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Ob Katze oder Hund  für viele gehört das Haustier zur Familie. Wenn es stirbt, wollen die Menschen würdevoll Abschied nehmen. Gräber wie hier auf dem Tierfriedhof in Adendorf nehmen deshalb zu. Foto: t&w
Ob Katze oder Hund für viele gehört das Haustier zur Familie. Wenn es stirbt, wollen die Menschen würdevoll Abschied nehmen. Gräber wie hier auf dem Tierfriedhof in Adendorf nehmen deshalb zu. Foto: t&w

Abschied vom Vierbeiner

dpa/lni Adendorf. Von einem geliebten Haustier Abschied nehmen das fällt vielen Menschen schwer. Immer mehr Frauchen und Herrchen in Niedersachsen entscheiden sich deswegen, ihren toten Vierbeiner einäschern zu lassen und die Urne mit nach Hause zu nehmen. Doch wer macht so was? Viele Haustier-Besitzer wollen ihrem geliebten Vierbeiner auch über ihren Tod hinaus nahe sein. Die Anzahl der Bestattungen von Haustieren wächst seit Jahren, wie die Pressesprecherin des Bundesverbands der Tierbestatter in Niedersachsen, Gabriele Metz, berichtet. Vor allem Einäscherungen werden immer beliebter.

Davon profitiert etwa das Kleintierkrematorium in Badbergen im Landkreis Osnabrück. „In den vergangenen fünf Jahren ist die Anzahl der Kremierungen jährlich um sechs bis zehn Prozent gestiegen“, sagt Sprecher Emanuel Holle. Die meisten Besitzer nehmen die Asche ihres Tieres in einer Urne mit nach Hause. Diese gibt es in vielen Formen und Farben, ausgewählt werden kann aus etwa 2000 verschiedenen Modellen. Beliebt sind in Badbergen vor allem Urnen in Herz- oder Engelform.

Hundefriedhof-Betreiber Thomas Meyer aus dem Kreis Harburg hat dagegen zunehmend weniger zu tun. „Seit 2008 gibt es einen Rückgang von mindestens 50 Prozent“, sagt er. Auf dem Tierfriedhof Seevetal werden jährlich höchstens 25 Tiere bestattet. Für die Vorbereitung des Grabes und Beerdigung muss ein Besitzer 200 Euro zahlen. Hinzu kommt zehn Jahre lang eine Pachtgebühr von 75 Euro, auch für die Grabpflege kann noch einmal bis zu 150 Euro bezahlt werden. Der Hundefriedhof im Kreis Harburg ist einer von mindestens zehn Tierfriedhöfen in Niedersachsen.

Horst Rechter vom Tierfriedhof in Lahe bei Hannover hat ebenfalls festgestellt, dass bei ihm weniger Tiere bestattet werden, seit es ein Krematorium in der Nähe gibt. Dort finden jährlich etwa rund 150 Tiere ihre letzte Ruhestätte. Der Tierfriedhof in Celle kann dagegen keinen Rückgang feststellen.

Ein Tierbestattungs-Unternehmen in Adendorf bietet gleich beides an: Einäscherung und Beisetzung auf einem Friedhof. „Zurzeit halten sich beide Varianten noch in der Waage, aber ich glaube, dass sich das in den nächsten zwei bis drei Jahren ändern wird“, erzählte Bestatter Michael Borell du Vernay. Seine Kunden kommen nicht nur aus der Region: Egal, woher sie kommen, sie können die Asche des geliebten Tieres nach dem Verbrennen einfach mitnehmen.

Nach Angaben des Bundesverbands gibt es bundesweit etwa 150 Tierbestatter, 22 Tierkrematorien und 120 Tierfriedhöfe. Von den jährlich rund 1,3 Millionen gestorbenen Hunden und Katzen werden nur die Hälfte auf Privatgrundstücken bestattet; 80000 Tiere werden in Krematorien verbrannt und etwa 10 000 auf einem Friedhof beigesetzt. Auch der wirtschaftliche Aspekt ist nicht unbeachtlich: Nach Angaben des Bundesverbands wird der Umsatz rund um die Tierbestattung auf 16 bis 20 Millionen Euro jährlich geschätzt.