Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Blick vom Wilseder Berg in Richtung Niederhaverbeck: Die Heideblüte legt dort erst am Wochenende richtig los, sagt Steffen Albers vom Verein Naturpark. Foto: dth
Blick vom Wilseder Berg in Richtung Niederhaverbeck: Die Heideblüte legt dort erst am Wochenende richtig los, sagt Steffen Albers vom Verein Naturpark. Foto: dth

Heidebarometer bei 50 Prozent

dth Niederhaverbeck. Mit Statistiken ist das immer so eine Sache, auch beim Heideblütenbarometer, dem Online-Hinweisgeber der Lüneburger Heide GmbH, der den Blütenstand der Calluna vulgaris in der Heideregion angibt. Derzeit wird dort ein Blütenstand von rund 50 Prozent verkündet. Tatsächlich ist die Heideblüte je nach Lage und Pflegestand recht unterschiedlich ausgeprägt. So benötigt etwa das Heidetal am Fuße des Wilseder Berges noch ein paar Tage, um sein bereits zaghaft angelegtes lilafarbenes Kleid richtig zur Geltung zu bringen. Hingegen hat die Besenheide auf ehemaligen Roten Flächen bereits den Blütenturbo eingeschaltet. Steffen Albers vom Verein Naturschutzpark (VNP) sagt: „In der Behringer Heide und der Schneverdinger Osterheide ist bereits eine flächigere Heideblüte zu bestaunen.“

Die renaturierten, ehemaligen Roten Flächen, durch die früher rund 50 Jahre lang britische Panzer gepflügt sind, bieten der Heide einen weniger humusreichen Boden. Dadurch wächst laut Albers dort weniger bis kein Gras und die genügsame Besenheide hat die Bühne für sich. „Dadurch gibt es auch in der Rehrhofer Heide bei Amelinghausen eine eher flächigere, durchgehende Heideblüte.“

Vor allem die Altheiden legen jetzt ihr lilafarbenes Kleid an, die verjüngten Heideflächen folgen später. Foto: dth
Vor allem die Altheiden legen jetzt ihr lilafarbenes Kleid an, die verjüngten Heideflächen folgen später. Foto: dth

Eher bunt präsentiert sich die Heidelandschaft rund um den Wilseder Berg im Herzen von Deutschlands ältestem Naturschutzgebiet. Albers: „Dort haben von dem Regen der vergangenen Wochen auch die Drahtschmiele und das Pfeifengras profitiert. Aber das gehört auch zur Kulturlandschaft Heide dazu.“ Grundsätzlich fingen die Altheiden zuerst an zu blühen. Und wenn die ihren Zenit überschritten haben, fingen die durch Pflegemaßnahmen verjüngten Heiden an zu blühen. So verlängere sich die Zeit der Heideblüte insgesamt, teilweise bis in den Oktober.

Wer etwa einen der Rundwanderwege bei Niederhaverbeck beschreitet, bekommt nicht nur eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft zu Gesicht, sondern sieht auch, wie die VNP-Pflegemaßnahmen von Mahd bis Schoppern das Relief der Heidelandschaft beeinflussen. Auch kleinere abgebrannte Teilflächen fügen sich so ins Landschaftsmosaik. Empfehlenswert ist in dem Zusammenhang übrigens für angehende Heidewanderer, die nicht gleich eine halbe Erdumrundung planen, die zirka sieben Kilometer lange Rundstrecke N2 „Totes Holz & lebendige Heide“. Die Tour ist mit ausgiebigen Pausen in zwei bis drei Stunden gut zu bewältigen und startet beim Parkplatz in Niederhaverbeck. Sie führt zunächst durchs Heidetal vorbei an Bäumen, Wacholdern und offenen Heideflächen und lädt auf halber Strecke zu einem 400 Meter entfernten Abstecher auf den Wilseder Berg ein, der bekanntlich mit 169,2 Metern höchsten natürlichen Erhebung im nordwestdeutschen Tiefland. Auf dem Gipfel stehen Bänke für eine kurze Rast. Bei gutem Wetter lässt sich sogar Hamburg erspähen, bei schlechtem Wetter immer noch das Heidetal. Der Rückweg nach Niederhaverbeck führt am „Fürstengrab“ vorbei. Dort steht auch eine großzügige Aussichtsplattform, die den Blick lenkt auf Grabhügelgruppe, den Wilseder Berg und die unterschiedlich blühende Heidelandschaft.

Insgesamt 14 Rundwanderwege im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide bietet allein die Bispingen Touristik an, Prospekt und Kartendaten sind hier abrufbar.