Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Links: Der neue Imbiss an den Sülzwiesen war für den Eigentümer eine Investition in die Zukunft. Er soll spätestens im Oktober öffnen. Rechts: Wände und zersprungene Fensterscheiben sind nach dem Brand im syrischen Imbiss am Handwerkerplatz übrig geblieben. Das Gebäude soll wieder errichtet werden. (Fotos: mm/t&w)
Links: Der neue Imbiss an den Sülzwiesen war für den Eigentümer eine Investition in die Zukunft. Er soll spätestens im Oktober öffnen. Rechts: Wände und zersprungene Fensterscheiben sind nach dem Brand im syrischen Imbiss am Handwerkerplatz übrig geblieben. Das Gebäude soll wieder errichtet werden. (Fotos: mm/t&w)

Schnellimbisse brauchen Zeit

mm Lüneburg. Es ist knapp ein Jahr her, dass der Imbiss einer syrischen Familie am Handwerkerplatz ausbrannte (LZ berichtete). Die Polizei war sich schnell sicher: Ein Brandstifter hatte das Gebäude angezündet. Nachdem die Überreste des Dachs damals abgetragen wurden, steht das Gerippe des Gebäudes an der Lindenstraße nun seit Monaten „oben ohne“ da. Es tut sich nichts. Doch das soll sich bald ändern.

Wie ein Mahnmal stehen die Grundmauern als Überbleibsel des Feuers von Ende August 2014 am Eingang zur Innenstadt. Die Brandleger sind noch immer nicht gefunden. Die Polizei konnte bis heute niemanden für die Tat verantwortlich machen. Kurz vor dem Brandanschlag hatte es einen Einbruch in den Imbiss gegeben. Hängen beide Taten zusammen? Denn die Eindringlinge hatten Lebensmittel aus Kühlschränken gezogen, die danach reif für den Müll waren möglicherweise eine Botschaft? Ähnlich wie beim Stintbrand kommt der Täter wohl ungeschoren davon.

Doch die Ruine soll bald verschwinden, ein neuer Imbiss bald entstehen. Dafür stellte der Besitzer, der das Grundstück von der Stadt gepachtet hat, zu Beginn des Jahres eine Bauvoranfrage. Die zog er jedoch wieder zurück. Zwar ist er nicht vom Vorhaben abgerückt, den Imbiss wieder aufzubauen. Doch der Bauherr hat Abstriche hinsichtlich der Ausmaße gemacht: „Aktuell liegt dem Bauamt ein Bauantrag vor, der im Vergleich zur Voranfrage eine reduzierte Bebauung vorsieht. Die letzten Unterlagen zu diesem Antrag sind Mitte Juli bei der Stadt eingegangen“, sagt Sarah Cramer von Clausbruch aus dem Pressereferat im Rathaus. Nun werde der Antrag geprüft, das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen.

Etwas weiter und deutlich hübscher anzuschauen ist das Imbissprojekt an den Sülzwiesen. Auch da gab es immer wieder lange Pausen, teils über Monate, nachdem der alte Kiosk abgerissen worden war. Doch längst steht ein fast fertiger Klinkerbau mit großen Fenstern und tragenden Holzelementen an selbiger Stelle. Hüseyin Cig will dort bald Speisen verkaufen. Ein mühsamer Weg, wie er sagt: Über zwei Jahre habe er mit der Bauverwaltung um die Genehmigung gerungen, immer wieder stellten sich Detailfragen, erklärt Cig. Daher verschob sich die geplante Eröffnung, eigentlich sollte der Bau schon im vergangenen Winter fertig sein. Erschwerend sei hinzugekommen, dass die Grundstückfläche im Senkungsgebiet liege, für das Fundament Spezialbeton verbaut werden musste und Spezialisten die Einlassungen prüfen mussten.

Ein Bauende sei nun aber in Sicht, wenn der Innenausbau demnächst fertig ist, die beiden Küchen und sanitären Anlagen eingerichtet sind. Als Eröffnungstermin anvisiert sei Ende September, vielleicht aber dauerten die letzten Arbeiten auch noch bis in den Oktober hinein, sagt Cig, dem auch das Restaurant „Kreta“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite gehört.
Etwa 300 Quadratmeter sei die neue Grundstücksfläche groß, die er von der Stadt gepachtet habe. Darauf steht nicht nur das Gebäude, drum herum soll Außengastronomie mit bis zu 15 Tischen aufgebaut werden, die Terasse ist bereits gepflastert.

Der Neubau sei teuer gewesen, die Investitionssumme umfasse mehrere Hunderttausend Euro. Cig, 52 Jahre alt, hofft, dass eines Tages seine Kinder den Betrieb fortführen. Zunächst müsse das Geschäft aber erstmal anlaufen.

Locken will der Gastronom seine Gäste mit einer italienisch-türkischen Küche. Es werde Pfannengerichte, Salate, Nudeln und eine Grillstation geben. Wichtig sei ihm der offene Charakter des Restaurants: „Gäste sollen sehen, wie wir die Gerichte zubereiten.“ Und sie sollen draußen sitzen und die Sonne genießen.