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SoKo Schulze: Noch keine heiße Spur nach „Aktenzeichen XY… ungelöst“

lz Drage/München. Im Fernsehstudio in München saß Polizeisprecher Jan Krüger aus Winsen am Telefon, in Buchholz Kriminalhauptkommissar Michael Düker und sein Team von der Sonderkommission, die noch immer nach Sylvia (43) und Miriam Schulze (12) fahnden. Die Ermittler setzten gestern Abend darauf, dass die Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ zur Aufklärung eines der mysteriösesten Kriminalfälle in der Elbmarsch beiträgt, hilft, Mutter und Tochter zu finden, die seit drei Wochen vermisst werden.

5634646Düker (Foto) sagt nach der Sendung: „Wir haben zwei Hinweise bekommen. Einmal will jemand auf der Elbe mit seinem Boot zur fraglichen Zeit bei Lauenburg über etwas im Fluss gefahren sein. Der hat sich jetzt erst gemeldet. Und eine Frau aus dem Raum Buchholz hat sich gemeldet, die etwas zur Familie Schulze sagen will. Sie hatte sich schon mal anonym gemeldet, jetzt hat sie sich zu erkennen gegeben. Wir fahren hin.“ Unterm Strich hatte sich Düker „etwas mehr versprochen“. Aber vielleicht kam ja am späten Abend noch bei Jan Krüger im Studio in München der entscheidende Hinweis.

XY-Moderator Rudi Cerne zeichnete noch einmal den Fall nach. Wenn, gebe es nur noch ein Fünkchen Hoffnung für die Vermissten. Wahrscheinlicher ist, dass sich in dem 4000-Einwohner-Ort Drage eine Tragödie zugetragen hat. Davon geht die Polizei aus. Nachdem Ende Juli die Leiche von Marco Schulze bei Lauenburg aus der Elbe gezogen wurde, sprechen die Ermittler bisher von einem sogenannten erweiterten Suizid. Das heißt: Marco Schulze hat seine Frau und seine Tochter getötet, bevor er in Lauenburg mit einem 25 Kilo schweren Betonklotz am Körper von der Brücke in die Elbe sprang und ertrank.

Cerne fragte unter anderem: Haben Zeugen vielleicht noch die Familie Schulze in dem grauen Dacia der Frau nach dem 22. Juli gesehen, vielleicht beim Tanken oder auf einer Raststätte? Das Kennzeichen: WL – LG 701.
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Bisher geht die Polizei davon aus, dass Sylvia Schulze und ihre Tochter zuletzt am 22. Juli gesehen wurden, Marco Schulze noch am Morgen des 23. Juli, um 7.30 Uhr fuhr er aus östlicher Richtung nach Drage. Einen Tag später meldet der Arbeitgeber Frau Schulze als vermisst. Was die Polizei danach im Wohnhaus vorfand, machte schnell klar: Hier ist keine Familie spontan zum Kurzurlaub aufgebrochen.

Die zweite wichtige Frage: Hat jemand Marco Schulze nach dem 23. Juli auf dem silber-grauen Damenrad zwischen Drage und Lauenburg am Elbdeich sehen? Auffällig war, dass er knallgelbe Spanngurte, die von seinem Arbeitsplatz in Geesthacht stammen, auf dem Gepäckträger hatte.

Nichts deutet darauf hin, dass jemand in die Tragödie eingeweiht war. Von Schulden ist zwar häufiger die Rede, aber nicht von erdrückenden. Doch dazu äußert sich die Polizei nicht. Aber bereits vor der TV-Ausstrahlung hatte die Polizei einen weiteren vielversprechenden Hinweis bekommen, der die Hintergründe der Tragödie erhellen könnte. „Wir prüfen das gerade“, sagt Kriminalhauptkommissar Düker.Rund 20 neue Spuren bearbeiten die 25 Ermittler der Soko Schulze, nachdem die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ am Mittwochabend den Fall der Familie Schulze sendete.

Ein Polizeisprecher: „Es sind einige interessante Spuren dabei, wir gehen allen Hinweisen auf den Grund.“ Eine „heiße Spur“ habe die SoKo Schulze aber weiterhin nicht. Derzeit werden die Hinweise geprüft und bewertet.

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