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Die Wasserstände der Elbe liegen an vielen Pegeln unterhalb des Mittleren Niedrigwassers. In Hohnstorf werden derzeit mit rund 425 Zentimetern relativ stabile Werte über dem Mittleren Niedrigwasser von 2000 bis 2010 gemessen. Der Pegel liegt im staubeeinflussten Bereich. Foto: t&w
Die Wasserstände der Elbe liegen an vielen Pegeln unterhalb des Mittleren Niedrigwassers. In Hohnstorf werden derzeit mit rund 425 Zentimetern relativ stabile Werte über dem Mittleren Niedrigwasser von 2000 bis 2010 gemessen. Der Pegel liegt im staubeeinflussten Bereich. Foto: t&w

Die Elbe macht sich dünne

emi Lüneburg. Von den großen Flüssen Deutschlands ist die Elbe zurzeit am stärksten von der schon lange anhaltenden Trockenperiode betroffen. In Dresden führt der Strom so wenig Wasser wie seit 51 Jahren nicht mehr. Seit Wochen sind laut Achim Stolz, Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN), im oberen und mittleren Abschnitt der Elbe bis zur Staustufe Geesthacht sehr niedrige Wasserstände zu beobachten. „Sie liegen an allen Pegeln unterhalb des Mittleren Niedrigwassers“, sagt der Sprecher.

Das Mittlere Niedrigwasser der Zeitreihe 2004 bis 2013 liegt für den Pegel Neu Darchau bei 1,26 Meter. Der Pegel wies vorgestern einen Wasserstand von 88 Zentimetern auf laut Stolz der fünftniedrigste Wert, der je gemessen wurde. Der bislang niedrigste gemessene Wasserstand an der Stelle stammt aus dem Jahr 1947 (67 Zentimeter).

Für den Pegel Hohnstorf liegt das Mittlere Niedrigwasser der Zeitreihe 2000 bis 2010 bei 419 Zentimetern. Aktuell zeigt der Pegel 424 Zentimeter an. Der niedrigste Wert wurde dort im Jahr 1964 gemessen, damals betrug er 398 Zentimeter.

Das Niedrigwasser führt bei den Binnenschiffern auf der Elbe vielerorts zu Problemen. Für den Bereich Dömitz bis Lauenburg gilt laut Bettina Kalytta vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Lauenburg: „Die Situation von Hamburg über die Staustufe Geesthacht bis nach Lauenburg ist okay. Oberhalb von Lauenburg beginnen die Probleme.“ Zwischen Lauenburg und Bleckede sei die Fahrrinne derzeit 125 Zentimeter tief. „Weiter Richtung Dresden, zwischen Bleckede und Tießau, verkehren bei einer Fahrrinnentiefe von 85 Zentimetern und 80 Zentimetern weiter bis Dömitz eher keine Frachtschiffe mehr“, sagt Bettina Kalytta, selbst große Sportboote hätten dort Schwierigkeiten.

An den Fähren zwischen Bleckede und Neu Bleckede („Amt Neuhaus“) und zwischen Darchau und Neu Darchau („Tanja“) geht der Betrieb heute zunächst noch normal weiter. Aber weder Brigitte Suhrke, Mitarbeiterin bei der „Tanja“, noch Mario Vogt von der „Amt Neuhaus“ wollen langfristige Prognosen abgeben. Sie beobachten die Entwicklung genau und entscheiden nach Lage.

Derzeit ist jedenfalls noch keine Entspannung in Sicht: Unter Berücksichtigung der aktuell vorherrschenden warmen und weitgehend trockenen Wetterlage in Deutschland geht der NLWKN davon aus, dass der Wasserstand auch in den kommenden Tagen weiter sinken wird. Das besagen auch die Berechnungen durch die Wasserstandsvorhersagezentrale des WSA Magdeburg.