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Auf der Bank an den Ilmenauwiesen sitzt Leo Demuth zwar gern, doch sonderlich bequem sei sie nicht, außerdem stark verwittert. Sie könnte mal erneuert werden. Die Sitzbank mit Blickrichtung Wald auf der Ostseite der Pferdewiesen an der Ilmenau  wurde beschmiert. Foto: mm
Auf der Bank an den Ilmenauwiesen sitzt Leo Demuth zwar gern, doch sonderlich bequem sei sie nicht, außerdem stark verwittert. Sie könnte mal erneuert werden. Die Sitzbank mit Blickrichtung Wald auf der Ostseite der Pferdewiesen an der Ilmenau wurde beschmiert. Foto: mm

Zahn der Zeit nagt an Bänken – Sitzgelegenheiten an der Ilmenau sind verwittert und rar

mm Lüneburg. Gerne und oft sitzt Leo Demuth auf einer Holzbank nahe der Teufelsbrücke. Die Bank erreichen Spaziergänger und Radfahrer bald nachdem der Düvelsbrooker Weg endet. Von dort aus eröffnet sich ein Panorama-Blick über Ilmenauwiese hin zur Flussüberquerung. Doch zum lange Verweilen lädt die Sitzbank schon lange nicht mehr ein: „Der Zustand ist höchst bedauerlich“, findet Demuth, als er der LZ an Ort und Stelle die Problematik verdeutlicht. Bei einer Rundtour mit dem Fahrrad zeigt der pensionierte Berufsschullehrer weiter, dass es nur wenige Sitzgelegenheiten um die Wiesen an der Ilmenau gibt und auch andere Bänke verwittert sind. Die Stadt will nun Abhilfe schaffen.

Wenn Leo Demuth sich auf die besagte Bank setzt, baumeln seine Füße in der Luft, er muss halb nach hinten kippen, um sich anlehnen zu können — keine optimale Sitzposition. Vor der Bank steht ein länglicher Holzhocker, Demuth demons­triert, dass er seine ausgestreckten Beine zur Entspannung darauf nur schwer ablegen kann, der Abstand ist zu groß. Doch nicht nur der Komfort ist eingeschränkt, ebenso ist die Bank in die Jahre gekommen. „Sie wurde wohl in den 1970er-Jahren gebaut“, glaubt Demuth. Verfallspuren und Auflösungserscheinungen am Holz deuteten darauf hin. Und erst vor kurzem wurde die Bank mit schwarzem Graffiti beschmiert. Demuth fragt sich, ob die Bank nicht spätestens hätte erneuert werden sollen, als wenige Meter davon entfernt eine Infotafel aufgestellt wurde. Oder wurde der marode Zustand der Sitzbank etwa übersehen?

Anders als im Innenstadtbereich, wo es ungefähr 60 Sitzbänke gibt, die von der Abwasser, Grün und Lüneburger Service GmbH (AGL) gepflegt werden, ist für die Wartung der Holzbänke und -tische im Bereich Teufelsbrücke/Düvelsbrooker Weg das Forstamt zuständig. Regelmäßig würden Forst-Mitarbeiter den Zustand überprüfen, sagt Sarah Cramer von Clausbruch vom Pressereferat der Stadt. Sie erklärt: „Durch ihren Standort in der Natur sind die Bänke besonderen Witterungsbedingungen ausgesetzt. Sollte das nun dazu geführt haben, dass Bänke verwittert sind, wird sich die Stadt natürlich des Problems annehmen.“ Sie verspricht auch: „Es wird kontrolliert, ob die Bänke zu reparieren sind, oder ob neue angeschafft werden müssen.“

Hier könnten Leo Demuth und andere Besucher künftig also wieder entspannt sitzen. Aber wie sieht es an anderen Stellen an der Ilmenau aus? Auch das möchte Demuth zeigen. Er schwingt sich auf sein Fahrrad und strampelt bis zur Straße Rote Schleuse. Eine weitere Sitzbank ist auf dem Weg weit und breit nicht zu entdecken, für Demuth ist das „ungeheuerlich“, denn: „Lüneburg ist doch privilegiert aufgrund seines stadtnahen Erholungsgebietes“, sagt der 68-Jährige.

Dass es zu wenige Bänke gebe, möchte man im Rathaus nicht auf sich sitzen lassen, Sarah Cramer von Clausbruch sagt jedoch zu: „Die Stadt wird nochmal abwägen, ob es die Möglichkeit gibt, in diesem Bereich mehr Sitzbänke aufzustellen. Generell aber sollen die Flora und Fauna hier im Vordergrund stehen.“

Ein kurzes Stück Fahrtweg an der Straße, vor der Unterführung zur Ostumgehung biegt Leo Demuth wieder in den Wald ein, er ist jetzt auf der östlichen Seite der Ilmenau. Zwischen Waldweg und Fluss liegen Pferdewiesen. Bald taucht eine Sitzgruppe mit zwei Bänken und einem Tisch in der Mitte auf; sich hier niederzulassen, ist aber nicht möglich. Alles ist zugewuchert von Geäst, „das müsste freigeschnitten werden“, stellt Demuth fest. Aber nicht nur das: „Für die Sitzgruppe würde ich keine Abwrackprämie mehr zahlen“, ergänzt er. Das Holz ist stark verrottet — ein weiterer Arbeitsposten für die Forst-Mitarbeiter.

Anders sieht es eine Bank weiter aus. Es ist die erste auf der Rundtour, die sich zum Sitzen anbietet, mit Blick über die Pferdewiese, auf der aber keine Pferde stehen. Nicht zur Wiese hin, sondern in den Wald gerichtet, steht die nächste Bank, „das ist doch komisch, da sieht man ja gar nichts“, sagt Demuth. Auf der Fahrt zurück zur Teufelsbrücke steht am Wegesrand hie und da eine Bank, die Anzahl ist zumindest größer als auf der Westseite. Hinter der Teufelsbrücke endet die Rundtour an der Abzweigung zum Düvelsbrooker Weg, wo jemand eine Luftmatratze ins Grün geschmissen hat.

Übrigens gibt es die Möglichkeit, eine Sach- oder Geldspende für Bänke abzugeben. Wer das möchte, kann sich für nähere Informationen ab Montag, 24. August, wieder an Jutta Bauer bei der Stadt Lüneburg unter Tel. 3093278 wenden.