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Seit Wochen rollen die Mähdrescher  mit ernüchterndem Ergebnis. Wegen der lang anhaltenden Trockenheit ernten die Bauern auf vielen Feldern weniger als im Vorjahr. Foto: t&w
Seit Wochen rollen die Mähdrescher mit ernüchterndem Ergebnis. Wegen der lang anhaltenden Trockenheit ernten die Bauern auf vielen Feldern weniger als im Vorjahr. Foto: t&w

Bauern ziehen magere Bilanz

off Dehnsen/Barförde. Wochenlang warteten die Bauern vergeblich auf Regen. Nun fiel zwar der ersehnte Niederschlag, doch die lange Trockenheit hat sich in der Erntebilanz bereits bemerkbar gemacht. Bundesweit holten die Landwirte laut Bauernverbandspräsident Joachim Rudwied elf Prozent weniger Getreide vom Acker als im vergangenen Jahr. Und auch auf den Feldern im Landkreis Lüneburg hat der fehlende Regen seine Spuren hinterlassen.

Die Getreideernte geht im Kreis derzeit auf die Zielgerade, „der Großteil ist gedroschen, nur Roggen und Sommergerste stehen zum Teil noch“, sagt Jens Wischmann, Kreislandwirt und Vorsitzender des Bauernverbandes Nordostniedersachsen (BVNON) in Lüneburg. Und auch ohne eine Statistik über die Erntemengen im Landkreis Lüneburg zu kennen, steht für den Landwirt aus Dehnsen fest: „Über die Erntemengen hat in diesem Jahr die Möglichkeit zur Beregnung entschieden.“

Auf leichten Böden, die nicht künstlich bewässert werden konnten, „wurden rund 50 Prozent weniger geerntet“, sagt Wischmann. Mit rund 20 Prozent Einbußen rechnet er auf den besseren Böden ohne Beregnung. „Wer hingegen auf leichten Böden bewässern konnte, hat normale Erträge erzielen können.“ Und auf den guten Böden mit Beregnung, „lag das Ergebnis vielleicht sogar 10 Prozent über dem Durchschnitt“, sagt Wischmann.

Insgesamt wird die Getreideernte damit im Landkreis Lüneburg ebenfalls eher unterdurchschnittlich ausfallen. Und auch beim Grünland mussten Landwirte wie Hartmut Burmester aus Barförde bereits Verluste einstecken. „Zum einen haben Feldmäuse an der Grasnarbe erhebliche Schäden angerichtet“, sagt er, „dazu kam dann noch die lange Trockenheit, die eigentlich vom Winter bis jetzt angedauert hat.“ Das Ergebnis: Beim ersten und wichtigsten Grasschnitt „haben wir geschätzt zwischen einem Drittel und der Hälfte weniger geerntet“, sagt Burmester.

Drei bis viel Mal mähen Bauern ihr Grünland in normalen Jahren, wobei das hochwertige Qualitäts-Futter für Milchkühe nur mit dem ersten Schnitt gelingt. „Auch wenn wir also bei der Menge mit dem dritten und möglicherweise vierten Schnitt noch ein bisschen was aufholen können“, sagt Burmester, „die Einbußen aus der ersten Mahd sind nicht wieder gutzumachen.“

Hinzu kommt: Auch die Preise sind im Tiefflug für Milch (LZ berichtete) ebenso wie für Getreide. „Beim Getreide gab es Anfang Juli eine kurze Hochphase, doch seit Erntebeginn fallen die Preise und liegen mit aktuell rund 135 Euro pro Dezitonne Roggen deutlich unter dem Durchschnitt“, sagt Wischmann. Schlecht sieht es auch bei der Milch aus, dort liegt der Preis pro Liter bei den meisten Molkereien bei deutlich weniger als 30 Cent und damit unter den Produktionskosten.

Kein leichtes Jahr also für die Landwirtschaft in der Region. Trotzdem kann Wischmann ihm auch Gutes abgewinnen, zum Beispiel den Regen der vergangenen Tage. „Zwar sind die Trockenheitsschäden der vergangenen Monate nicht wiederzugutmachen, doch jetzt ist der Bodenvorrat zumindest vorerst wieder aufgefüllt“, sagt er. Zugute kommt das momentan vor allem Mais und Zuckerrüben, „die hätten wir ohne die Niederschläge jetzt beregnen müssen“.