Aktuell
Home | Lokales | Preise für hochwertige Immobilien in Lüneburg ziehen an
Wer hier einziehen will, braucht das notwendige Kleingeld: Der durchschnittliche Verkaufspreis neuwertiger, gehobener Immobilien in Lüneburg liegt bei Immobilienspezialist Marco Heilmann bei 580.000 Euro. Typisch zum Beispiel dieses 150-Quadratmeter-Haus im Cottage-Stil in Häcklingen, für das 689.000 Euro aufgerufen werden. Foto: t&w
Wer hier einziehen will, braucht das notwendige Kleingeld: Der durchschnittliche Verkaufspreis neuwertiger, gehobener Immobilien in Lüneburg liegt bei Immobilienspezialist Marco Heilmann bei 580.000 Euro. Typisch zum Beispiel dieses 150-Quadratmeter-Haus im Cottage-Stil in Häcklingen, für das 689.000 Euro aufgerufen werden. Foto: t&w

Preise für hochwertige Immobilien in Lüneburg ziehen an

cec Lüneburg. Mit der Finanzkrise 2008 begann die Flucht in die Sachwerte, niedrige Zinsen stärkten den Run auf Eigentumswohnungen und Häuser. „Der Immobilienmarkt befindet sich im Ausverkauf, das Angebot ist rückläufig und die Preise steigen weiter an“, bilanzierte im Frühjahr der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Lüneburg. Was für den normalen Immobilienmarkt gilt, lässt sich auch im gehobenen Segment ausmachen. Die Nachfrage nach Luxusimmobilien ist ungebremst. „Vor ein paar Jahren hätten wir nicht gedacht, dass sich Lüneburg preislich dem Hamburger Markt annähert“, sagt Maklerin Felicitas Schulte. 2014 hat sie die teuerste Wohnung bislang verkauft, 250 Quadratmeter im Viskulenhof für 1,2 Millionen Euro. Die LZ hat beispielhaft nach Wohnungen Ausschau gehalten, die in dem Segment über 500000 Euro angesiedelt sind.

Blick auf die Ilmenau, zentrale Lage, Tiefgarage mit Fahrstuhl in die Wohnung, feinstes Parkett und hochwertige Bad­ausstattung Kriterien, die sich die Zielgruppe gerne etwas kosten lässt. 19 Wohnungen von 66 bis 170 Quadratmeter, fast alle mit Wasserblick waren schnell verkauft, für Preise von 4000 bis 5200 Euro pro Quadratmeter. Schon 2012 lagen die Quadratmeterpreise für die zwölf Wohnungen nebenan im Salzspeicher am Stint bei 3500 bis 4200 Euro.

Zu den luxuriösesten Angeboten am Lüneburger Wohnungsmarkt gehören die Wohnungen mit Ilmenaublick, die derzeit am Viskulenhof entstehen. Sie sind schon alle verkauft. Foto:  cec
Zu den luxuriösesten Angeboten am Lüneburger Wohnungsmarkt gehören die Wohnungen mit Ilmenaublick, die derzeit am Viskulenhof entstehen. Sie sind schon alle verkauft. Foto: cec

Die vielfach verbreitete Annahme, dass solche Immobilien en gros von Hamburgern aufgekauft werden, kann Felicitas Schulte nicht bestätigen: „Nur rund zehn Prozent der Käufer stammen nicht aus der Region, sondern aus Hamburg oder Frankfurt. 90 Prozent kommen aus Lüneburg und dem Umland.“ Der typische Kunde habe vorher mit der Familie ein Einfamilienhaus im Umland gehabt, die Kinder seien aus dem Haus. „Die wollen keine Bindung mehr, sondern die Tür zuschließen und verreisen können.“

Das ist auch die Erfahrung von Jürgen Sallier: „Die typischen Käufer solcher Objekte sind meist über 50 Jahre alt, kommen vom Lande und wollen einfach hinter sich die Tür zu schmeißen und leben.“ Das Kaufinteresse an solchen Immobilien liege aber nur bei etwa 20 Prozent der Gesamtnachfrage. „Die Nachfrage ist nach wie vor am stärksten nach gut bürgerlichen Immobilien.“

„Vor ein paar Jahren hätten wir nicht gedacht, dass sich Lüneburg preislich dem Hamburger Markt annähert.“
Felicitas Schulte

Auch das Unternehmen von Marco Heilenmann verzeichnet Zuwächse im Luxussegment, wobei der Makler einschränkt: „Luxus interpretiert bei Immobilien jeder anders, dies ist nicht unbedingt am Kaufpreis festzumachen. Ich würde lieber davon sprechen, dass gehobene Immobilien in Lüneburg bei 500000 Euro beginnen.“ Im Jahr 2013 zählten rund 27 Prozent aller Verkäufe bei seinem Unternehmen zu den gehobenen Immobilien, im Jahr 2014 waren es 32 Prozent. Eine Umsatzsteigerung von 37 Prozent verbucht Heilenmann insgesamt für diesen Zeitraum. Seine Kundschaft setzt sich anders zusammen als die von Schulte: „Wir verzeichnen in den letzten Jahren eine verstärkte Nachfrage von Kunden aus dem gesamten Bundesgebiet, die die Vorteile einer attraktiven und überschaubaren Stadt mit guter In­frastruktur und Anbindung nach Hamburg für sich entdeckt haben.“ 29 Prozent seiner Klienten sind aus Hamburg, 24 Prozent aus dem restlichen Bundesgebiet. Begehrte Lagen: Rotes Feld, Bockelsberg Ost, Innenstadt, Wilschenbruch, Kreideberg, Oedeme, Rettmer und Häcklingen. Das teuerste Objekt, das Heilenmann bisher verkauft hat, kostete 950000 Euro, der höchste Quadratmeterpreis lag bei gut 4200 Euro, der durchschnittliche bei den gehobenen Immobilien bei rund 2500 Euro.

Im Süden die Leuphana-Baustelle, im Osten die Silhouetten von Kaltenmoor, im Westen die Altstadt der Rundumblick über die Dächer Lüneburgs in einem Penthouse des Bauprojektes „Wohnen am Wasserturm“, begeistert nicht nur Investor Eberhard Manzke, der die Wohnung selbst gekauft hat. Die 22 Wohnungen mit im Schnitt 150 Quadratmetern fanden schnell Abnehmer. 3600 Euro pro Quadratmeter zahlten sie im Erdgeschoss, 3950 Euro in der Penthouse-Etage. Die teuerste Wohnung wurde für 800000 Euro verkauft. Dafür bekommen sie nicht nur luxuriöse Ausstattung wie elektrische Jalousien, Klimaanlage und einen gläsernen Fahrstuhl, sondern können auch den 1600 Quadratmeter großen „Garten mit Blick“ auf dem Dach des Parkhauses nutzen.

Auch Manzke habe kaum Hamburger oder andere Auswärtige unter seinen Kunden. „Es gibt ein paar Jüngere mit Kindern. Aber zwei Drittel sind Ältere, die vorher ein Anwesen rund um Lüneburg hatten und jetzt den Rest ihres Lebens in der Innenstadt verbringen möchten.“

One comment

  1. Ich freue mich darüber, dass die Stadt größer und schöner wird. Leider scheinen vielerorts die Prestige – Bauten im Fokus zu stehen. Wohnraum für weniger gut verdienende bleibt rar und die Preise steigen stetig. An dieser Stelle sollte die Stadt ebenso arbeiten!