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In Lüneburg hat die Haubenlerche eine besondere Geschichte, hat beinahe die Pläne für den Libeskind-Bau zu Fall gebracht. Um den seltenen Vögeln einen Chance zum Überleben zu geben, haben nun die Landkreise Lüneburg und Uelzen ein Schutzprogramm aufgelegt. Foto: nh/wellmann
In Lüneburg hat die Haubenlerche eine besondere Geschichte, hat beinahe die Pläne für den Libeskind-Bau zu Fall gebracht. Um den seltenen Vögeln einen Chance zum Überleben zu geben, haben nun die Landkreise Lüneburg und Uelzen ein Schutzprogramm aufgelegt. Foto: nh/wellmann

Im Einsatz für die Haubenlerche

lk Lüneburg. Die Haubenlerche ist selten geworden. In Niedersachsen tritt der Vogel nur noch an wenigen Standorten auf, darunter Lüneburg im Landkreis Lüneburg und Ebstorf, Suderburg und Bohlsen im Landkreis Uelzen. Die Landkreise Lüneburg und Uelzen haben deshalb gemeinschaftlich ein Schutzprojekt ins Leben gerufen, um die aktuellen Bestände zu erfassen und Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume zu planen und umzusetzen. Das Land Niedersachsen finanziert das Projekt zu 80 Prozent.

In Lüneburg hat der kleine Vogel eine besondere Geschichte: Er durchkreuzte kurzzeitig sogar die Baupläne für das Zentralgebäude der Universität. Im Südosten des Campus waren zunächst zwei, dann nur ein Brutpaar nachgewiesen worden. Damit der Libeskind-Bau trotzdem entstehen konnte, hat die Stadt in ihrem Bebauungsplan für das Uni-Gelände detaillierte Schutzmaßnahmen für die Haubenlerche vorgeschrieben. Neben hängenden Gärten auf den Dächern auch auf dem Zentralgebäude musste dem Vogel ein Gelände am Flughafen als Ausgleichsfläche eingerichtet werden.

Seit März 2015 sind nun Maria Huber und Lars Wellmann vom Uelzener Planungsbüro Lamprecht & Wellmann sowie der Biologe Jann Wübbenhorst im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörden der beiden Landkreise unterwegs, um die Bestände zu kartieren mit einem ernüchternden Ergebnis: An acht bekannten Standorten leben noch immer Haubenlerchen, fünf Pärchen wurden entdeckt.

„Heute gibt es in Niedersachsen weniger Haubenlerchen als Seeadler“, sagt Lars Wellmann, „der Rückgang der Art ist extrem und vermutlich das Ergebnis verschiedener Faktoren, die zusammenwirken: Nahrungsmangel, das Fehlen ungestörter Brutplätze und der Rückgang des typischen Lebensraumes wie zum Beispiel verwilderte Flächen in den Städten und an den Stadträndern, die nur spärlich bewachsen sind.“ Dazu kommen Verluste in strengen Wintern, denn die Haubenlerche ist kein typischer Zugvogel wie andere Lerchenarten, sondern bleibt in der Region.

Heute tritt die Haubenlerche oft dort auf, wo gebaut wird. Sie nistet gerne in offenen, sandigen Flächen und an Lagerplätzen von Baumaterialien. Nach wenigen Jahren, wenn die Grünflächen angelegt sind und gepflanzte Gehölze größer werden, verschwindet sie wieder. Der wenig scheue Vogel wird oftmals auch auf Parkplätzen vor Einkaufszentren mit Bäckereifilialen auf Nahrungssuche beobachtet.

Die Erfassung der Brutbestände soll aber kein Selbstzweck sein. Bis ins Frühjahr 2016 sollen gemeinsam mit den betroffenen Kommunen, Anwohnern und Eigentümern Maßnahmen umgesetzt werden, um den Lebensraum der Haubenlerche zu verbessern und damit die Voraussetzungen für Nistplätze zu schaffen. „Wir würden gerne im Umfeld von besetzten Revieren Brachflächen und Ackerränder optimal gestalten und auch die Pflege von Grünflächen an Parkplätzen auf die Bedürfnisse der Haubenlerche ausrichten“, so Mathias Holsten, der das Projekt für den Landkreis Lüneburg begleitet, „weiterhin werden wir Informationsmaterial erarbeiten und auch in der Presse berichten, ob die Vogelart Haubenlerche in unserer Region doch noch eine Zukunft hat.“

Wer eigene Beobachtungen von Haubenlerchen melden möchte, kann das Internetportal www.ornitho.de nutzen oder sich direkt bei Lars Wellmann melden unter Tel.:0581/9739300 oder per E-Mail an wellmann@lw-landschaftsplanung.de.