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Bisher versorgt Wera Oßwald Bedürftige im Salzhäuser Gemeindehaus. Seit Frühjahr kommen immer mehr Flüchtlinge, der Raum wird knapp. Foto: t&w
Bisher versorgt Wera Oßwald Bedürftige im Salzhäuser Gemeindehaus. Seit Frühjahr kommen immer mehr Flüchtlinge, der Raum wird knapp. Foto: t&w

Tafel Salzhausen: Immer mehr stehen Schlange

emi Salzhausen. Wera Oßwald spricht laut und deutlich. Als das keine Wirkung zeigt, bewegt sie wie beim Ententanz ihre Ellbogen auf und ab und gackert dazu. „Huhn“, wiederholt sie und deutet auf eine Packung Fleisch. Seit sich auch die in der Samtgemeinde Salzhausen untergebrachten Flüchtlinge Lebensmittel und Kleider von der Salzhäuser Tafel im Gemeindehaus abholen, steht die 82-jährige Gründerin der Einrichtung vor ganz neuen Herausforderungen.

Nicht nur die Verständigung macht mitunter Schwierigkeiten, es müssen auch immer mehr Bedürftige versorgt werden. Ende September wird die Tafel deshalb in größere Räume umziehen. Im ehemaligen Schwesternwohnheim auf dem Gelände der Osthannoverschen Eisenbahnen AG (OHE) in Salzhausen soll nach dem Willen von Kirchengemeinde und Gemeinde Salzhausen ein zentraler Versorgungspunkt entstehen in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Container-Anlage im Ortskern, in der seit September 2014 knapp 60 Asylbewerber leben.

Doch während die Verantwortlichen von Kirchengemeinde und politischer Gemeinde die „sehr positive Kooperation“ loben, stehen die Tafel-Mitarbeiter dem Umzug skeptisch gegenüber. Derzeit werden Kleider und Lebensmittel noch in einem einzigen Saal im Gemeindehaus ausgegeben. „Bei der Verständigung helfen uns zwei Übersetzer“, sagt Wera Oßwald. „In dem neuen Gebäude gibt es einzelne Zimmer wie soll das dort dann funktionieren?“ Ein weiteres Problem seien die Stufen vor dem Schwesternwohnheim: „Da müssen wir die schweren Kisten rauftragen, das geht gar nicht.“

Dafür bietet das Gebäude auf dem OHE-Gelände mit rund 500 Quadratmetern reichlich Platz. Allein 290 Quadratmeter davon sind künftig für die Tafel und die „Kleiderkammer“ für die Flüchtlingsarbeit vorgesehen. In einem weiteren Teil von rund 147 Quadratmetern soll ein 42 Quadratmeter großer Schulungsraum entstehen, in dem der Deutschunterricht mit den Flüchtlingen stattfinden soll. Weitere 66 Quadratmeter verbleiben in der Nutzung des Krankenhauses.

Wie die Entscheidung für den geplanten Umzug zustande kam, erklärt der Salzhäuser Ordnungsamtsleiter Hermann Pott: Die Gemeinde habe schon länger erwogen, das ehemalige Schwesternwohnheim zu erwerben. Weil sie zudem mit steigenden Asylbewerberzahlen rechne, sei sie auf die Kirchengemeinde mit der Idee zugegangen, einen zentralen Versorgungspunkt zu schaffen. Denn wenn Anfang September weitere 60 Menschen die neuen Unterkünfte in Gödenstorf und Eyendorf beziehen, werden insgesamt rund 230 Asylbewerber in der Samtgemeinde untergebracht sein.

Der Vorschlag der Gemeinde fiel offenbar auf fruchtbaren Boden. Anfang Juli 2015 sei die Gemeinde für das Krankenhaus Salzhausen in den Erbpachtvertrag mit der OHE eingestiegen, berichtet Pott, kann also Räumlichkeiten und Grundstück nutzen. Der Versorgungspunkt soll aber nicht nur Anlaufstelle für die Flüchtlinge sein, sondern für alle Bedürftigen innerhalb der Samtgemeinde. Dies sei für alle eine schöne Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu kommen, sagt der Ordnungsamtsleiter.

Spenden aller Art sind willkommen. Fragen beantwortet Salem Haddouda-Schwenk, Mitarbeiter im Ordnungsamt der Samtgemeinde, unter s.haddouda-schwenk@rathaus-salzhausen.de oder unter Tel.: 0151/17008940.