Vergangenheit zu wenig Abwasser für Verstopfungen im Kanalsystem und in der Folge für Ausdünstungen gesorgt. Das war diesmal nicht der Fall. Auch eine weitere Spur verflüchtigte sich.

Am Scunthorpepark macht sich die AGL ein Bild von der Beschaffenheit der Abwasserrohre, die bald ausgetauscht werden sollen. Für die Überprüfung mit einer Kamera musste ein Pumpwagen den Schmutzwasseranfall zurückhalten. Foto: mm
Am Scunthorpepark macht sich die AGL ein Bild von der Beschaffenheit der Abwasserrohre, die bald ausgetauscht werden sollen. Für die Überprüfung mit einer Kamera musste ein Pumpwagen den Schmutzwasseranfall zurückhalten. Foto: mm

An verschiedenen Stellen im Stadtgebiet zum Beispiel am Marktplatz, am Sand oder am Graalwall öffneten Mitarbeiter der AGL Gullydeckel, um zu kontrollieren, ob Rohrleitungen verstopft waren. Fehlanzeige: „Es wurden stichprobenartig Drehkreuze im Innenstadtbereich überprüft, ob es Verstopfungen gibt, dabei konnte kein außergewöhnlicher Gestank festgestellt werden“, sagte Klaus Niemann, Betriebsleiter für den Bereich Kanalisation.

Zeitweise keimte der Verdacht auf, dass auf abgemähten Getreidefeldern möglicherweise Trockenkot ausgebracht wurde, der ursächlich für den Gestank sein könnte. Die Geruchsfahne führte Prüfer vom Umweltamt daraufhin Richtung Kaltenmoor und Waldfriedhof. Dort wollten sie von höher gelegenen Punkten Felder überblicken, doch: „Während der Suche hat sich der Gestank verflüchtigt, sodass es nicht möglich ist, zu sagen, woher er kam“, erklärte Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. Also kein Schnüffeltest mehr.

Spekulationen über den Ursprung des Gestanks gab es auch auf der Facebookseite der Landeszeitung, dort berichteten Leser, dass sich der Geruch über große Teile der Stadt ausgebreitet habe. Die Stadt konnte jedoch nur feststellen, dass sie nichts feststellen konnte: „Einen Verursacher können wir nicht ausmachen“, erklärte Suzanne Moenck.

Parallel zu den Irrungen und Wirrungen um den Gestank, überprüften Mitarbeiter der AGL gestern Abwasserrohre an der Frommestraße, die genau wie die Gebäudereihe dort von Senkungsschäden betroffen sind (LZ berichtete). Es ist eine Routineprüfung, die zweimal jährlich stattfindet. Der Grund: Durch das Absacken werden Rohre am oberen Teil gegeneinander gequetscht, Brüche und Risse können sich bilden. Am unteren Ende werden sie auseinandergezogen, Abwasser kann auslaufen. Mit einer Kamera durchleuchteten die AGL-Mitarbeiter die Rohrleitungen, die sich durch den Scunthorpepark ziehen. Und Klaus Niemann, der vor Ort die Arbeiten überwachte, stellte fest: „Die Rohre müssen ausgetauscht werden.“ Und das zeitnah.