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Nicht jedes Lokal in der Lüneburger Innenstadt verfügt wie das News über Rollcontainer, in denen die Angestellten wie hier Zeljko Petkovic gelbe Säcke verschwinden lassen können. Und herumliegende gelbe Säcke stören Gastronomen und Gäste, wenn sie spät abgeholt werden. Foto: t&w
Nicht jedes Lokal in der Lüneburger Innenstadt verfügt wie das News über Rollcontainer, in denen die Angestellten wie hier Zeljko Petkovic gelbe Säcke verschwinden lassen können. Und herumliegende gelbe Säcke stören Gastronomen und Gäste, wenn sie spät abgeholt werden. Foto: t&w

Warten auf den Müllwagen — Gastronomen ärgern Abfuhrzeiten

mm Lüneburg. Pünktlich zur Sommersaison steht der Müll in der Lüneburger Innenstadt in der prallen Sonne, weil der Müllwagen auf sich warten lässt ein echtes Ärgernis für Gas­tronomen und Gäste. Denn egal, ob Tourist oder Lüneburger, wer will schon gern, während er in der Sonne sein Frühstück genießt oder am Cappuccino nippt, den müffelnden Abfall schnuppern? Vom Anblick ganz zu schweigen.

Matthias Ellinger, Chef des Lokals „News“ an der Schröderstraße, sagt: „Die gelben Säcke werden zu spät abgeholt, das fällt seit April auf, seitdem ist die Außengastronomie aufgebaut.“ Die Fährte der he­rumliegenden Müllsäcke ziehe sich jeden Dienstagvormittag, dem Abholtag in dem Gebiet, durch die Schröderstraße bis zur Heiligengeiststraße, auch dort ließen die Müllmänner des Öfteren auf sich warten.

Eigentlich sollten gelbe Säcke, Restmüll und Altpapier in der Zeit von 8 bis 11 Uhr abtransportiert werden, erklärt Stadtpressesprecher Daniel Gritz auf LZ-Nachfrage. Dass die Müllmänner den zeitlichen Rahmen häufiger zu sprengen scheinen, zeigt das Beispiel Heiligengeiststraße. Es dauerte ab und an bis mittags, erst dann würden die gelben Säcke abgeholt, bestätigt die Restaurantchefin vom India House. Lutz Stoffregen, Geschäftsführer im Krone Bier- & Event-Haus kennt das Problem ebenfalls, auch wenn sein Restaurant nicht unmittelbar betroffen ist: „Der Müllwagen ist im Moment sehr spät dran. Wir haben das Problem der späten Abholung für unser Haus aber nicht, da unsere Container an der Ritterstraße stehen“.

Als sich Matthias Ellinger bei der Landeszeitung meldet, berichtet er: „Am letzten Abholtag kam die Müllabfuhr in der Schröderstraße zum Beispiel erst um 10.30 Uhr. In der Heiligengeiststraße standen sogar um 11.30 Uhr noch die ganzen gelben Säcke. Es ist natürlich nicht schön, wenn draußen schon die Gäste sitzen und essen, und der Müllwagen dann durch die volle Schröderstraße fährt. Das stinkt ja auch. Und der Müll lockt, wenn er bei der Hitze lange rumsteht, womöglich noch Ungeziefer an.“ Dabei klappte es bis vor einigen Monaten immer ganz gut. „Früher wurde der Müll immer um 8 Uhr, spätestens 8.30 Uhr abgeholt, da war alles in Ordnung.“

Seit 2011 ist in der Hansestadt das Unternehmen Willi Damm mit der Abholung der gelben Säcke beauftragt. Jonas Wagner, Mitarbeiter in der Wertstoffabteilung des Unternehmens, schiebt den Schwarzen Peter weiter: „Wir können nichts ändern, die Touren sind den Fahrern überlassen.“ Er regt aber an: „Was möglich wäre, ist, die Fahrer persönlich zu fragen, ob es eine Möglichkeit gibt, dass sie eventuell früher in einen bestimmten Bereich kommen.“ Sollte das nicht weiterführen, könnten die Fahrer auch von Unternehmensseite darauf hingewiesen werden, verdeutlicht Wagner und widerspricht sich damit selbst: Das Unternehmen kann also doch was ändern und Einfluss auf die Touren nehmen.

Das müsse es wohl auch, denn Gespräche zwischen Müllfahrern und Gastronomen gab es schon, auch Matthias Ellinger sei schon auf die Fahrer zugegangen, pünktlicher seien sie danach nicht gewesen. Nun verspricht auch die Stadt genauer hinzuschauen: „Kontrollen behalten wir uns vor, wenn der Müllabtransport nicht in unserem Sinne verläuft, sprich das Zeitfenster nicht eingehalten wird“, sagt Daniel Gritz.