Aktuell
Home | Lokales | „Achtung Enkeltrick!“ — Die Polizei warnt weiterhin vor mieser Masche
Foto: polizei
Foto: polizei

„Achtung Enkeltrick!“ — Die Polizei warnt weiterhin vor mieser Masche

lz/ots Lüneburg. Erneut haben Betrüger in der Region versucht, sich mit dem sogenannten „Enkeltrick“ Bares zu erschleichen, in diesem Fall im Lüneburger Stadtteil Kaltenmoor. Die Täter hatten sich dabei als Verwandte ausgegeben und versucht, mehreren tausend Euro von der Seniorin abzukassieren. Zu einer Geldübergabe kam es jedoch nicht.

Vermutlich die selben Täter hatten sich bereits am 6. August bei einer 86-Jährigen im Lüneburger Stadtgebiet per Telefon gemeldet. Dort gab sich der Anrufer als Enkel der Seniorin aus, es hieß, er benötige dringend einen größeren Bargeldbetrag. Der Täter muss geschickt vorgegangen sein, denn schließlich war es ihm gelungen, die ältere Dame zur Geldübergabe zu bewegen — direkt vor der Haustür. Das Geld übergab die Seniorin schließlich einer etwa 40 Jahre alten Frau (ca.155 cm groß, dunkle schulterlange Haare, dunkler Hauttyp).

Ist Ihnen Ähnliches passiert, oder wissen Sie von jemanden, der so etwas erlebt hat? Unter Tel. 04131-8306 2215 nimmt die Polizei Lüneburg Hinweise entgegen.

Die Hintergründe

In einer Erklärung der Polizei heißt es: Der so genannte Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, der für Opfer oft existenzielle Folgen haben kann. Sie können dadurch hohe Geldbeträge verlieren oder sogar um Ihre Lebensersparnisse gebracht werden.

Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei meist ältere und allein lebende Personen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise
ein Unfall, ein Auto- oder Computerkauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt.

Hat der Betroffene die geforderte Summe nicht parat, wird er gebeten, unverzüglich zur Bank zu gehen und dort den Betrag abzuheben. Nicht selten ruft der Täter sogar ein Taxi, wenn das Opfer den Weg nicht mehr zu Fuß bewältigen kann. Auf diese Weise haben Enkeltrick-Betrüger in der Vergangenheit bereits Beträge im fünfstelligen Eurobereich erbeutet.

 Schockanrufe

Bei der Variante der sogenannten „Schockanrufe“ wenden sich Betrüger vor allem an ältere Menschen aus den ehemaligen Sowjetstaaten. Sie melden sich, sehr häufig in russischer Sprache, per Telefon bei ihren Opfern und behaupten, dass ein Enkel oder ein anderer naher Verwandter in einen Verkehrsunfall oder in ein Strafverfahren
verwickelt sei und sich deshalb in polizeilichem Gewahrsam befinde. Die Betrüger erklären, dass gegen eine Zahlung von der Strafverfolgung abgesehen und der Verwandte aus der Haft entlassen wird. Das Geld werde eine Person im Auftrag des Gerichts oder einer Behörde in ziviler Kleidung kurzfristig abholen.

 Tipps Ihrer Polizei gegen den Enkeltrick

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt
  • Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.
  • Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
  • Informieren Sie sofort die Polizei über die Notrufnummer 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.
  • Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.