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Mit einem Damm aus Sandsäcken soll zunächst eine Seite von Wasser freigehalten werden, um die Spundwände zu ertüchtigen. Dann kommt die andere Seite dran. Foto: t&w
Mit einem Damm aus Sandsäcken soll zunächst eine Seite von Wasser freigehalten werden, um die Spundwände zu ertüchtigen. Dann kommt die andere Seite dran. Foto: t&w

Amelinghausen: Verjüngungskur für Talsperre

dth Amelinghausen. Die Spundwände an der Talsperre Lopausee werden derzeit für rund 225000 Euro saniert. „Die Arbeiten laufen voraussichtlich noch bis Oktober“, sagt Amelinghausens Bauamtsleiter Michael Göbel. Bereits im Frühjahr 2014 hatte das von der Samtgemeinde beauftragte Ingenieurbüro die Sanierungspläne vorgestellt, genauso wie die Befunde von Asbest, PAK und Blei im überholungsbedürftigen Korrosionsschutz der Spundwände. Der Bauausschuss sprach sich dafür aus, 20 Zentimeter starke Betonvorsatzschalen auf die Spundwände aufzubringen. Jedoch wird dadurch der Abfluss der Talsperre mitten in der Heide von 7,92 auf 7,52 Meter verringert. Auch dafür musste die Samtgemeinde zunächst eine wasserrechtliche Erlaubnis beantragen, damit die Maßnahme nun anlaufen konnte.

Genehmigungsbehörde ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) als Talsperrenaufsicht. Zwar musste die Samtgemeinde für die Sanierungsmaßnahme einige Auflagen erfüllen, doch NLWKN-Sprecher Achim Stolz sagt: „Aus wasserwirtschaftlicher Sicht, zum Beispiel als Retentionsraum bei Hochwasser, ist die Anlage eher von untergeordneter Bedeutung.“ Und: „Die Bedeutung der Anlage liegt im Wesentlichen in ihrer Nutzung als Freizeit- und Naherholungsort, dies war wohl auch bei der Errichtung der Anlage bereits das Leitmotiv.“

Den ersten Baggersee im Landkreis Lüneburg als neue Attraktion brachten Ende der 60er Jahre die Fremdenverkehrsgemeinden Sottorf und Amelinghausen auf den Weg. Die Mini-Talsperre mit 150000 Kubikmetern Stauraum sollte zwei Aufgaben erfüllen: Den Menschen Erholung und Entspannung bei Bootsfahrten und Badefreuden bieten und regulierend auf die Wasserstände von Lopau und Luhe wirken. Parallel dazu hatte der Rat der Gemeinde Sottorf, heute ein Ortsteil Amelinghausens, beschlossen, den großen Parkplatz an der B209 anzulegen, der gleichermaßen Besuchern der Kronsbergheide als auch des Lopausees dienen sollte.

Ein kleines Volksfest feierten die Amelinghausener am 13. August 1973, als in der vorherigen Aue südlich der Bundesstraße der See auf einer Fläche von rund neun Hektar aufgestaut wurde. Zahlreiche Schaulustige standen barfuß oder gleich in Bikini oder Badehosen rund um den steigenden See herum, berichtete die LZ über das „Stau-Fest“ vor 42 Jahren. Rund 135000 Kubikmeter Wasser wurden in wenigen Tagen in den neuen Stausee eingelassen, nachdem vorher auf 150 Metern Länge zusätzlich zum Stauwerk ein Damm errichtet worden war.
Zur Taufe goss der damalige Regierungsdirektor Rainer Faulhaber eine Flasche Sekt vor das Stauwerk. „Nicht, um damit der erste Wasser- und Umweltverschmutzer zu sein sondern aus zwei Gründen. Einmal soll der Sekt mithelfen, den See noch schneller zu füllen, um verlorene Zeit vielleicht wieder aufzuholen, und zum anderen soll das Wasser des Sees zukünftig ebenso klar und prickelnd, erfrischend und wohlschmeckend sein wie dieser Sekt.“

Der Lopausee ist von einem rund 2,2 Kilometer langen Rundweg eingerahmt. Am Ufer lädt tagsüber zudem ein Tretbootverleih für kurze Ausflüge auf dem Wasser ein und am südwestlichen Ufer gibt es eine barrierefreie Zufahrt zum Wasser für Rollstuhlfahrer. Die Bauarbeiten an den Spundwänden des Stauwerks schränken das Freizeitvergnügen am Lopausee nicht ein.