Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Ein Blick von oben auf die neu gestalteten Außenanlagen des Technologiezen­trums an der Dahlenburger Landstraße. Außer einem Basketballfeld gibt es nun auch zusätzliche Parkplätze. Das Werkstattzentrum rechts wurde ebenfalls neu errichtet. Foto: be
Ein Blick von oben auf die neu gestalteten Außenanlagen des Technologiezen­trums an der Dahlenburger Landstraße. Außer einem Basketballfeld gibt es nun auch zusätzliche Parkplätze. Das Werkstattzentrum rechts wurde ebenfalls neu errichtet. Foto: be

15 Millionen Euro für zweiten Campus

mm Lüneburg. Das neue Werkstattzentrum I am Technologiezentrum der Handwerkskammer (TZH) ist fertig. Genau wie die komplett neu gestalteten Außenanlagen samt zusätzlicher Parkplätze. Rund 15 Millionen Euro wurden in den vergangenen drei Jahren für die Baumaßnahmen ausgegeben — laut Kammer sind es Investitionen mit Weitblick.

Den hat Matthias Steffen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, auch vom Balkon im zehnten Stockwerk des TZH-Hauptgebäudes an der Dahlenburger Landstraße. Er zeigt auf eine neu gewonnene Fläche mit zwei hochhängenden Körben an jedem Ende. Dort könnte Steffen, wenn er es denn wollte, in seiner Mittagspause Basketball spielen. Lieber lässt er aber Lehrlingen den Vortritt. Und von ihnen gibt es reichlich am TZH.

Rund 8000 junge Leute durchlaufen jedes Jahr die überbetriebliche Ausbildung, hinzu kommen nochmal etwa 2000 Teilnehmer in der Fort- und Weiterbildung. Diese Anzahl sei in den vergangenen Jahren konstant geblieben — in Zeiten von Fachkräftemangel ein Gewinn: „Es ist erfreulich, dass die Zahl auf dem Niveau bleibt“, sagt Steffen. Überhaupt sei die Lüneburger Region ein positives Beispiel, meint auch Eckhard Sudmeyer, neuer Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Für andere Regionen zeichnet er ein eher unerfreuliches Bild: Die Anzahl an Lehrlingen steige nicht, divergent sei die Entwicklung im Lüneburger Raum. Es gäbe einen Zuwachs an Azubis im Handwerk. Sie alle werden das TZH bevölkern, genügend Platz ist nun da, auch dort, wo es immer wieder Engpässe gab: auf dem Parkplatz.

Der wurde nun vergrößert, 100 Stellplätze für Autos sind hinzugekommen und trotzdem, kurz nach Betriebsbeginn um 8 Uhr sei meistens alles belegt, sagt Steffen. Belegt sind bei gutem Wetter auch die Ruheinseln mit Holzbänken und die Sitztreppe vor dem Hauptgebäude, wo noch ein Raucherpavillon aufgebaut wird. Schon überdacht sind neue Fahrradständer, an die sich ein Solar-Carport zum Aufladen von Elektroautos anschließt. Die drei Fahrzeuge parken vor dem neuen Werkstattzentrum, dem teuersten Neubau, das zweistöckige Gebäude schlägt mit rund 9,4 Millionen Euro zu Buche. An den Gesamtkosten der einzelnen Baumaßnahmen beteiligten sich auch der Bund und das Land, es flossen Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Was beim Blick über das neue Werkstattzentrum sofort ins Auge springt, ist das begrünte Dach, auf dem manchmal auch Lehrlinge unterrichtet werden — nicht in Pflanzenkunde, sondern in Elektrotechnik, dafür sind mehrere Satellitenschüsseln aufgebaut.

Bis in den Mai hinein dauerten die Arbeiten, nun biete die neue Halle Platz für fast 40 Prozent der gesamten Lehrgänge des TZH. Es sind dort zu finden Feinwerk- und Zerspanungswerkstätten, Kfz-Ausbildungswerkstätten mit zehn Hebebühnen, Elektro- sowie Metallwerkstätten. Durch ein eigenes Blockheizkraftwerk, das bis zu 200 Kilowatt Strom pro Stunde produzieren kann, sei der Energiebedarf für den Neubau meistens gedeckt, sagt Steffen.

Er blickt noch einmal zur Seite, wo sich in der Ferne das im Bau befindliche Zentralgebäude der Leuphana Universität gen Himmel erstreckt. „Unser neues Gebäude ist zwar nicht so hoch, dafür aber rechtzeitig fertig geworden“, sagt er mit einem Schmunzeln.

One comment

  1. „Er blickt noch einmal zur Seite, wo sich in der Ferne das im Bau befindliche Zentralgebäude der Leuphana Universität gen Himmel erstreckt. „Unser neues Gebäude ist zwar nicht so hoch, dafür aber rechtzeitig fertig geworden“, sagt er mit einem Schmunzeln.“

    Eine vorzügliche kleine Spitze. Und da aus dem Artikel nichts gegenteiliges zu lesen ist, wurden offensichtlich auch die kalkulierten Kosten eingehalten oder zumindest nicht eklatant überschritten (wer besser informiert ist möge das Kund tun). Die vorgesehene Bauzeit wurde auch eingehalten. Warum ist das alles nur bei öffentlichen Bauvorhaben nicht möglich??? Siehe Libeskindbau, BER, Elbphilharmonie, Zentrale des BND in Berlin etc. . Diejenigen, die still und gewissenhaft an solche Planungen gehen, übertrumpfen die anderen die mit großspurigen Statements ihre Bauvorhaben ankündigen, planen kalkulieren und ebenso begleiten bei weitem. Wo liegt nur der Unterschied? Kann es die unterschiedliche Kompetenz und wirtschaftliche Erfahrung sein? Ist es vielleicht auch eine gewisse Bescheidenheit und Sachlichkeit? Wer weiß. Der Unterschied ist jedenfalls deutlich erkennbar.