Aktuell
Home | Lokales | Warten auf den Regen — Elbfähre „Tanja“ stellt Betrieb ein
Aufgrund des niedrigen Wasserstandes der Elbe ist der Verkehr der "Tanja" vorerst eingestellt. Foto: A./t&w
Aufgrund des niedrigen Wasserstandes der Elbe ist der Verkehr der "Tanja" vorerst eingestellt. Foto: A./t&w

Warten auf den Regen — Elbfähre „Tanja“ stellt Betrieb ein

lz/dpa Neu Darchau. Seit Wochen sind im oberen und mittleren Abschnitt der Elbe sehr niedrige Wasserstände zu beobachten — der Fluss führt so wenig Wasser wie schon lange nicht mehr. Die Schifffahrt kommt in diesem Bereich weitgehend zum Erliegen, stattdessen werden vor Jahrhunderten gelegte „Hungersteine“ plötzlich sichtbar. Aufgrund des niedrigen Pegelstandes stellt auch die Fähre „Tanja“, die normalerweise zwischen Neu Darchau und Darchau über die Elbe setzt, vorerst ihren Betrieb ein. In dieser Zeit tritt ein Busnotfahrplan in Kraft. Die Elbfähre „Amt Neuhaus“ zwischen Bleckede und Neu Bleckede kann derzeit noch fahren. Allerdings wird die Situation vor Ort täglich neu beurteilt.

Damit die „Tanja“ gefahrlos die Elbe passieren kann, muss der Pegelstand in Neu Darchau bei mindestens 85 Zentimeter liegen. „Momentan sind wir bei unter 80 Zentimetern“, sagt Betriebsleiter Erwin Kruse. Damit ist der Wasserstand derzeit nur noch 13 Zentimeter vom historisch niedrigsten Wert entfernt: 1947 wurden 67 Zentimeter gemessen.

Schon mehrfach sei die Fähre auf Grund aufgesetzt, „die Gefahr, das sie Schaden nimmt, ist einfach zu groß“, sagt Kruse. Sobald die Elbe wieder einen höheren Wasserstand erreicht und zwischen Neu Darchau und Darchau wieder schiffbar ist, soll die „Tanja“ den Betrieb wieder aufnehmen. Wann das der Fall sein wird, ist momentan nicht absehbar.

Der niedrige Wasserstand der Elbe bringt auch zu Tage, was sonst in den Fluten verborgen ist. So tauchen an manchen Stellen der Elbe nun „Hungersteine“ auf, so etwa in Wehlen in der Sächsischen Schweiz oder in Schönebeck bei Magdeburg. Die Steine wurden vor Jahrhunderten von Anwohnern der Elbe bei extrem niedrigen Wasserständen ins Flussbett gelegt und oftmals mit einer Jahreszahl versehen. Den Namen bekamen sie, weil ihre Sichtbarkeit auf Ernteausfälle oder das Aus für die Schifffahrt hinwies – und die Menschen dann zu hungern hatten.

Der Busnotfahrplan für die „Tanja“ 

tanja

One comment

  1. Jetzt könnte man viel über Unannehmlichkeiten, Umwege und erhöhten Zeitaufwand der Bewohner des LK Lüneburg östlich der Elbe schreiben. Doch das kann sich jeder selbst ausmalen. Wäre man gehässig müsste man zudem fragen ob die Busse auch Fahrräder, PKW, Motorräder und LKW mitnehmen. Die befördert die Fähre nämlich sonst.
    Ein Brücke wäre unabhängig von Niedrigwasser befahrbar und würde Umwege etc. erübrigen. Aber es gibt ja Politiker die meinen wir könnten ruhig im 18. Jahrhundert weiter leben. Zum Glück haben die Bewohner des Landkreises östlich der Elbe auch ohne eine Brücke die Zivilisation nicht verpasst.